Grillitisch-Nachfolge

Bauernbund kürt Auer zu neuem Chef

11. November 2011, 17:20
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    foto: apa/schlager

    Jakob Auer, Schweinebauer in Oberösterreich, führt nun den Bauernbund der ÖVP an.

Vorgänger Grillitsch angeblich wegen "ernster Geschichte" im Spital

Wien - Der blaue Faschingsscherz ging daneben. Am Freitag, den 11. 11. um Punkt 11.11 Uhr verkündete der Freiheitliche Klub im niederösterreichischen Landtag per Aussendung, dass Fritz Grillitsch, scheidender Präsident des schwarzen Bauernbundes, nun als Landwirtschaftskoordinator zur FPÖ nach Sankt Pölten wechsle.

Wenig später stand allerdings fest: Der alte Obmann konnte nicht einmal der Präsentation seines Nachfolgers beiwohnen, denn: Der Steirer Grillitsch befindet sich derzeit in einem Krankenhaus in Graz - und zwar wegen "einer sehr ernsten Geschichte" , wie es heißt.

Angesichts des überraschenden Abgangs ihres obersten Bauern kürte der Bauernbund am Vormittag seinen neuen Chef. Jakob Auer (63), seit 28 Jahren Abgeordneter im Nationalrat - und "praktizierender Bauer" , wie man stolz verkündete. Soll heißen: Schweinemastbetrieb in Fischlham, in der Nähe von Wels, Oberösterreich. Im Gegensatz dazu hatte Grillitsch seit seiner Scheidung keinen eigenen Hof mehr vorzuweisen gehabt.

Sein rascher Rückzug führt jetzt zu wilden Spekulationen. Der Grüne Peter Pilz brachte auf, dass der Bauernbund während der zehnjährigen Ära von Grillitsch unter dem Titel Sponsoring von der Telekom hohe Beträge an Parteienfinanzierung erhalten habe.

Und so kam Auer bei seiner Pressekonferenz als neuer Präsident aus dem Dementieren kaum mehr heraus. Nein, es gäbe keine Zahlungen der Telekom an seine Organisation. Nein, auch seitens des Lobbyisten Peter Hochegger habe es keinerlei Zuwendungen gegeben. Einzig beim dem Bauernbund zugeordneten "Forum Land" seien Sponsorgelder der Telekom geflossen, für die es jedoch eine Gegenleistung gegeben habe. Die Höhe dieser Gelder konnte Auer vorerst nicht beziffern.

Wortkarg gab sich der Neue auch wegen Grillitschs umstrittener Einladung von Thilo Sarazzin als Gastredner. Den deutschen Ex-Banker, der mit seinem Buch samt islamophoben Thesen für Wirbel gesorgt hat, hätte er nicht eingeladen, sagte Auer nur. Er werde sich jedenfalls "gut überlegen" , wen er als Referent zu Bauernbund-Veranstaltungen einlade.

Zumindest zu Grillitschs letztem Vorstoß, arbeitslosen Ausländern die Mindestsicherung zu streichen, fand der einstimmig gewählte Bauernbundchef klare Worte. Gäbe es keine ausländischen Arbeitnehmer bei der Ernte etwa, "würden wir dumm dastehen" . Trotzdem hielt Auer fest: Er selbst habe mit Grillitsch keinerlei Probleme gehabt.

In der Volksparteigeht indessen der Umbau weiter. Am Freitag wurde für die nächste Teilorganisation, den ÖAAB, Innenministerin Johanna Mikl-Leitner für die Wahl zur neuen Obfrau nominiert. (Nina Weißensteiner, DER STANDARD; Printausgabe, 12/13.11.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 37
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alpentiger
00
16.11.2011, 17:30
Als Schweinemäster hat er natürlich Erfahrung in "artgerechter" Haltung von Parteifreunden ...

Dem Michi Spindelegger wird er bald auf den Laufsteg, äh ... den Laufstall bringen.

alpentiger
00
16.11.2011, 17:21
Schweinebauer oder "Schweinepriester" ...

Und die ÖVP glaubt noch immer, mit solchen Machthaberern und privilegienschwangeren Multifunktionären unsere Jugend überzeugen zu können, den Klüngel zu wählen.

Das ist der OPUS DEI wahrscheinlich ein Mailüfterl in der Denke.

the champ
00
13.11.2011, 11:01
Auer

damit es keine bauernopfer mehr gibt wird er jetzt die bauern auf dem schachbrett durch beamte ersetzten

Der Kluge
00
12.11.2011, 16:26

Immerhin der größte Bund der ÖVP.
Immerhin 10 Jahre lang war Grillitsch Vorsitzender.

Erstaunlich, wie die Medien diese Coup ignorieren. Wieso genau wurde der Mann abgesetzt?

Welche politischen Felder will die ÖVP in Zukunft besetzen?

nrg422
01
12.11.2011, 16:01
die Verjüngung ......

der Partei und seiner Funktionäre schreitet im grossem Tempo voran!

Wo woar mei Leistung?
00
12.11.2011, 11:12
Immer auf Karrieretrip zu sein, kann sich auf die Gesundheit negativ auswirken

Der überraschende Rücktritt, gravierende Herzprobleme - ich habe das Gefühl, dass da ein dicker Hund begraben sein könnte.

