Nutzerdaten

Wikileaks: Twitter muss Ermittlungen unterstützen

11. November 2011, 12:06
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Internet-Kurznachrichtendienst muss Staatsanwaltschaft Informationen zu Benutzerkonten übergeben

Twitter muss der Staatsanwaltschaft laut der Entscheidung eines Bundesrichters im US-Staat Virginia vom Donnerstag Informationen über Nutzerkonten übergeben. Hintergrund sind Ermittlungen derBehörden, wie geheime Dokumente zur Enthüllungsplattform Wikileaks gelangen konnten. Eine der Betroffenen und die Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) äußerten sich enttäuscht.

Private Informationen

In dem Streit geht es insbesondere um die IP-Adresse, also die eindeutige Computerkennung, bei der Veröffentlichung bestimmter Tweets (Kurzmitteilung). Richter Liam O'Grady wies am Donnerstag in Alexandria im US-Staat Virginia die Beschwerde der drei Betroffenen zurück, dass mit der IP-Adresse auch private Informationen über ihren Aufenthaltsort verbunden seien. Wenn Twitter gezwungen werde, mit den Ermittlern zusammenzuarbeiten, wäre dies eine Verletzung der Privatsphäre und käme einer Aushebelung der Meinungsfreiheit gleich - so das Argument der Anwälte von drei Twitter-Nutzer Für die Richter jedoch ist eine IP-Adresse nicht anders zu bewerten als eine Telefonnummer.

Kritik

"Mit dieser Entscheidung sagt das Gericht allen Nutzern von Online-Diensten mit Sitz in den USA, dass die US-Regierung einen geheimen Zugang zu ihren Daten hat", kritisierte die isländische Parlamentsabgeordnete Birgitta Jonsdottir, eine der drei Personen, deren Daten die US-Justiz beantragt hat. Die Entscheidung sei "ein großer Schritt rückwärts für das Vermächtnis der USA in der Meinungsfreiheit und beim Recht auf Privatsphäre."

Mit dem Urteil bestätigte der Bezirksrichter eine Entscheidung von Bundesrichterin Theresa Buchanan vom März dieses Jahres. Diese befand, mit der Übergabe der Daten würden keinerlei Persönlichkeitsrechte verletzt.

Offenlegung der Anweisung

Der Richter lehnte auch die Forderung der Kläger nach Offenlegung der Anweisung an Twitter zurück. Die Vereinigten Staaten hätten ein "zwingendes Interesse zum Schutz ihrer andauernden Ermittlungen" und dieses wiege höher als die Interessen der Betroffenen und das öffentliche Interesse, befand O'Grady. Von dieser Offenlegung erhofften sich die Kläger Hinweise darauf, ob auch andere Internet-Unternehmen angewiesen wurden, Daten preiszugeben. Twitter hatte von sich aus seine Mitglieder von der Anweisung der Justiz informiert.

Betroffen von der Anordnung sind neben Jonsdottir auch der US-Programmierer Jacob Appelbaum und der Niederländer Rop Gonggrijp. Alle drei - ebenso wie zahllose weitere Twitter-Nutzer - haben sich vor allem im Herbst vergangenen Jahres über den Wikileaks-Gründer Julian Assange und die Veröffentlichung von internen Memos aus US-Botschaften in aller Welt geäußert. Die US-Regierung versucht seit längerem, gegen Wikileaks vorzugehen, weil sie die Enthüllungen von geheim eingestuften Diplomatendepeschen sowie Militärberichten über die Kriege im Irak und in Afghanistan für illegal hält.

Ermittlungen gegen Assange

In London fürchtet Assange, dass er nach der Anordnung der britischen Justiz zu seiner Ausweisung nach Schweden anschließend in die USA ausgewiesen werden könnte. Die schwedische Justiz ermittelt gegen ihn wegen sexueller Nötigung. (APA)

Kommentar posten
12 Postings
Nr.3645
00
31.12.2011, 15:34
web 3.0

totalüberwachung. scheinrechtsstaat.

ofo2
 
00
30.11.2011, 10:18
Der hier ist wohl unglaublich

Vereinigten Staaten hätten ein "zwingendes Interesse zum Schutz ihrer andauernden Ermittlungen" und dieses wiege höher als die Interessen der Betroffenen und das öffentliche Interesse.

smeexseus ...
 
00
14.11.2011, 03:53
Leute tut´s was ! PaperstormAT

http://paperstorm.rockt.es/

(IRC) Chat:

irc://irc.anonnet.org:6667/PaperstormAT

NewMedia
04
12.11.2011, 16:18
Datenschutz 2.0

Vielleicht erkennen die Leute jetzt endlich, dass jedweder Datenschutz bei einem US-Unternehmen egal ist, da bei Ermittlungen Daten hergegeben werden müssen. Das gilt für Twitter genauso, wie für Facebook, etc...

Ich weiß, dass viele Leute (mich eingeschlossen) nicht auf alles verzichten können oder wollen, aber man sollte sich zumindest der Situation bewusst sein.

JosefGott
01
12.11.2011, 09:51
Man muss halt erst USA in die Demokratie zurückbomben,

damit es wieder das Land der unbegrenzter Freiheit wird. Momentan haben Terroristen offenbar das Land in die Knie gezwungen und daraus eine Militärdiktatur gamacht.
Meine Hochachtung an die hervorragende Arbeit der Terroristen und ein HaHa an Amerikaner die nicht erkannt haben dass ihnen die Terroristen die Freiheit genommen haben.

Dramaqueen
01
11.11.2011, 18:46
Birgitta Jonsdottir ist der Finanzwelt ein Dorn im Auge

hier ist sie im Keiser-Report ab 14,15min.:

http://rt.com/programs/... ax-keiser/

Menschen, die die Wahrheit sagen...sind leider immer schon verfolgt worden.

maruh
00
11.11.2011, 17:05

"In dem Streit geht es insbesondere um die IP-Adresse, also die eindeutige Computerkennung,…"

seit wann ist die ip eine eindeutige computerkennung?

meinrad
00
12.11.2011, 13:26
ned nur des,

mit der lässt sich sogar der benutzer identifizieren! frag mal die musikindustrie!

maruh
00
12.11.2011, 13:33
lmao

Onkel Gans
16
11.11.2011, 13:06
"Die Vereinigten Staaten hätten ein "zwingendes Interesse zum Schutz ihrer andauernden Ermittlungen" und dieses wiege höher als die Interessen der Betroffenen und das öffentliche Interesse, befand O'Grady"

http://www.youtube.com/watch?v=SMUq3ilOIig

Eure Charlton Heston Fratzen haben hier so viel verloren
Wie die Trisofressen uns'rer bundesdeutschen Glatzen!
Auf der Arschlochskala könnt ihr obermegamäßig punkten
Bomberjacke, Amifrack, ein und dasselbe Faschopack!

meinrad
03
12.11.2011, 13:28

da sieht man, dass die staaten (leider ned nur die usa allein) sich bereits als selbstzweck verstehen, und nicht als im dienst des volkes stehend.

NONE
00
11.11.2011, 13:26

Erinnert an Rammstein 2.0

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