Karate stärkt Gesundheit von Senioren

11. November 2011, 15:42

Das Kampftraining ist ein Jungbrunnen für ältere Menschen

egensburg - Dass Karate im hohen Erwachsenenalter körperlich fit hält und gleichzeitig optimales Gehirnjogging ist, belegt jetzt eine Untersuchung der Universität Regensburg in Kooperation mit dem Bayerischen Karatebund und einem Regensburger Facharzt für Allgemeinmedizin. Das Forscherteam um Petra Jansen vom Institut für Sportwissenschaft und Katharina Dahmen-Zimmer vom Institut für Psychologie der Universität Regensburg führte dazu eine Studie durch, an der 48 Seniorinnen und Senioren im Alter von 67 bis 93 Jahren teilnahmen.

Im Zentrum stand die Frage, ob durch Karate neben einer Verbesserung der körperlichen Gesundheit auch positive Veränderungen der kognitiven Leistungsfähigkeit und der individuellen Befindlichkeit feststellbar sind. „Es ging dabei darum, die Effekte eines Karate-Trainings gezielt mit den Einflüssen eines „rein" kognitiven bzw. „rein" motorischen Trainings zu vergleichen", so Petra Jansen. Die Ergebnisse der Studie wurden heute während einer Pressekonferenz an der Universität Regensburg vorgestellt, an der neben den Projektverantwortlichen auch Bayerns Sozialstaatssekretär Markus Sackmann teilnahm. Sackmann: „Die heutige Generation der Senioren ist so fit wie keine vor ihr. Heute gehören ältere Menschen noch lange nicht zum ‚alten Eisen', sondern wollen möglichst lange mobil sein und bleiben. Dass Sport nicht nur für den Körper, sondern auch für den Geist ein echter Jungbrunnen ist, zeigt die Studie der Universität Regensburg eindrucksvoll. Ich hoffe, dass sich viele Seniorinnen und Senioren diesen wissenschaftlichen Beleg zu Herzen nehmen, um durch eine gesunde Lebensweise mit viel Bewegung bis ins hohe Alter vital zu bleiben!"

Visuelle Merkfähigkeit

Im Rahmen der Studie wurden die Probanden auf insgesamt vier Versuchsgruppen aufgeteilt: Eine erste Gruppe erhielt ein „rein" motorisches Training, eine zweite ein „rein" kognitives Training, eine dritte Gruppe absolvierte ein Karate-Training nach den Regeln des Deutschen Karate-Verbandes (DKV) und eine letzte fungierte als „Kontrollgruppe ohne Training". In der Tendenz führten alle Trainingsangebote zu Verbesserungen der kognitiven Leistungsfähigkeit. Die Merkleistung sowie die visuelle Merkfähigkeit verbesserten sich allerdings am stärksten bei der Karate-Gruppe, auch wenn hier die Effekte bislang nur in der Tendenz nachgewiesen wurden Nach Ansicht der Regensburger Forscherinnen und Forscher ist dies auf den Umstand zurückzuführen, dass im Zusammenhang mit dem Karate-Training komplizierte Bewegungsabläufe im Gedächtnis behalten werden mussten. Zudem wies das Forscherteam nach, dass die Karate-Seniorinnen und -Senioren am Ende des Experiments weitaus weniger depressive Stimmungen zeigten; somit glücklicher waren als zuvor.

Bei den Teilnehmern der Studie handelte es sich sowohl um selbständig im privaten Haushalt lebende Personen, als auch um Bewohner von Altenheimen in Regensburg. Das Durchschnittsalter aller Teilnehmer lag bei 78,8 Jahre. Für die Karate-Gruppe betrug das Durchschnittsalter 73 Jahre; die/der jüngste(r) bzw. älteste(r) Teilnehmer(in) war 69 bzw. 81 Jahre alt. Personen mit ersten Symptomen einer Demenz oder anderen Störungen mit kognitiven Defiziten konnten nicht teilnehmen. Jeweils vor und nach den Trainingseinheiten wurden die kognitive Leistungsfähigkeit und die emotionale Befindlichkeit untersucht.

