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Das Buchcover der im Oktober erschienenen Lebensgeschichte des Betrügers Heinrich Kieber.

Heinrich Kieber ist seit 1997 bei Interpol zur Fahndung ausgeschrieben.

Autor Sigvard Wohlwend: "Es war mir eine Ehre, dieser Lebensgeschichte nachspüren zu dürfen."
Der Liechtensteiner-Steuerskandal steht und fällt mit einer Person: Heinrich Kieber. Der 46-Jährige Ex-Mitarbeiter der liechtensteinischen LGT-Bank verhökerte eine CD mit Kontodaten von tausenden mutmaßlichen Steuersündern an Finanzbehörden in Deutschland, den USA und Australien. Und erkaufte sich so seine Freiheit. Wie es dazu kam, versucht Sigvard Wohlwend in seinem kürzlich erschienenen Buch "Der Datendieb" zu erklären, das er jüngst in Wien präsentierte.
Heute lebt Kieber dank eines Zeugenschutzprogramms unter einem neuen Namen, wahrscheinlich in seinem Traumland Australien. Doch wie kam es dazu. Wie war die Kindheit dieses Mannes? Inwiefern war sein Weg zum Betrüger vorgezeichnet? Mittels minutiöser Recherche zeichnet das Buch das Porträt eines berechnenden Hochstaplers, der nicht erst mit seinem Steuer-Deal zum Gesetzesbrecher wurde. Und entegen der öffentlichen Wahrnehmung in Deutschland und Österreich dabei keinesfalls in Robin-Hood-Manier agierte.
Das Heimkind Kieber lebt auf Kosten anderer
Und das liest sich so. Heinrich Kieber wurde 1965 im liechtensteinischen Mauren, fünf Kilometer vom österreichischen Feldkirch entfernt, geboren. Nach der frühen Trennung seiner Eltern, wächst der extrem geltungsbedürftige Junge im Waisenhaus auf. Mit 16 fährt er mit seinem Moped den ganzen weiten Weg nach Barcelona. Eine Tante, die dort Nonne ist, verhilft ihm auf die angesehene Schweizer Schule in der katalanischen Hauptstadt. Heinrich gibt sich als Sohn reicher Eltern aus. Es ist das erste Mal, dass er in eine andere Rolle schlüpft.
Nach einem Jahr kehrt er in seine Heimat zurück. Zuerst macht er eine kaufmännische Lehre, dann arbeitet er einige Jahre für die Fluglinie Swiss Air. Doch vom gesitteten Leben hat er bald genug. Er will nach Australien. Dorthin will er aber auf Kosten anderer. Kieber leiht sich einen teuren Wohnwagen aus, nur um ihn danach als gestohlen zu melden. In Wirklichkeit aber versteckt er das Gefährt und fährt damit mit gefälschtem Kennzeichen bis nach Pakistan, von wo aus er es dann in sein Traumland Australien verschifft. Ab diesem Zeitpunkt bewegt sich Kieber praktisch jahrzehntelang jenseits des Gesetzes. Er begeht einen Versicherungsbetrug in Neuseeland, nutzt den Gutglauben eines spanischen Geschäftspartners, um mit einem wertlosen Scheck eine Wohnung in Barcelona zu kaufen und sofort zu verkaufen. Obwohl er dabei letztendlich immer ertappt wird, erwischt man ihn nie. Sucht man ihn in Neuseeland, ist er schon in Spanien, sucht man ihn dort, ist er wieder zurück in Liechtenstein.
Die Fürsten-Bank lässt den Betrüger Daten kopieren
Doch die Spanier wollen Kieber wegen seines Immobilienbetrugs nicht ziehen lassen. 1997 wird er in Abwesenheit verurteilt und zur Verhaftung ausgeschrieben. Das Fürstentum wird um Rechtshilfe gebeten. Im entscheidenden Moment gelingt es dem Betrüger aber, die liechtensteinischen Behörden auf seine Seite zu ziehen. Man würde ihn erpressen, behauptet er. Kieber macht sich vom Täter zum Opfer. Offiziell ist er mittellos, beziehe Sozialhilfe. In Wirklichkeit sind auf einem geheimen Nummernkonto Hunderttausende Schweizer Franken gebunkert, die Kieber mit seinem unrechtmäßigen Wohnungsverkauf ergaunert hat.
