Konfessionelle Finanzen

Unchristliche Kirchen lassen sich aushalten

11. November 2011, 13:24
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    foto: apa

    Weltanschaulich neutral - so wünschen sich die Kirchenkritiker den Unterricht.

Rund eine Milliarde an öffentlichen Geldern fließt in Österreich in den konfessionellen Bildungsbereich monieren Kirchenkritiker

Wien - "Schulen mit katholischem Religionsunterricht dienen nur dazu, die Kinder zum Christentum zu bekehren." Heinz Oberhummer, Physiker, Wissenschaftskabarettist und Mitinitiator des "Volksbegehrens gegen Kirchenprivilegien" hat wenig Freude mit der Tatsache, dass Kirche und Staat immer noch durchaus eng verflochten sind. Oberhummer ist mit dem deutschen Sozialforscher Carsten Frerk angetreten, um sich die "historisch erklärbaren, aber einem modernen Staat nicht mehr angemessenen" Strukturen vorzuknöpfen. Keineswegs wollen die beiden sich als Kirchenhasser verstanden wissen. Religion sei aber Privatsache, und da sei es ungerecht und unchristlich, dass die Kirchen sich für die eigenen Ziele aushalten lassen. Und das nicht zu knapp, monieren sie.

Herausgepickt haben die Herren sich die konfessionellen, nicht nur katholischen Bildungseinrichtungen. Der größte Teil der staatlichen Zuwendungen fließe hier indirekt, so die beiden Professoren bei einer Pressekonferenz: Wie in Deutschland finanziere auch Österreich die Religionslehrer und die Unterrichtsmaterialien für den konfessionellen Religionsunterricht: Der monetäre Aufwand dafür dürfte bei 336 Millionen Euro jährlich liegen. Daneben finanziere die Republik die Lehrergehälter für konfessionelle Privatschulen mit Öffentlichkeitsrecht mit 224 Millionen Euro jährlich.

Eine Milliarde jährlich

Aber nicht nur der Religionsunterricht würde auf Kosten der Steuerzahler gehen. Auch die konfessionellen Kindergärten und Horte würden mit rund 300 Millionen Euro im Jahr unterstützt, ebenso die theologischen Fakultäten, die pädagogischen konfessionellen Hochschulen und die Pensionen des ausgeschiedenen Lehrpersonals aller zusammen. Oberhummer und Frerk kommen jedenfalls auf eine stattliche Summe von rund einer Milliarde Euro, die jährlich in die entsprechenden Bildungseinrichtungen in Österreich fließen würden.

Genaue Zahlen liegen nicht vor, die Beträge sind Kostenschätzungen und Hochrechnungen. Für Deutschland hat Carsten Frerk im Vorjahr eine genaue Aufstellung in einem "Violettbuch Kirchenfinanzen" versucht. Eine vergleichbare Publikation ist für Österreich im kommenden Jahr geplant.

Das erklärte Ziel der "Initiative gegen Kirchenprivilegien" ist: Klare Trennung von Kirche und Staat und Finanzierungsstopp der Kirchen. Auf die notwendige Anzahl von 8.032 Unterstützungserklärungen für die Einleitung des Volksbegehrens fehlen laut Oberhummer noch "weniger als 800" Unterschriften. In den Gemeindeämtern - mit Ausnahme der Wiener Bezirksämter - liegen die Formulare nicht mehr auf. Die Initiative setzt aber darauf, dass sich die Sympathisanten diese per Internet holen und unterfertigt einsenden. (rb, derStandard.at, 11.11.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 197
1 2 3 4 5
aana
00
16.11.2011, 20:02
Das Konkordat (=Einvernehmen)

Das Konkordat ist die Grundlage für die Auspressung des österreichischen Volkes durch den Vatikan und die konsequente Verbiegung der geistigen und charakterlichen Haltung der Jungen, damit sie so werden wie die Alten bei uns eben sind.

Dr Stänkerer
00
15.11.2011, 11:49
Theologie: die Wissenschaft von des Kaiser's neuen Kleidern!

Der Kaiser ist nackt! Basta!

