Ungarn belastet Ottakringer beim Bier

11. November 2011, 12:17
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Die Brauerei Pecsi Sörfözde (Pecs) sieht sich starkem Preisdruck ausgesetzt - Näheres zum wahrscheinlich steigenden Bierpreis gibt es in drei Wochen

Wien - Der börsenotierte Brau- und Wasserkonzern Ottakringer wird in der Biersparte heuer aus Ungarn beeinträchtigt. Die dortige Brauerei Pecsi Sörfözde (Pecs) sieht sich starkem Preisdruck ausgesetzt, außerdem spürt man die ungünstige Entwicklung des Forint. Damit liegt bei Ottakringer das gesamte Geschäftsfeld "Brauereien" weiterhin hinter den Erwartungen, schrieb der Vorstand am Freitag im Aktionärsbrief per Ende September.

Trotz gestiegener Rohstoff- und Energiepreise und der "nicht optimalen Entwicklung" in der Brauereisparte geht Vorstand Sigi Menz davon aus, dass 2011 das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) des Gesamtkonzerns das Vorjahresniveau erreicht. Ergebnisse werden im Aktionärsbrief allerdings nicht genannt, zumal wegen des weiteren Konzern-Umbaus auch die Vorjahreszahl (EGT: 13,9 Mio. Euro) nicht vergleichbar ist.

In Österreich steht in der Bierbranche wieder eine Bierpreiserhöhung im Raum. Ottakringer selbst will sich in drei bis vier Wochen näher dazu äußern, verlautete heute zur APA.

Die Vergleichsdaten 2010 enthielten noch nicht die Ziffern von Pecs und der Töchter Kolarik & Leeb sowie Trinkservice GmbH, da sie erst mit Stichtag 31. Dezember 2010 in den Konsolidierungskreis hereinkamen.

Im Geschäftsfeld Mineralwasser (Vöslauer) soll der Umsatz 2011 leicht über und das Ergebnis auf Vorjahresniveau liegen.

Höhere Umsätze

Durch die Hinzurechnung der heuer (durch "familieninterne" Umschichtungen) neu unter Konzerndach gekommenen Gesellschaften erreicht der Ottakringer-Konzern heuer höhere Umsätze. Aber auch bereinigt sollte es etwas mehr sein: "Trotz der anhaltend schwierigen allgemeinen Wirtschaftslage und des harten Wettbewerbs gehen wir davon aus, dass auch bei Herausrechnung dieser Konsolidierungseffekte ein leichtes Umsatzwachstum erreicht werden kann", heißt es im Zwischenbericht. Ottakringer beschäftigt konzernweit 830 Leute.

Wegen der guten Entwicklung im 3. Quartal lagen die Verkaufszahlen der Ottakringer Brauerei AG nach neun Monaten mit 560.800 hl um 1,6 Prozent leicht über dem Vorjahr, davon entfielen 460.283 hl (plus 1,3 Prozent) auf Bier. Für das 4. Quartal werden aber Rückgänge erwartet. Deshalb geht der Vorstand davon aus, dass die Verkaufszahlen 2011 leicht unter Vorjahr zu liegen kommen.

Die Vöslauer Mineralwasser AG hat bis September mit 2,172 Mio. Hektoliter (minus 1,2 Prozent) den Rekord vom Vorjahr verpasst, weil das Wetter im Sommer nicht passte. 1,67 Millionen hl der Menge waren Mineralwasser (minus 2,1 Prozent), leicht zugelegt hat die Firma bei "Near Water" und Limos. Im Gesamtjahr wird beim Verkauf das Vorjahresniveau erwartet.

Die Ungarn-Biertochter in Pecs verkaufte bis September zwar mit 395.733 hl um 11 Prozent mehr Bier, vor allem dank höherer Exporte. Die Deckungsbeiträge sind aber gesunken, weil eine "aggressive Preispolitik" gefahren wird. Fürs Gesamtjahr wird hier zwar mehr Umsatz erwartet, aber ein schwächeres Ergebnis.

In den ersten neun Monaten hat der Ottakringer Konzern 166,7 Mio. Euro umgesetzt (Vorjahr, ohne Pecs etc.: 125,2 Mio. Euro). Davon entfielen 82,9 (Vorjahr: 62,3 Mio. Euro, ohne Pecs & Co) auf die Sparte Bier. Mit Mineralwasser setzte der Konzern bis Ende September 69,8 (68,86) Mio. Euro um. Der Rest entfiel auf Handels- und andere Umsätze. Bereinigt um die Konsolidierungseffekte meldet der Konzern bis September etwa 2 Prozent mehr Umsatz. (APA)

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