Da die Liechtensteiner zunächst nicht wissen, wer da denn Recht hat, zieht sich das Verfahren in die Länge. Kieber bekommt die Zeit, die er braucht, um an seiner Lebensversicherung zu basteln. Denn ab 1999 arbeitet er bei der liechtensteinischen LGT-Bank. Sein Aufgabengebiet: Das Digitalisieren von Kundendaten und Geschäftsprotokollen. Bald merkt der aufgeweckte Mitdreißiger, dass viele ausländische Vermögende das liechtensteinische Bankgeheimnis zur Steuerhinterziehung nutzen. Als er dann 2002 aufhört zu arbeiten, hat er längst Tausende Kundendaten auf private CDs kopiert.
Als sich die Schlinge der Justiz immer enger um Kieber zieht, mittlerweile arbeiten auch die liechtensteinischen Behörden gegen ihn, reagiert dieser. Er bietet dem Fürsten von Liechtenstein, Johannes Adam Ferdinand Alois Josef Maria Marko d'Aviano Pius von und zu Liechtenstein, kurz Hans Adam, einen Deal an: Heikle Steuerdaten befänden sich in seinem Besitz, von einer Veröffentlichung derselben sehe er nur ab, wenn die aus Spanien erhobenen Vorwürfe ohne große Konsequenzen blieben, droht er aus dem deutschen Berlin. Hans Adam willigt ein. Nicht ohne sich zuvor vom bekannten Kriminalpsychologen Thomas Müller ein Gutachten zu holen, demzufolge von Klieber "keine Bedrohung" mehr auszugehen scheine. Das war 2003. Autor Wohlwend meint, Müller sei wohl "seinem Meister begegnet“.
Kieber wechselt auf Seiten der Geheimdienste
Schließlich steigt Kieber mit zwölf Monaten auf Bewährung sehr glimpflich aus. Hans Adam gibt sogar 2005 einem Gnadengesuch statt. Kieber erhält dadurch für private Zwecke ein tadelloses Führungszeugnis. Einzige Auflage: Sich nichts zuschulden kommen zu lassen, sonst wird sein Strafregister wieder geöffnet und seine gerichtliche Verurteilung scheint wieder auf.
Doch dem Datendieb ist des Fürstens Gnade zu unsicher. Käme seine Vorstrafe wieder hinter dem Vorhang hervor, dann stünden seine Chancen auf eine dauerhafte Niederlassungbewilligung in Deutschland oder Australien denkbar schlecht. Kieber dreht den Spieß um. Berechnend wie er war, vielleicht auch aus Selbstschutz, sucht er ab diesem Zeitpunkt die Protektion der Behörden in Australien, Deutschland und den USA. Sein Deal: Steuereinnahmen gegen Freiheit und eine neue Identität. Die Staaten stimmen zu, der deutsche Geheimdienst gibt ihm eine neue Identität. Freies Geleit, in der Bundesrepublik gibt es sogar 4,2 Millionen Euro als Extrazuckerl, in den USA soll Kieber mit 30 Prozent an den so errungenen Steuereinnahmen beteiligt sein.
"Mein Gehirn, das funktioniert ein wenig anders"
Dazu braucht es eine gehörige Portion Coolness. Und die hat Kieber: "Mein Gehirn, das funktioniert ein wenig anders", soll er in Anwesenheit von australischen Steuerfahndern zu Protokoll gegeben haben. Heute wird Heinrich Kieber zwar von Interpol gesucht. Aber viele Länder, darunter Deutschland, schlagen das Rechtshilfeansuchen von Liechtenstein aus. Der Grund: Man glaubt, dass die Kieber'schen Enthüllungen für den Staat von Sicherheitsinteresse sind. Es soll gewährleistet bleiben, dass der Mann auch in Zukunft dem deutschen Staat zu seinem Recht verhilft. Die Steueroase Liechtenstein habe Anlass zu wissen, dass in ihr unversteuertes Geld angelegt wird.
Rein ökonomisch gibt die Realität dem deutschen Fiskus Recht. So spülte allein der prominenteste Steuersünder, Ex-Deutsche-Post-Chef Klaus Zumwinkel, 4,9 Millionen Euro an Steuernachzahlungen und Strafgeldern herein. Das ist mehr, als die Bundesrepublik für den gesamten Datensatz bezahlt haben dürfte.
Vom Datendieb selbst wird die Welt noch hören, so Autor Wohlwend. "Wenn wir in 15 Jahren hören, ein Immobilienbetrüger in den USA habe sich als Heinrich Kieber entpuppt, dann würde mich das nicht wundern." (Hermann Sussitz, derStandard.at, 14.11.2011)
Person Sigvard Wohlwend schloss 1993 die Journalistenschule St. Gallen ab und ist seither als freier Journalist tätig. Gemeinsam mit Sebastian Frommelt realisierte er den Dokumentarfilm "Heinrich Kieber – Datendieb" (2010).
