SMS über Sex-Partys bringen Strauss-Kahn in Verlegenheit

11. November 2011, 10:37
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Geschäftsmann soll Abende mit Prostituierten in Österreich, Spanien und Belgien organisiert haben

Paris - Die Enthüllungen zum scheinbar ausschweifenden Sexualleben des ehemaligen Chefs des Internationalen Währungsfonds (IWF), dem französischen Sozialisten Dominique Strauss-Kahn, nehmen kein Ende. Nach den Vergewaltigungsvorwürfen durch ein Zimmermädchen in New York und die französische Autorin Tristane Banon in Paris, bringt nun eine Reihe von SMS den ehemaligen Favoriten im Rennen um das französische Präsidentenamt in Bedrängnis. In den an einen wegen Zuhälterei in Untersuchungshaft genommenen französischen Geschäftsmann gerichteten SMS geht es unter anderem um Treffen mit Prostituierten in Wien, Madrid und Gent in Belgien.

Wie die linksunabhängige Pariser Tageszeitung "Liberation" berichtete, steht der Unternehmer Fabrice Paszkowski unter dem Verdacht, auf Kosten seines Unternehmens Abende mit Prostituierten organisiert zu haben. "Ich nehme eine Kleine mit in die Clubs von Wien am Donnerstag, 14. Mai. Möchtest Du mit einem Fräulein kommen?", schrieb "DSK" etwa am 14. Mai 2009, einen Tag vor einem Treffen mit Finanzminister Josef Pröll in Wien, an den französischen Geschäftsmann. "Kannst du mit mir kommen, um ein wunderbares Lokal für Freigeister (libertins) in Madrid zu entdecken?", liest man in einer weiteren Message vom 4. Juli 2009. Einige Tage später wollte der IWF-Chef wissen, ob Paszkowski "eine Suite mit Schwimmbad" vorgemerkt habe. Ende Juli war von einem Abend im belgischen Gent (Gand) die Rede.

"Ich werde riesige Schulden haben"

Am 13. Jänner 2010 schrieb der Sozialist an den Geschäftsmann, dass er vom 20. bis zum 27. Jänner in Washington sein werde. "Es wäre lustig, wenn du kommen könntest. Aber wenn du nicht kannst, gib mit bloß vorher bescheid", heißt es in dem SMS. Am 30. Juli 2011 machte "DSK" gegenüber seinem Freund, gegen den in Zusammenhang mit einem mutmaßlichen Prostitutionsring um das Luxushotel Carlton in der nordfranzösischen Metropole Lille ermittelt wird, ein "Geständnis": "Um zwei Uhr morgens haben wir eine Flasche Champagner zu viel bestellt, ich werde riesige Schulden haben..."

Laut "Liberation" ist in den SMS allerdings nicht bloß von Sex-Partys die Rede. Es werden vielmehr auch zahlreiche hochkarätige PS-Politiker genannt, wenn auch nicht in Zusammenhang mit den Prostituierten-Abenden. Dies zeuge vom Wille Strauss-Kahns, Paszkowski mit sozialistischen Persönlichkeiten in Verbindung zu bringen. "Perfekt für Mosco. Werde dir am Montag Bescheid geben", liest man etwa in einer Nachricht vom 21. Juni 2009 in Bezug auf den ehemaligen sozialistischen Europaminister Pierre Moscovici.

SMS geleugnet

Genannt werden weiter auch Sozialistenchefin Martine Aubry, der PS-Abgeordnete Jean-Marie Le Guen und der PS-Wahlverantwortliche Christophe Borgel. Sowohl Moscovici als auch Le Guen zählten vor dem Sexskandal zu den engsten Vertrauten von "DSK". Moscovici wies die Existenz dieser SMS am Donnerstag allerdings mit Entschiedenheit zurück, da er in der Zeit "keine Kontakte" mit "DSK" gepflegt habe.

Dominique Strauss-Kahn war am 14. Mai von einem Zimmermädchen im Hotel Sofitel in New York eines Vergewaltigungsversuchs beschuldigt und darauf in Untersuchungshaft genommen worden. Auch wenn die US-amerikanische Justiz die Ermittlungen einstellte, so bedeutete die Affäre dennoch das politische Aus für den ehemaligen Wirtschaftsminister, der die Sozialisten im Rennen um den Elysee-Palast vertreten sollte. Auch die Klage Banons gegen Strauss-Kahn, die sich auf einen Zwischenfall aus dem Jahr 2003 bezog, wurde auf Eis gelegt. Daraufhin gab Strauss-Kahn Zudringlichkeit zu. Nun beschäftigt sich nach Angaben des Fernsehsenders "France 2" die Polizei von Lille mit den SMS von "DSK" an Paszkowski. (APA)

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