Motorische und Kognitive Beanspruchung

Die Lebenserwartung in Europa ist hoch. Noch mehr als ein langes Leben wünscht man sich aber, auch die späten Lebensjahre in guter Gesundheit zu verbringen. Ab dem frühen Erwachsenenalter verringert sich die motorische Leistungsfähigkeit kontinuierlich. Im späten Erwachsenenalter macht sich zudem ein Nachlassen der kognitiven Leistungsfähigkeit bemerkbar. Sportliche Aktivität kann neben dem positiven Einfluss auf die körperliche Fitness auch zur Erhaltung dieser Fähigkeiten beitragen. Neuere wissenschaftliche Studien legen sogar den Schluss nahe, dass ein synchrones motorisches und kognitives Training besonders hilfreich zur Steigerung der geistigen Leistungsfähigkeit ist.

Eine gleichzeitige motorische und kognitive Beanspruchung des Körpers bietet ein Karate-Training in besonderem Maße. Es trägt aber auch zur Stimulation der inneren Organe bei, verbessert Kreislauf, Atmung und Verdauung und fördert insgesamt Gesunderhaltung und Beweglichkeit. Zudem ist Karate-Do eine Schule der Geistesbildung, die einen bis ins hohe Alter begleiten kann. Als ganzheitliche Bewegungsform fördert ein Karate-Training somit konditionelle, koordinative und kognitive Fähigkeiten. Das Erlernen neuer, unbekannter Bewegungsabläufe stellt für ältere Menschen eine Herausforderung dar, führt dabei aber gleichzeitig auch zu physischem und psychischem Wohlbefinden und zu Entspannung. (red)

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Posting 1 bis 25 von 42
1 2
Peter Widzky
00
14.11.2011, 09:48
84 Jahre alter Meister bei der Arbeit

http://youtu.be/y6oPgV0tJrM

sehenswert!

Knieriem
00
13.11.2011, 23:13

Finde ich lustig, wenn irgendwelche "Experten" hier darüber diskutieren, welche Kampfkunst, welcher Kampfsport am Besten ist.
Darum ist es in dieser Studie gar nicht gegangen.
Es ging darum, ob Karatetraining für Senioren einen Benefit bietet, nicht darum, Achtzigjährige zu Kampfmaschinen zu machen.
Naturgemäß fallen für Senioren - zumindest für jene, die nicht schon seit ihrer Kindheit trainieren - alle Kampfsportarten mit "Bodenkontakt" weg.
Kata, wie im Karate - egal welcher Stil (natürlich auch Tai Chi, Qi Gong, Kung Fu, etc.)- ist sicher ausgezeichnet geeignet, Gleichgewicht, Kondition, Gedächtnis, Körperspannung, etc. zu trainieren.

ravenna
03
13.11.2011, 19:56

Sport stärkt Gesundheit von Senioren (und allen anderen).

***Und aus.***

Bekomme ich jetzt auch ein Gehalt vom Standard? Die Qualität meines Artikels ist ja wesentlich höher.....

keinfisch
00
13.11.2011, 19:12
jedem das Seine

ich finde es lustig, daß als Folge des Artikels gleich die "welche Stilrichtung ist die beste" Diskussion losgeht. Jede Kampfkunst hat ihre Stärken und ist so individuell wie die Menschen selbst-dadurch hat jeder die Möglichkeit sich die für ihn passendste zu finden. Meine ist Goju Ryu, ich würde mir aber nie erlauben schlecht über andere zu urteilen.

Rafflesia
 
00
13.11.2011, 15:50

Heißt ja ganz richtig: "Das Alter soll man ehren, wo nicht, wern mir sich wehren!"

Rafflesia
 
00
13.11.2011, 15:48

Und dann brauchens einen Seniorenführschein weil die alten Leute gefährliche Kampfmaschinen sind.

Schurke!
01
13.11.2011, 13:08
Karate ist vollkommen überbewertet

Kibotu ist weitaus effektiver. Ganz besonders für Pensionisten.