Buch Sigvard Wohlwend: "Der Datendieb - Das unglaubliche Leben des Hochstaplers Heinrich Kieber", ISBN 978-3-86789-145-5, VP 20,60 Euro (A)
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Ein Rechtstaat darf kein Verbrechen unterstützen um andere Verbrechen aufzuklären.
Mit dem kleinen Liechtenstein macht mans halt, bei USA oder China wärs schon anders.
Wie halt üblich in üblen Verbrecherkreisen...
Ohne - selbst kriminell verfahrende - Informanten aus der Szene könnte man jede Art der Verbrechensbekämpfung sofort einstellen. Die Kooperation mit Personen aus Grenzbereichen ist wohl weltweit der Usus. Anrüchig für manche, aber unvermeidlich. Wer sich die Hände nicht dreckig machen will, nimmt ein Erblühen des Kriminals in Kauf und soll das dann einmal den Opfern erklären.
Jener Datendieb hat Datenschutzbestimmungen gebrochen, die dem organisierten Steuerbetrug dienen. Ich würde mir das auch von jedem anständig empfindenden anderen Menschen erwarten. Dass man das in Österreich und Deutschland unterschiedlich sieht, hat auch so seine Gründe.
war vor jahren eine doku über den. ein übler typ, der freunde und verwandte beschei**t, ein ganz mieser charakter.
befremdlich, wenn solchen menschen eine art von genialität unterstellt wird, obwohl sie sich einfach nur niedrigsten instinkte skrupellos hingeben.
1. ein rechtsstaat der sich nicht an seine gesetze hält ist kein rechtsstaat und brauch auch demnach keine gesetze mehr wenn sie je nach bedarf ausgelegt werden.
2. heinrich kieber ist ein international geuchter betrüger der schon sein ganzesd leben lang leute betrogen hat. jetzt wird er mit internationalen haftbefehl wegen geheimnissverrat etc. (wie assange, vanunu etc.) gesucht, nur hat wird er vom deutschen geheimdienst versteckt und wurde mit einer neuen identität ausgestattet. de facto verstösst schland damit gegen internationale gesetze und macht sich der anstiftung des datendiebstahls und des geheimnisverrats schuldig sowie der mithilfe und verdeckung der witschaftsspionage sowie hehlerei.wow gott sei dank lebe ich in schland
Solange es ein Geschäft für den Staat ist gönne ich dem jeden Euro.
Alternativ hätten ja die Banken dafür sorgen können dass man bei ihnen kein Schwarzgeld hinterlegt.
Die Banken werden dafür nicht einmal ordentlich zur Rechenschaft gezogen...
die figuren welche das geld auf die seite schaffen,
dann nachher nach der justiz krähen - man sollte den steuersündern dann noch besser kontrollieren, wie ist er zum geld gekommen, haben andere dafür ihren job einbüssen musen usw. -- das ein betrüger eine steuercd anbietet ist schon eine persiflage von sich selbst aber schwerstens legitim, denn wer linke dinge baut sollte sie dann so basteln das kein hilfsarbeiter das entlarven kann ...
wer seine Meinung sehen will:
http://www.google.com/url?sa=t&... NDKplsNLIQ
....STEINBRUECK!!!! Dieser Kriminelle wird in D hochgelobt und als Kanzlerkandidat gehandelt, er befuerwortet heute noch den Ankauf von gestohlenem Datenmaterial und leistet dem Datendiebstal Vorschub. Das ist der wahre skandal, und wenn mich nicht alles taeuscht ht die Mehrheit der Hirnis die hier posten dafuer noch Sympathie. Es gibt kruzituerken nochmals Gesetze und an die hat sich JEDER zu halten.
stehen sie auch auf so einer cd als steuerbetrüger.
also wenn sie sich an die gesetze halten und die steuer nicht betrügen sondern zahlen brauchen sie sich doch nicht aufzuregen.
also mir und vielen anderen ist jedes mittel recht um dieses elendige gesindel, dass die steuer betrügt zu fasse.!!!!!!
Also das, was der Steinbrück in D gemacht hat, hätte ich mir in Ö gewünscht. Ein Finanzminister, der diejenigen schützt, die ihre Abgaben leisten, und diejenigen verfolgt, die das nicht getan haben.
In Ö ist das ziemlich genau umgekehrt.
Einer mit Mumm - für mich eine der wenigen Lichtgestalten im momentanen Politikgetriebe.
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