Belarus in der Krise

Lukaschenko stellt seiner Regierung Ultimatum

11. November 2011, 10:57

Sechsmonatige Frist für grundlegende Änderung der Lage in Weißrussland

Minsk - Der Präsident von Weißrussland (Belarus), Alexander Lukaschenko, hat seiner Regierung ein Ultimatum bis Mai 2012 gesetzt, um die schwere Wirtschaftskrise in der ehemaligen Sowjetrepublik in den Griff zu bekommen. Innerhalb der nächsten sechs Monate müsse sich die Lage grundlegend ändern, sagte Lukaschenko nach Medienberichten vom Freitag. An die Adresse des Kabinetts fügte der autoritär regierende Präsident hinzu: "Dies ist ihre Frist". Weissrussland durchlebt seit Monaten eine dramatische Wirtschafts- und Finanzkrise.

Die Inflation liegt bei mehr als hundert Prozent seit Jahresbeginn. Konsumgüter sind knapp, der Staat ist nahezu bankrott. Die Verantwortung dafür hat Lukaschenko der Regierung zugewiesen, die allerdings in ihren Handlungen vollständig von den Direktiven des Staatspräsidenten abhängig ist. Die weißrussischen Geschäftsbanken stehen vor dem Zusammenbruch. Wie Griechenland leidet Weißrussland unter einem strukturellen Mangel an Wettbewerbsfähigkeit. Nach seiner umstrittenen Wiederwahl im Vorjahr wurden gegen Lukaschenko vom Westen Sanktionen verhängt. Der Präsident hatte zuletzt EU und USA einen Neubeginn in den Beziehungen angeboten. (APA)

Standard Leser4
 
11
11.11.2011, 17:37
Konsumgueter sind knapp ?

Meinen Sie die importierten Westautos? Die sich sowieso niemand kaufen kann. Oder was meinen Sie? Die Geschaefte sind bis zur Decke gefuellt, gestern hatte ich Zutaten fuer Paella in 3 Minuten am Markt gekauft, es fehlte gar nichts. Preis alles zusammen fuer 5 Personen ca 5 Euro. Also was fehlt?
Koennen Sie konkreter werden ? Nocheinmal zum langsam mitlesen. Anfang des Jahres haben die Weissrussen durch den Tausch Ihrer Rubel in USD u EURO einen Run auf die Banken ausgeloest, d zur Folge hatte das die National Bank keine Devisen mehr am freien Markt anbot. Nun nachdem der Rubel 200 % abgewertet ist, kommen die Ersparnisse unter der Matratze hervor, der Stueckumsatz ist gewaltig.
Die Krise kommt erst, wenn die USD u EUR aufgebraucht sind.

Wladimir Burdajewicz
 
01
11.11.2011, 19:26
Die Geschaefte sind bis zur Decke gefuellt, gestern hatte ich Zutaten fuer Paella in 3 Minuten am Markt gekauft, es fehlte gar nichts.Was für Blödsinn erzählen Sie da. Sie kommen aus dem "Westen" und können sich das leisten .

was der Weißrusse nur träumen kann. In der letzten Zeit wurden Preise für Lebensmittel. Treibstoff, Transport, Vodka (von 7% auf 28%) und Zigaretten (Fiskus Steuer11%), angehoben. Medikamente wurden zwischen 70 und 75% angehoben (weil Importeure müssen Medikamente zu Herstellungspreisen bezahlen). Auch Verkehrsbetriebe in den Städten ziehen Preise hinauf. Private Busunternehmer (Marschtutek) verlangen auch das dreifache. Wie "Nowosti" berichtet in Minsk zahlt man für eine Fahrt mit der stadttlichen Verkehrsbetriebe statt 300 Rubel 1100. Strom und Wärme sind um 15% angehoben (von 1 Okt). Die Pensionierten bekommen 22% mehr Rente was eine Mindestrente von nicht ein mal 100€ beträgt. Inflation bis 20 Okt lag bei 84%. Es lebe Planwirtschaft!!

Standard Leser4
 
00
12.11.2011, 13:49
Sehen Sie den kleinen Unterschied, in Polen 1980 konnte ich nicht einmal mit USD etwas zum Essen kaufen !

