Durch ruhige Zonen hoch über der Donau

  • Um diese Jahreszeit ist es bei der Schlögener Schlinge ruhig.
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    Um diese Jahreszeit ist es bei der Schlögener Schlinge ruhig.

  • Gesamtgehzeit 3½ Stunden, Höhendifferenz etwa 250 Meter. Gasthaus in Inzell (um diese Jahreszeit möglicherweise schon 
geschlossen), Hotel in Schlögen. ÖK25V Blatt 3318-Ost (Rohrbach in 
Oberösterreich), Maßstab 15.000; Wanderkarte "Natur erleben auf 
bayerisch-oberösterreichischen Donauwegen", Maßstab 1:40.000
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    Gesamtgehzeit 3½ Stunden, Höhendifferenz etwa 250 Meter. Gasthaus in Inzell (um diese Jahreszeit möglicherweise schon geschlossen), Hotel in Schlögen. ÖK25V Blatt 3318-Ost (Rohrbach in Oberösterreich), Maßstab 15.000; Wanderkarte "Natur erleben auf bayerisch-oberösterreichischen Donauwegen", Maßstab 1:40.000

Bei einer Runde von der berühmten Schlögener Schlinge über den Steinerfelsen ist ein "Aussichtsszuschlag" einzurechnen

Es ist kurios, dass einer der schönsten Abschnitte des Donautales - zwischen Engelhartszell und Aschach - keinen eigenen Namen hat, obgleich das Gebiet an landschaftlichem Reiz und an Sehenswürdigkeiten um nichts dem Strudengau oder der Wachau nachsteht. Die Hänge links und rechts des Stromes heißen Donauleiten, zwischen ihnen ändert der Strom bei Schlögen und Inzell seinen Lauf um 180 Grad. Bekannt ist nur die Schlögener Schlinge, die nicht minder imposante Schleife beim nahen Inzell findet - zu Unrecht - wesentlich weniger Beachtung.

Eine Wanderung über die Höhen oberhalb des rechten Donauufers beschert einen imposanten Eindruck von der Romantik und Einmaligkeit dieses Teils des Donautales, vor allem der Ausblick vom Steinerfelsen hat weit und breit nichts Vergleichbares. Nur der Text des Donauwalzers passt so gar nicht zu der Szenerie, denn der Fluss ist dort nicht blau, sondern grün; das meiste Wasser stammt vom "grünen Inn", der nur wenige Kilometer oberhalb bei Passau einmündet.

Bei Inzell ist das Tal so eng, dass neben dem Strom nur Platz für den Treppelweg bleibt. Das steile linke Ufer war Jahrhunderte lang unpassierbar und wurde erst vor wenigen Jahren durch einen aufwändigen Steig mit Leitern erschlossen.

In der Saison herrscht an der Schlögener Schlinge ziemlicher Betrieb, laute Motorboote rasen auf dem Wasser dahin, auf dem Treppelweg tummeln sich die Radler, die manchmal zu Dutzenden daherkommen. Um diese Jahreszeit aber ist es ruhig, die Fracht- und Passagierschiffe stören nicht, sie beleben nur das Landschaftsbild. Das Bundesheer hat das früher im Spätherbst übliche Übungsschießen von den "Kriegsschiffen" längst aufgegeben. Auch die Radfähren haben den Betrieb eingestellt, sodass man keinen Abstecher an das linke Ufer des Stromes unternehmen kann.

Über den Steinerfelsen verläuft auch der erst vor kurzem fertiggestellte Donau-Höhen-Rundwanderweg. Die Route weist keine Schwierigkeiten auf, zu den angegebenen Gehzeiten ist ein entsprechender "Aussichtszuschlag" einzurechnen.

Die Route: Von Schlögen folgt man den Wegweisern zum "Schlögener Blick" - dem beliebtesten Ort der Fotografen - und steigt dann bis Linetshub auf. Dort schwenkt man auf den Donau-Höhen-Rundwanderweg - auch grüne Markierung - ein und erreicht am oberen Rand der Donauleiten den Steinerfelsen. Gehzeit ab Schlögen 1¾ Stunden. Der Abstieg erfolgt in nördlicher Richtung, die Markierung gabelt sich, man wählt den Wanderweg, um gemütlich den kleinen Flecken Inzell zu erreichen. Ab Steinerfelsen eine halbe Stunde.

Unmarkiert geht es auf dem Treppelweg direkt am rechten Ufer des Stromes weiter, über die sogenannte Inzeller Platte gelangt man zu einer wenig befahrenen Straße und kehrt auf dieser zum Ausgangspunkt Schlögen zurück. Gehzeit ab Inzell 1¼ Stunden. (Bernd Orfer/DER STANDARD/Printausgabe/12.11.2011)

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