Peter_23
02
13.11.2011, 19:04
Nicht nur direkte sind ein Problem

Die röm. kath. Kirche geniesst für viele Liegenschaften auch Rechte wie keine Grundsteuer bezahlen zu müssen.

Siehe z.b. Liegenschaften wie das Stift Admont (Stmk.) mit riesigen Waldgrundbesitz. Das Stift Klosterneuburg (NÖ) ist auch so ein Grund- und Immobilienhai im Norden von Wien. Denen gehört dort fast aller Grund&Boden.

Nichts gegen das Anrecht auf Narrenfreiheit, was gerade Glaubensgemeinschaften sehr intensiv für sich nutzen. Aber die können durchaus auch entsprechend Steuer zahlen, ohne Ausnahmeregeln, und brauchen auch keine Föderungen.

It'tksirkrk
00
13.11.2011, 17:21
Es wird Zeit, daß das Konkordat aus unseliger Zeit, endlich für nichtig erklärt wird.

Dann kann man die Glaubensgemeinschaften endlich zu dem machen, was sie sein sollen. Private Vereine von Menschen die nach ihrem 18. Lebensjahr freiwillig eintreten und Mitgliedsbeiträge in der Höhe bezahlen, die die Generalversammlung beschließt.

Richtig gelesen "Generalversammlung"! Die schreibt das Vereinsrecht bindend vor.

Steuerbegünstigt sind diese Vereine nur dann, wenn sie über mehrere Jahre Gemeinnützigkeit nachweisen können. Wie "Gemeinnützigkeit" zu definieren ist, entscheidet der Gesetzgeber.

Die Ausbildung in vereinseigenen Instituten unterliegt natürlich österreichischen Rechtsvorschriften. Also Volksverhetzung, Aufruf zum Rassismus, Sexismus und Intoleranz ist nicht gestattet.

milo66
01
13.11.2011, 15:49

Die sollen sich einfach raushalten aus dem öffentlichen leben, die betschwestern und -brüder. Nur raushalten und den mund halten, und keine steuergelder kassieren um ihre lächerliche propaganda verbreiten zu können!!

Logyal
02
13.11.2011, 14:18
Eine Miliarde aus Steuergeldern

....damit könnte man viel hilfreiches für seine Mitmenschen tun (Gesundheits, Erziehungs-, Sozialbereich, etc....)
Skandalös ist die Tatsache, daß Lehrerausbildung -ich meine die Pädaks- z.T. im Machtbereich der Kirche liegen und staatlich gefördert werden.
Mit "Wissenschaft" würde ich Katholizismus nicht etikettieren.
(Eher "Wissen-ab-schaft" -der ganze Aberglaube hält keiner logischen Betrachtung stand).
Aber wer Selbstlosigkeit, christliche Nächstenliebe und Toleranz übt, hat meinen Respekt.

cobb_83
01
13.11.2011, 15:52
Hat das Christentum...

... das Patent auf Nächstenliebe?

litswd
32
13.11.2011, 12:51
verzeihung, dass ich jetzt zum 3. mal hintereinander schreibe, aber...

ich hab mir gerade die punkte auf der homepage durchgelesen. "das volksbeg. richtet sich nicht gegen die kath.kirche." aja, deshalb ist z.b. das abc-forum auch voll von katholischem jargon. auch ansonsten liest sich das nicht ganz "un-antikatholisch".

außerdem hab ich schon lang mehr kein solches konglomerat an halb- oder gar-nicht-wahrheiten gesehen:
z.b. "Angehörige der Kirche sind von Stellungspflicht und Wehrdienst befreit." ich bin auch kath. und musste zivildienst machen, warum? "Ein von der Kirche abgehaltener „Ethik-Unterricht“ ist für all jene Schüler geplant, welche sich vom Religionsunterricht abgemeldet haben." seit wann soll den die kirche machen??? das stimmt einfach nicht...

selten so gelacht. mahlzeit.

litswd
42
13.11.2011, 12:21
jaja, der konfessionelle bildungsbereich ist ja so böse...

kindergärten: oh mein (nicht)gott, die katholen machen kindergärten, wie können sie nur?

unis: ja seien wir doch froh, dass die theologie im rahmen der universitären wissenschaftlichkeit betrieben wird, und nicht in einem hinterhof oder in einer radikalisierenden privat-bibel-schule!

privatschulen: nicht zufällig wollen auch viele leute in konf. schulen, denen das eigentlich schnurzegal ist, diese schulen leisten zu einem sehr großen teil sehr gute arbeit. das einzige system, das langsamer arbeitet als die rkk ist vermutlich das österreichische bildungssystem. da find ich's nicht sehr naheliegend, über das besser funktionierende einfach drüberzufahren.

