Schütz und Töchterle fordern Kostenübernahme durch Stadt Wien

14. November 2011, 14:40
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Meduni-Wien Rektor "Strukturproblem der Gesundheitsversorgung in Wien", Wissenschaftsminister "Finanzierung bis 2013 gesichert"

"Es sind Maßnahmen, die wir setzen müssen", sagt Wolfgang Schütz, Rektor der Meduni Wien, im Gespräch mit derStandard.at. Mit Journaldienstkürzungen sowie dem Nicht-Nachtbesetzen freier Stellen will Schütz auf die prekäre Budget-Situation aufmerksam zu machen. 

Der Meduni Wien fehlen 2012 neun Millionen Euro. Durch die Maßnahmen hofft er die Stadt Wien zu einem höheren Finanzspritze zu bewegen. Gleichzeitig fordert der Rektor, dass die Budgetprobleme auf höchster politischer Ebene gelöst werden. Gemeint ist zwischen Bund und Stadt Wien, also zwischen Wissenschaftsminister Töchterle und Wiens Gesundheitsstadträtin Sonja Wessely (SPÖ). 

Töchterle: Finanzierung bis 2013 gesichert

Hintergrund der finanziellen Schwierigkeiten ist ein Zuständigkeitsstreit zwischen Bund und Stadt Wien. Bisher hat die Stadt für das Pflegepersonal gezahlt und der Bund über den sogenannten "klinischen Mehraufwand" für das ärztliche Personal. Aus dem Büro des Wissenschaftsministers heißt es auf Nachfrage von derStandard.at: "Da das AKH als Uni-Klinik neben der Patientenversorgung auch einen Lehr- und Forschungsauftrag hat, leistet der Bund einen finanziellen Beitrag. Diese Finanzierung dient primär Wissenschaft und Forschung. Krankenhauserhalter - und damit für die Patientenversorgung zuständig - ist die Stadt Wien." Außerdem sei die Finanzierung der Medunis bis Ende 2012 gesichert.

Schütz betont, dass das nicht nur ein finanzielles Problem der Meduni Wien sei, sondern ein Strukturproblem in der Gesundheitsversorgung der Stadt Wien. Die Notfälle seien in den letzten Jahren um mehr als 50 Prozent gestiegen. "In der Notaufnahme werden Patienten behandelt, die keine Notfälle sind, Chirurgen müssen in der Nacht Routine Operationen durchführen." Das seien keine Aufgaben des Bereitschaftsdienstes. "Ich kann die Wünsche meiner Ärzte verstehen".

Schütz: Niedergelassenen Bereich in Pflicht nehmen

Er fordert vorgelagerte Stellen, wo Allgemeinmediziner entscheiden, ob es ein Notfall ist oder nicht. In anderen Ländern funktioniere die Versorgung in Kombination mit dem niedergelassenen Bereich sehr gut. Man muss den niedergelassenen Bereich in Wien in die Pflicht nehmen.

Mit Sonja Wesely habe der Rektor laufend Termine. Er hofft auf eine Lösund bis 2013. Dennoch bleibt er realistisch und erwartet sich nicht zu viel: "Auch die Stadt Wien ist pleite", so Schütz. (mte, derStandard.at, 14.11.2011)

 

 

 

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