Wer so gern wichtig ist wie Grillitsch, dankt normalerweise nicht so ab.

public observer
 
01
12.11.2011, 10:59
wegen "einer sehr ernsten geschichte" im spital

er sich wohl überfressen beim letzten besuch in einem schweinemastbetrieb?

diktatur des boulevards
00
12.11.2011, 10:33

der rotzbub soll erst einmal trocken hinter den ohren werden

hotta
02
12.11.2011, 09:52
Was denkt sich eine Partei

wie die VP, wenn sie einen Mehrfachfunktionär ein weiteres Parteiamt aufhalst? Wann soll der gute Mann einmal zur Ruhe kommen, beispielsweise ein Buch lesen, Informationen aufnehmen und durchdenken oder gar Fragestellungen verinnerlichen? Ist das das Politikerleben des 21. Jhds.? Hin und her gehetzt von Termin zu Termin, ohne Nachdenkpause?

alpentiger
00
16.11.2011, 17:27
Hihi, ein gutes Buch lesen .... und Auer ....

da wird er wohl eher zum Kopfhörer greifen und die gregorianschen Gesänge begleitet von der Lektüre der BAUERNZEITUNG samt Gehirnjogging mittels 4-Feld-Sudoku ....

Na den haben sie nötig gehabt. Aber er ist natürlich ein sportlicher und stattlicher Mann, eignet sich vortrefflich als Sargträber beim Begräbnis der ÖVP.

vom_heideboden
00
12.11.2011, 09:40
bravooooooooooooooo

ich bin tief beeindruckt ein vollblutpolitiker und schweinemäster ... summa summarum sein elfter job ... die meisten natürlich unbezahlt ... wieviel stunden hat sein tag???? schweinemäster klingt nach grossbetrieb und hohem profit und hat wenig mit artgerechter tierhaltung zu tun ... die nächste strategische besetzung eines amtes ... nach dem geschmack der "höheren" interessen und nach dem parteibuch ...

Befreier von Butter und Eier
02
12.11.2011, 09:12

Hätte man den Bauernbund zum Wohle Österreichs nicht gleich auflösen können?

Pfuideifi
00
12.11.2011, 12:35

und die VP GLEICH DAZU ^^

Kalvarienberg
02
12.11.2011, 01:08
Kasten-Haltung heisst das (unindische) ÖVP-Prinzip !

nrg422
01
12.11.2011, 00:50
Wahnsinn

Die Verjüngung bei Övp geht frisch und munter weiter!

nrg422
01
12.11.2011, 00:48
Wahnsinn

Pfuideifi
07
12.11.2011, 00:21

ein Schweinezüchter im Nationalrat..?
Hab ihn im TV-Interview gesehen, ein VP-ler wie er im Buche steht - und das war jetzt kein Kompliment.
Mir graust so vor dieser "Volks"partei und ihren Bünden.

dieter van teese
00
12.11.2011, 10:48

warum genau sollte kein schweinezüchter im nationalrat sitzen?

Marlon62
00
12.11.2011, 14:18
Schweinezüchter im NR

Jetzt frisst schon ein Züchter dem Vieh das Fressen weg. Normalerweise sind dort nur Säue, die sich um die Futtertröge drängen.

Mops
04
11.11.2011, 23:00

Die Nummer eins bei Nebenjobs in der Politik bekommt einen 10 Nebenjob weil der Arme am Ende des Monats mit zuwenig Geld heim geht.

academius
110
11.11.2011, 22:53

Es ist schön zu sehen, dass ein geradliniger, geistig jung gebliebener Mann mit Anstand und Charakter den Bauernbund übernimmt. Selbstlos, offen und visionär - die richtige Entscheidung eben.

Auer, der über die Parteigrenzen hinweg zutiefst respektiert wird, wird den Bauernbund erneuern und mit zahlreichen innovativen Ideen füllen.

Mit der äußerst gelungenen Personalentscheidung wird einmal mehr klar, dass die ÖVP für Aufbruch, Zukunftsorientierung und bedingungslos für das Allgemeininteresse steht.

vom_heideboden
02
12.11.2011, 09:48
guten morgen

academius :D)))) in welchem land hast du die letzten jahre gelebt??? welchen traum hast du geträumt ????? ich bin wirklich zutiefst gerührt ... angesichts dieser naivität ...

Freund der Sanktionen
01
12.11.2011, 02:46
Grossartig!

Auch ich sehe ob dieser Art von Aufbruch und den Folgen für die ÖVP optimistisch in die Zukunft...

yotix
 
06
11.11.2011, 23:33

Bist du der Pressesprecher der ÖVP oder kopierst nur den Text?

wiesengarten
03
11.11.2011, 22:48

Wie hält er seinen Schweinemastbetrieb? Gibt es Kastenhaltung für die Sauen? Wie viele Schweine mästet er? Wo werden seine Schweine geschlachtet?
Wenn so jemand Bauernbundpräsident wird, braucht man sich nicht zu wundern, wenn EU-Fördergeld weiterhin in Großbetriebe geleitet wird und nicht zu den Bauern und Bäuerinnen, die tatsächlich mit ihrer Arbeit auch Landschaftspflege betreiben.
Die ÖVP muss wirklich aus dem letzten Loch pfeifen.

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