Cerberus303
03
13.11.2011, 12:41
wie bitte?

die Theologie im Rahmen der universitären Wissenschaftlichkeit?

Sie kennen wohl das Theologiestudium nicht, oder? Dort passiert nichts wissenschaftliches...

Dr Stänkerer
00
15.11.2011, 11:22
GLAUBENschaft, statt Wissenschaft wäre angebracht!

Denn Glauben und Wissen habe eine sehr kleine Schnittmenge, wenn überhaupt.

litswd
00
13.11.2011, 12:57

ähm, doch, ich kenn das theologie-studium nur allzu gut. dort passiert sogar sehr viel wissenschaftliches.
und (falls dieser vorwurf als nächstes kommt): das läuft auch nicht so unkritisch ab, wie man von außen vielleicht glauben möchte. (zitat eines kollegen: "der beste weg zum atheismus ist ein theologie-studium", ich muss sagen, das hat schon was für sich).

ich verstehe aber, dass man das von einer reinen außenansicht (oder auch wenn man vielleicht ein- oder zweimal dort vorbeigeschaut hat) nicht ganz glauben kann (oder oft auch möchte)

Cerberus303
02
13.11.2011, 13:06
Es stimmt nur nicht...

... sie müssen eben ein mindestmaß an wissenschaftlichkeit zeigen, damit sie überhaupt eine Fakultät haben können... Aber das Ergebnis ist von Anfang an festgelegt und unumstößlich, damit ist die Wissenschaftlichkeit dahin... Das liegt aber hauptsächlich daran, dass die Fakultäten ja nicht frei sind... so gibt es keine freie Religionswissenschaft, sondern eine römisch katholische Theologie, eine evangelische etc, etc... und die Lehransichten sind von der jeweiligen Fakultät vorgegeben und nicht änderbar durch Forschungsergebnisse (klar, heisse Luft lässt sich schlecht widerlegen) Die schmoren in ihrem eigenen Saft und da kommt nix wissenschaftliches raus...

litswd
00
13.11.2011, 14:11
es stimmt eben doch

es ist ein wissenschaftliches studium, aus fertig. in der lehre weiß der professor no na natürlich vorher, auf was er hinaus will, aber in der forschung ist das ergebnis keineswegs festgelegt. keine ahnung woher sie das haben.
verwechseln sie bitte nicht kirche und theologie! um zur kirche zu gehören muss man christ sein, um theologie zu studieren (bzw. theologe zu werden) braucht man die matura, das wars dann auch schon!
auch gibt es eine freie relwissenschaft, die zwar an der theol.fak. angesiedelt ist (weil da halt die rel.wis. institut sind), wo aber die kirche keinen einfluss auf die lehre hat.

Cerberus303
01
13.11.2011, 15:42
unsinn..

... Religion ist an den Fakultäten nur aus politischen Gründen, weil sie dorthin wollten und den Einfluss hatten. Keine einzige Aussage des römisch katholischen Glaubens (und auch jedes anderen) ist wissenschaftlich haltbar. Würden die wissenschaftlich arbeiten, würde es sie nicht mehr geben... Was dort passiert ist Interpretation eines Phantasieproduktes mit vorgegebenem Ausgang, nämlich Gott existiert, komme was wolle - Das hat mit Wissenschaft nicht das geringste zu tun.

beliar
00
13.11.2011, 15:34

ahhhhh, wissenschaft hat mit ablehnung der nullhypothese was zu tun aber nichts mit aberglauben

litswd
00
13.11.2011, 12:07
hab grad was spannendes gelesen:

zwecks "kirchensteuer ist eine erfindung der nazis und gehört deshalb abgeschaft": das selbe würde auch für das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker gelten.