Uebrigens einige kleine Fehler in Ihrem Kommentar:
In einer Kleinstadt wie Grodno hat die Busfahrkarte 800 Rubel gekostet/ nicht 300 wie Sie meinen/ und kostet jetzt 1.100. In Minsk d Metro von 950 auf 1350 Rubel. Wobei 1 Euro 12000 Rubel sind, ohne Schwarzmarkt. Der Benzin ist noch 5360 Rubel Liter 95 und wird sein 5550 also 45 EUR cent d Liter ich bin sicher in Polen ist er genauso billig! Oder doch nicht ? Vodka kostet 1 Euro per 0.5 Ltr. Private Marshrutki haben die Preise von 1.800 auf 2.500 angehoben, Wo sehen Sie hier 3 fach ? Zigaretten kosten 2.900 Rubel oder Import 14.500. Bei einer Abwertung von 200 % ist eine Inflation von etwa 100 % ein Gewinn von 100 % fuer die Bevoelkerung die sich vorher mit USD eingedeckt haben Seite 2

Wladimir Burdajewicz
 
00
12.11.2011, 14:18
Sehen Sie den kleinen Unterschied, in Polen 1980 konnte ich nicht einmal mit USD etwas zum Essen kaufen !

Drum haben die Polen in eigene Hände ihr Schicksal genommen und 9 Jahre später haben das Regime abgelöst. Die Frage ist nicht was der Österreicher sich im Osten leisten kann, sondern was Einheimischen davon haben. Ich kaufe auch in Polen um 100€ und in Österreich müsste ich das dreifache hinblättern. Also die Dinge aus der Sicht der Einheimischen betrachten und nicht westliche Maßstäbe der Käufer verwenden. Übrigens in Polen Spritpreise reguliert der Markt und nicht eine Planwirtschaft, die stark von Russland abhängig ist.

Standard Leser4
 
00
14.11.2011, 12:55
Bei den Preisen wuerde ich sogar eine Planwirtschaft loben...

Na wieder mal auf die wichtigste Frage nicht eingegangen, diese waere; Kann man sich im sogenannten von der Planwirtschaft befreiten Polen mit 700 PLN etwa 175 Euro, genausoviel leisten wie in Weissrussland mit 75 Euro ? Um Ihr Gedaechtnis aufzufrischen in Warszawa war bisher d Busticket 2.80 PLN ab 16 August ist es 3.60 PLN also um 25 % mehr. Hoppla da ist ja die Preiserhoehung im Krisenland Weissrussland von 6 cent auf 8.5 cent gar nicht so arg, oder ? Die anderen wichtigen Preise zum Beispiel wie Sie sagen Kartoschki, wollen wir erst gar nicht eingehen, in Weissrussland kosten sie am Markt 12 Euro cent 1 Kg, Zucker 1 Kg ist 60 cent und in Polen ? Mindestens d 3 fache, oder ?

Standard Leser4
 
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12.11.2011, 14:04
Seite 2

Die Mindestpensionen sind etwa 75 Euro, also auf dem Niveau des viel reicheren Russland. Eine Bonifaktion von 50 Euro im Sommer gab es zu der 22 % Erhoehung, mehr hat der Staat nicht. Um in Polen eine Mindestrente von 700 Ztl/Vergleichen Sie mal die Preise Polen - Belarus / zu bekommen muss man mindestens 30 Jahre in guter Position gearbeitet haben. Die Armut im Rentenalter ist daher im "reicheren" EU Polen genauso stark ausgepraegt wie in Belarus, Ukraine oder Russland.
Im uebrigen sollten Sie nicht die Propagandaluegen von Rian Novosti nachplappern. In Weissrussland gibt es so wie in den Kreisky Jahren in Oesterreich eine starke Verstaatlichte Industrie, von eine kommunistischer Planwirtschaft ist d Land aber bereits weit entfernt.

It'tksirkrk
01
11.11.2011, 16:51
Das ist echt cool!

Kann endlich unseren Politikern auch irgendwer befehlen, in sechs Monaten die Wirtschaft und die Finanzen zu sanieren?

Oder geht das vielleicht doch nicht so einfach?

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