CERT-Verbund soll Know-how bündeln und Datensicherheit erhöhen

11. November 2011, 16:04
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Öffentliche Verwaltung und Privatwirtschaft kooperieren

Die Hackerangriffe in den vergangenen Monaten haben es gezeigt: Die Informations- und Kommunikationssysteme (IKT) sind verletzbar. Aus unserem Leben wegzudenken ist das Internet aber nicht, und deshalb bleibt nur eines - es sicherer machen. Das haben sich die CERTs (Computer Emergency Response Teams) zum Ziel gesetzt und einen Verbund gegründet. Darin wollen sie ihr Know-how bündeln, denn "die Gegenseite denkt auch nicht in Sektoren, sondern in Methoden", sagte Roland Ledinger vom Bundeskanzleramt bei einer Pressekonferenz am Freitag in Wien.

Synergien nutzen

CERTs beschäftigen sich mit der Computersicherheit und lösen Sicherheitsprobleme. Jedes dieser Team hat dabei aber nur seine eigene Zielgruppe im Blick. Um Synergien zu nutzen, schließt sich das Bundeskanzleramt mit Partnerorganisationen in einem Verbund zusammen. Mit dabei sind unter anderem Raiffeisen, das Bundesrechenzentrum, die Stadt Wien und das Verteidigungsministerium. "Das gemeinsame Ziel ist es, das Internet sicherer zu machen", sagte Alexander Talos-Zens, CERT-Leiter des Wissenschaftsnetzes ACOnet.

Risiko minimiert

Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit stehen der Schutz von IKT-Infrastrukturen, der Informationsaustausch und die rasche Reaktion auf Bedrohungen. Ohne Kooperation könne es nämlich Monate dauern, bis die Zusammenarbeit in einem konkreten Fall beginnen könne, gab Robert Schischka, Leiter des nationalen CERT, zu bedenken. Bei losen Treffen wollen die Mitglieder Probleme in Zukunft offen ansprechen. Dadurch soll "das Risiko für die Bürger minimiert werden", so Johann Mittheisz von der Stadt Wien, der sich als "Fan der Kooperation" outete.

"Wissensvorsprung"

Die Zusammenarbeit steigere nicht nur die Qualität des Services, sondern bringe auch einen "Wissensvorsprung", attestierte ihr Michael Müller vom Raiffeisen-CERT. Auch für das Militär sei es wichtig, möglichst früh zu wissen, "was auf uns zukommt", sagte Walter Unger vom Verteidigungsministerium. Es habe nämlich eine "dreistellige Zahl eigener Netze" und sei davon abhängig, dass diese laufen. Johannes Mariel vom Bundesrechenzentrum wies darauf hin, dass diese verbesserte Kommunikation nicht nur zur Sicherheit beitrage, sondern auch kosteneffizient sei. Fachpersonal sei nämlich rar.

Verantwortung der Endverbraucher

Das Interesse, das in den vergangenen Monaten in der Öffentlichkeit entstanden sei, tue der Sicherheit im Internet zwar gut, meinte Mariel. Er betonte aber auch die Verantwortung der Endverbraucher. Passwörter sollten regelmäßig abgeändert werden, und als PIN sollte man nicht gerade das eigene Geburtsdatum verwenden. (APA)

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