Kunibert Polgar
02
13.11.2011, 10:38
unfassbar

geld dafür auszugebn um menschen professionell belügen zu lassen.

es gibt mit an sicherheit grenzender wahrscheinlichkeit keinen gott!

somussesnichtsein
00
13.11.2011, 08:53
katholische schulen arbeiten daran

brave, folgsame und ahnungslose bürger zu erschaffen.....

das muss man doch unterstützen!!!!!

Publius C. Pulcher
07
13.11.2011, 00:17

Die Kirche hilft den Menschen, mit den seelischen Problemen zu leben, die sie ohne Kirche nicht hätten ....

werwolfi
03
13.11.2011, 00:17

Diese Verschwendung von Steuergeld gehört SCHNELLSTENS beendet.

Konkordat ersatzlos kündigen, Religion zur Privatsache machen, staatlich finanzieren Ethikunterricht an allen Schulen einführen.

Wer konfessionellen Religionsunterricht möchte, kann ihn gerne haben, aber er soll ihn gefälligst selbst organisieren und bezahlen.

Hlsebastian
10
12.11.2011, 23:42
Dieses Volksbegehren wird genauso

absacken wie das Pro-Gesamtschul-Volksbegehren, das wir gerade über uns ergehen lassen mussten.

Die Initiatoren bekommen - trotz massiver Standard-Unterstützung - ja nicht einmal die erforderlichen Unterstützungserklärungen zusammen.

Es ist natürlich in einer Demokratie immer angebracht, über das Verhältnis von Religion und Staat zu diskutieren und nichts ist in Stein gemeißelt. Aber das bitte auf einer sachlichen Ebene - Kirchenhass und missionarische Fundi-Atheisten sind keine geeigneten Gesprächspartner für ein derartiges Unterfangen.

init.d
39
12.11.2011, 21:14
An alle Poster ...

... die sich so diebisch freuen, das dieses VB in die Hose geht: Es geht NICHT nur um einige konfess. Schulen oder um die damit verbundenen Zuschüsse - das sind einfach Peanuts! Es geht um die GESAMTEN Staatsleistungen an (speziell) der RKK un der Höhe von 2-3 Mia. Euro/Jahr! Da zahlen ALLE mit, egal ob Kathole, Muslime, oder Pastafari!
In unserer Verfassung steht irgendwas von Gleichheit, und so - das matcht nicht mit der Bevorzugung einer Gruppe mit eigenartigen psychischen Auffälligkeiten (Glauben an ein Wesen, daß angeblich die Welt erschaffen hat) Es kann ja jeder seinen persönlichen Vogel haben, nur zahle ich nicht gerne mit MEINEN Steuergeldern für die Fütterung desselben ;-)

Salz Burger
00
13.11.2011, 20:06

Ganz so einfach ist es nicht.
Schon Napoleon wusste, dass Religion ein sehr gutes Mittel ist, die Bevölkerung zu kontrollieren. Zumindest jenen Teil, der an die erfundenen Götter glaubt.
Mit Leuten, die daran glauben, dass sie nach dem Tode für irgendwelche Anstrengungen belohnt werden, kann man alles mögliche anfangen. Das ist schon einiges Wert, diese Leute unter Kontrolle zu haben. Ob es drei Milliarden sind, kann ich nicht beurteilen.

gnadevorrecht
131
12.11.2011, 21:13
Selbst wenn man in Österreich wie in den Jahren 1938 bis 1945 geschehen ist, das Konkordat für nichtig erklären sollte,...

... ist die Kirche nicht umzubringen: Es ist die Kirche des HERRN.

Alle totalitären, atheistischen und antichristlichen Regime, die versucht haben, die Kirche zu vernichten, sind gescheitert und letztlich auf der Müllhalde der Geschichte gelandet.

Tausende Priester waren im KZ, viele wurden ermordet. Doch es hat sich gezeigt: Liebe ohne Macht ist stärker als Macht ohne Liebe. Denken wir nur an Maximilian Kolbe.

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