Start von "Curiosity" auf Samstag verschoben

22. November 2011, 14:28
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Batterie muss ausgetauscht werden - Roboterfahrzeug der NASA soll ab August 2012 nach Leben auf Rotem Planeten suchen

Washington - Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat den Start ihrer "Curiosity"-Mars-Mission um einen Tag auf Samstag verschoben. Grund sei der erforderliche Austausch einer Batterie, teilte die NASA am Montag mit. Die geplante Startzeit auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Staat Florida sei nun Samstag um 10.02 Uhr (16.02 Uhr MEZ).

"Kein Rover, wie man ihn bisher kannte"

An Leistungsfähigkeit übertrifft er "Spirit" und "Opportunity" bei weitem, aber deren Kultstatus muss er sich erst erarbeiten: "Curiosity" ist etwa so groß wie ein Geländewagen und soll im August 2012 auf dem Mars landen, um dort zwei Jahre lang nach organischen Stoffen zu suchen - potenziellen Grundzutaten für Leben. "Es ist kein Rover, wie man ihn bisher kannte", erläuterte Doug McCuistion, Direktor des Marsprogrammes der NASA. "Curiosity" sei das komplexeste von Menschenhand geschaffene Objekt, das jemals auf der Oberfläche eines anderen Planeten platziert wurde.

Der Wissenschafter bezog sich dabei auf die Fülle ausgeklügelter Instrumente, mit denen die Sonde auf Rädern ausgerüstet ist. So kann der Roboter etwa mit zwei an einem Masten befestigten Kameras dreidimensionale Aufnahmen machen und Panoramafotos liefern. Er verfügt über einen Laser, der die chemische Zusammensetzung des Marsbodens in einem Radius von rund sechs Metern erfassen kann, zudem über einen zwei Meter langen Roboterarm und einen Bohrer, um Gesteinsproben zu sammeln. Im Bauch hat "Curiosity" die nötigen Vorrichtungen zur Analyse.

Ab in den Krater

Geplanter Landepunkt auf dem Mars ist der Gale-Krater, ein dreieinhalb Milliarden Jahre alter Einschlagkrater mit einem Durchmesser von 154 Kilometern, von dessen Boden ein Berg fast 5.000 Meter hoch aufragt. Am Fuße dieses Berges soll "Curiosity" aufsetzen und zu seiner Erkundungstour aufbrechen.

Der Krater, benannt nach dem australischen Astronomen Walter Gale, bietet der NASA zufolge gleich aus mehreren Gründen die besten Voraussetzungen für eine Mission mit reicher wissenschaftlicher Ausbeute. Gesteinsformationen und Sedimente am Grund deuteten darauf hin, dass es hier einmal Wasser gegeben habe. Das wiederum eröffne die Möglichkeit, dass sich tief unter der Oberfläche noch lebende Mikroben befänden - vorausgesetzt natürlich, der Mars hat in seiner frühen Phase Leben hervorgebracht, ehe er allmählich seine Atmosphäre verlor.

Aber erst einmal muss "Curiosity" heil ankommen. Was schiefgehen kann, hat gerade Russland erfahren: Eine kürzlich gestartete Sonde, die zum Marsmond Phobos geschickt werden sollte, schaffte es wegen eines Triebwerksproblems nicht aus dem Erdorbit und kreist seitdem nutzlos um unseren Planeten. NASA-Wissenschafter McCuistion sagte, die US-Raumfahrtbehörde sei gern bereit zu helfen, sofern sie helfen könne, aber bisher habe Russland nicht um Unterstützung gebeten. 

Jubiläum für "Spirit" und "Opportunity"

Die NASA sieht zudem freudig einem anderen Großereignis entgegen: Im Jänner 2012 ist es acht Jahre her, dass die Sonde "Opportunity" (Gelegenheit) und ihr Zwilling "Spirit" (Unternehmergeist) auf dem Mars landeten. Konzipiert waren sie eigentlich nur für eine 90-tägige Mission. Aber "Opportunity" ist immer noch im Einsatz - und so wäre man bei der NASA wohl kaum überrascht, wenn auch "Curiosity" eine zeitliche Zugabe liefert. (APA/red)

  • Um seine umfangreiche Aufgabenliste zu bewältigen, bringt "Curiosity" zehn ausgeklügelte Instrumente mit. So kann der Roboter etwa mit einem Laser die chemische Zusammensetzung des Marsbodens in einem Radius von rund sechs Metern erfassen.
    foto: nasa/jpl-caltech

    Um seine umfangreiche Aufgabenliste zu bewältigen, bringt "Curiosity" zehn ausgeklügelte Instrumente mit. So kann der Roboter etwa mit einem Laser die chemische Zusammensetzung des Marsbodens in einem Radius von rund sechs Metern erfassen.

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