Knieriem
02
13.11.2011, 23:04

"Ki-Bo-Tu (aus dem neugermanischen Kinder-Boden-Turnen) ist eine Kampfsportart die von kleinen aggressiven Gartenzwergen zu der Zeit der Schneewittchenära erschaffen wurde. KiBoTu war in der damaligen DDR auch als "Kommunistische Individual Befreiung ohne technische Unterstützung" (KiBotU) bekannt. " lt. STUPIDEDIA.

Schurke!
00
14.11.2011, 12:05
Na endlich :-)

Pudding für alle!

Rafflesia
 
00
13.11.2011, 15:52

Brauchts dazu auch einen Kiai? Bei dem ist mir nämlich immer die Zahnprothese rausgeflogen...

Schurke!
00
13.11.2011, 16:56
Bei Kibotu ist als "Kiai"

zB "Pudding für alle" oä zu empfehlen. Die Zahnprotese darf übrigens bei dieser Disziplin auch zur Abschreckung verwendet werden.

Alpha-Wolf
00
13.11.2011, 11:37
Karate ist (zumindest) einen Versuch wert:

www.karatezentrum.wien.at.tf

rowdy
02
12.11.2011, 21:09
Tai Chi ist der Hit im hohen Alter

Weichere Bewegungen, Betonung von Balance und Koordination. Karate ist sehr 'hart' in den Bewegungen.

Wieviel Demokratie ist es bitte?
00
13.11.2011, 12:07

Ist zwar hart, aber effektiver ggü. Handtaschenräubern.

rowdy
00
14.11.2011, 21:59
Ich meinte nur als Sport,

da scheint mir das tai chi weniger durch die Grenzen, die uns das Alter im Durchschnitt auferlegt, weniger eingeschränkt als Karate.

Über Effizienz und Effektivität von Kampfsport kann ich gar nix sagen, davon verstehe ich nüsse.

Rafflesia
 
01
13.11.2011, 15:50

Ich hab jetzt mal einen 74jährigen Boxer trainieren gesehen und mir vorgestellt, wie irgendwelche Bürscherln zu dem sagen: "Her mitm Geldtaschl, Opa, sonst fangst eine".... hehehehe....

Kahuna
12
12.11.2011, 17:22
Ich empfehle Aikido

achwasweissdennich
20
12.11.2011, 14:56

Na, wenn die Alten so fit sind, dann können die ja doch noch länger arbeiten gehen. Frührente gibt's dann erst ab 68.

Rafflesia
 
00
13.11.2011, 15:52

Richtig. Arbeitsende ist erst, wenn man in den Sielen verreckt.

Karl85
 
01
12.11.2011, 15:40

Vorsicht! Die können dann ja Karate. Wehe dem schwabbeligen Mitvierziger von Sozialminister, wenn der da an den Pensionszeiten herummacheln möchte.

Rafflesia
 
00
13.11.2011, 15:51

Ja, vor allem, wenn sie in Scharen akommen und ihn umzingeln... Ha! Kai!

astemp79
22
12.11.2011, 11:04
Das ist ja schon mal ein Anfang ...

... und jetzt bitte auch mit TaiChi, KungFu und - weil nicht jeder Kampfsportart ausüben will - Qigong.
Qigong ist dabei die vielseitigste Gesundheitsvorsorge: jede/r kann es ausüben, und die gesundheitlichen Aspekte auf Körper und Geist sind enorm. Richtig ausgeführt, kann Qigong Krankheiten bessern bis heilen (was aber auch für TaiChi und KungFu gilt), es erhält frisch und beweglich und den Geist rege.

marty fink
00
12.11.2011, 14:59
Den Weltfrieden nicht vergessen!

Don schlau on
01
12.11.2011, 18:26
Es erhält den Weltfrieden

wenn man sich verteidigen kann.

Zudem macht Kampfsport gelassener, der Körper kann mehr wegstecken.

Das gilt auch für die Aggresionen anderer.

Rafflesia
 
00
13.11.2011, 15:54

Ich trainier doch nicht damit ich mehr watschn vertrag...

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