Diabetes Mellitus

Mit dem Endobarrier gegen das Übergewicht

11. November 2011, 15:48

Endoskopisches System stellt Barriere zwischen Nahrung und Duodenalschleimhaut dar

Eine neue endoskopische Option zur Gewichtsreduktion und Metabolismuskorrektur, das sogenannte Endobarrier-System, wurde erstmals am Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, implantiert. Die Methode setzt bei Patienten an, bei denen die konservative Therapie - bestehend aus Ernährungsumstellung, mehr Bewegung und medikamentöser Behandlung - an ihre Grenzen stößt.

„Die Implantation des Endobarriers zeigt bei adipösen Patienten mit Diabetes mellitus bemerkenswerte Erfolge", so Diethelm Tschöpe, Leiter des Diabeteszentrums am HDZ NRW. „So konnten wir eine Gewichtsabnahme von durchschnittlich 20 Kilogramm, eine Abnahme der Insulinresistenz sowie eine deutliche Verbesserung der Langzeit-Parameter für die Blutzuckereinstellung feststellen."

Schonende Implantation in den Dünndarm

Beim Endobarrier handelt es sich um eine schlauchförmige Magen-Darm-Hülse aus Polymer-Kunststoff. Er wird mit dem Endoskop über den Mund in den Magen gebracht, in den Zwölffingerdarm (Duodenum) eingehängt und im oberen Dünndarm auf einer Länge von zirka 60 Zentimetern entfaltet. Dies geschieht in wenigen Minuten und ohne Verletzung der Körperoberfläche. Der Endobarrier ist bereits CE-zertifiziert, also in Europa zugelassen. In Studien wurde eindrucksvoll seine günstige Wirkung auf Körpergewicht, Insulin-, Blutzucker- und HbA1c-Werte sowie Blutfette demonstriert.

Das System verbleibt maximal zwölf Monate im oberen Dünndarm. Es stellt eine Barriere zwischen der Nahrung und der Duodenalschleimhaut dar. Einerseits kommt es dadurch zu einer geringeren Resorption von Nährstoffen im oberen Dünndarm, andererseits zu einer Änderung der Aktivierung von körpereigenen Darmhormonen. Der Effekt ist ähnlich wie bei einer operativen Ausschaltung von Darmschlingen, aber weniger invasiv und reversibel.jedoch können durch die neue Methode Operationen mit erheblichen Nebenwirkungen oder postoperativen Komplikationen vermieden werden.

Entfernung bei Komplikationen

„Die Anlage des Endobarriers erfolgt nur in zertifizierten Zentren, die ein aufwendiges Training unter Supervision von Spezialisten absolviert haben", erläutert Tschöpe den besonderen Eingriff. „Somit werden der bestmögliche Erfolg und die höchste Sicherheit garantiert." Das HDZ NRW ist deutschlandweit das zweite Zentrum, an dem dieser Eingriff jemals durchgeführt wurde.
Bei Komplikationen oder gravierenden Nebenwirkungen kann der Endobarrier problemlos durch einen kurzen endoskopischen Eingriff wieder entfernt werden.

„Wohlstandskrankheiten" wie Typ-II-Diabetes und Adipositas auf dem Vormarsch
Typ II-Diabetes und Adipositas nehmen in epidemischen Ausmaßen zu und betreffen weltweit hunderte Millionen von Menschen. Diese Entwicklung wird in den nächsten Jahren das deutsche Gesundheitssystem stark belasten. Laut der nationalen Verzehrstudie II (2008) sind in Deutschland bereits 66 Prozent der Männer und 51 Prozent der Frauen im Alter von 18 bis 80 Jahren übergewichtig. Im Herz- und Diabeteszentrum NRW stellt neben der Behandlung des Diabetes mellitus die Adipositas schon seit Jahren eine besondere Herausforderung dar, der nun mit dem Endobarrier erfolgreich begegnet werden kann. (red)

Rafflesia
 
00
13.11.2011, 15:45

Und wenn das Ding nach zwölf Monaten wieder rauskommt, wie gehts dann weiter?

oblomow II
00
13.11.2011, 18:19
dann

... wirds gewaschen und wiederverwendet ...

Dagmar Rehak Wien
 
50
12.11.2011, 15:17
Schnapsidee

Das Essen kommt unverdaut wieder hinten raus, und man muss gleich weiteressen, weil man nie satt wird.

Hippo Krates
 
07
13.11.2011, 00:11
"Schnapsidee"

bei der lektüre ihrer kommentare habe ich auch immer ganz spontan die vermutung, dass deren formulierung ohne größere mengen alkohol nur schwer möglich gewesen wäre...

besäßen sie wirklich das grundlagenwissen das sie hier ständig vorgeben zu haben, wüssten sie dass das der dünndarm so um die 5m lang ist. davon werden nun 60cm vom endobarrier überdeckt, wodurch die verdauung und resoption reduziert aber nicht verhindert wird. außerdem wird auch die lokale gewebshormonproduktion im proximalen dünndarm modifiziert. das steht zwar auch schon so oben im artikel -- aber ich wiederhole das gerne für sie.
(ich hab dieses posting dafür auch extra ganz langsam getippt).

oblomow II
04
13.11.2011, 13:59
net fütterns das troll

.... spezialisten für eh alles neigen dazu, ihren sermon gegen die peristaltische hauptrichtung hierorts zu verteilen.
net setzens dazu einen reiz ...

marty fink
01
14.11.2011, 09:52
Tjo

da schlägt der Dunning Kruger halt total durch! :-)

Hippo Krates
 
00
18.11.2011, 17:50

"Dunning Kruger" => danke! so hat das posting von Frau Rehak über umwege doch noch zu einem wissenszuwachs geführt...

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