E-Autos: Teurer Strom

11. November 2011, 16:48
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    foto: apa

    10 kWh Strom entsprechen etwa 2,5 Liter Diesel.

Billiger wird das elektrische Autofahren kaum, auch dann nicht, wenn man den höheren Neupreis durch die teuren Batterien gleich vergisst

Auch wenn von vielen Seiten immer betont wird, der Gesamtstromverbrauch würde durch Elektroautos nur geringfügig ansteigen, haben die Elektrizitätsversorger hohes Interesse an elektrischer Mobilität. Natürlich würde der Stromverbrauch nicht schlagartig in die Höhe schnellen, ganz einfach, weil es viele Jahre dauern wird, bis es zu einer signifikanten Vermehrung der Elektroautos kommt. Was unbestritten ist: Das E-Auto hat einen deutlich höheren Wirkungsgrad. Muss es auch haben, sonst käme man bei der immer beklagten geringen Speicherfähigkeit der Batterien nicht weit. Dennoch ist das Fahren mit Strom nicht grundsätzlich viel billiger als mit Diesel oder Benzin. Das liegt daran, dass Strom von vornherein sehr viel teurer ist. Ein Liter Diesel enthält ungefähr 10 kWh an Energie. Man bekommt ihn um knapp 1,40 Euro. Für 10 kWh Strom bezahlt ein österreichischer Haushalt rund 2,00 € inklusive aller Gebühren und Steuern.

Mit 2,5 Liter Diesel kommt man rund 50 km weit, macht 3,50 Euro. Ungefähr genauso weit kommt man mit einem Elektroauto mit 10 kWh Strom, macht an der Haushaltssteckdose 2,00 Euro. Tankt man allerdings bei einer Stromtankstelle, wird die Sache empfindlich teurer. Wien Energie etwa verlangt für das Laden eines Elektroautos 0,78 Euro pro Stunde, erklärt durch die hohen Infrastrukturkosten. Um 10,2 kWh nachzuladen (laut Anzeige im Fahrzeug), stand unser Elektroauto 4,40 Stunden an der Stromzapfsäule. Damit waren 3,90 Euro fällig. Folglich war die Rechnung höher als bei einem vergleichbaren Dieselauto an der Mineralöl-Tankstelle.

Das ist natürlich kein Grund, das Elektroauto grundsätzlich infrage zu stellen, aber eines ist sicher: Billiger wird das elektrische Autofahren kaum, auch dann nicht, wenn man den höheren Neupreis durch die teuren Batterien gleich vergisst. Und eines noch: Strom ist nicht mit Mineralölsteuer belastet. Wie wird der Staat den Steuerausfall durch Vermehrung von Elektroautos auffangen? (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/11.11.2011)

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Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 137
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1x1
00
9.12.2011, 20:09

Mein Kollege hat ein E-Auto geleast und er fährt jeden Tag damit in die Firma ( = 2 x 30 km ). Das Auto braucht dafür 8kWh. Das kostet in V 1,2 Euro.

--> pro Jahr: ~ 240€
--> mit Diesel: ~ 840€
--> mit Super: ~ 1300€

tock tock tock
00
19.11.2011, 12:50

Und jetzt die Realität:

Ein Freund von mir hat von der Firma ein E-Auto zur Verfügung gestellt bekommen (muss halt selber "tanken") ... der ist begeistert, da er sich im Vergleich zum Benzin eine *Menge* Geld spart!

Gobi Todic
00
15.11.2011, 12:19
Ein Dacia Logan

wird INKLUSIVE Motor um 5.000 Euro angeboten (nicht bei uns, aber wir wissen ja dass es anderswo geht)

Wenn man so ein Häusl mit E-Motor und ohne Nova nicht um 5.000 Euro anbieten kann fehlt der Wille - die Batterie sollte in einem allinclusive Leasingprogramm von einem Anbieter wie OMV oder BP geleast werden - und pro Tausch an der Tankstelle soll z.b. zusätzlich ein Euro anfallen.

der Pinguin
 
00
20.11.2011, 03:05
gibts schon

nennt sich better place, zb beim renault fluence least du die batterie, diese kann auch automatisiert bei ladestationen getauscht werden.

elektroauto-infos.com
 
10
15.11.2011, 02:15
Solar-Carport...

Mein nächstes Auto wird sicher ein Elektroauto sein und wenn ich dieses habe, ist es auch mein Ziel, dieses möglichst mit eigenen Photovoltaik aufzuladen.

Es gibt mittlerweile schon Carports, die speziell für E-Autos ausgelegt sind und deren Photovoltaik reichen aus, um ca. 10.000 km im Jahr UMSONST zu fahren.

Das wäre meine Antwort, um einer neuen großen Abhängigkeit, den Stromanbietern möglichst aus dem Weg zu gehen.

www.elektroauto-infos.com

Kampfposter
00
Dann bleiben wir mal am Boden:

Ein Car-Port, das halbwegs einen durchschnittlich sinnvollen Jahresenergiebedarf für ein E-Fahzueg erzeugt, hat 5 kWp, einen entsprechenden WR, die PV-Paneele und jede Menge sonstiges Equipment (Trenner, Automaten, Stromzähler, etc); dann kommt das Port dazu. Summe locker 20.000,- EURO, eher mehr. Dann das Auto, sagen wir 35.000,-. Und dann die Rechnung nochmal machen, bitte.

Staatssekretär
11
15.11.2011, 10:04

Wenn sie nachhaltig unterwegs sein möchten, müssen sie aber noch die Produktion, den Vertrieb, die Instandhaltung und die Entsorgung ihres Autos und der Batterie dazuzählen. - Ihren Anteil am Straßenbau und deren Instandhaltung. - Und natürlich der Herstellungskosten ihrer PV-Anlage.

Das müssen sie alles zusätzlich einspeisen.

Der Mann
00
15.11.2011, 10:12
Nix

Wird eingespeist ..jeder der die Möglichkeit hat wird sich unabhängig machen von der staatlichen strommafia..

Derbürger wird über Gas und Strom kontrolliert. Kann man Super in Wien sehen.

Staatssekretär
00
15.11.2011, 10:37

Mit Verlaub - nichts einspeisen zu wollen, ist nicht nur naiv, sondern auf finanziell ein Harakiri. - Konsequent wäre ja nur, wenn sie auch nichts entnehmen.

Sind sie über die Mittagszeit daheim und verbrauchen den meisten Strom? - Wenn nicht, können sie mit ihrer PV im Sommer ihr Gartenhaus klimatisieren. - Oder wollen sie Batterien kaufen (wo ist der Umweltgedanke).

Energetische Autarkie im EFH ohne Netze - das ist Steinzeit.

Der Mann
00
7.12.2011, 17:33
na

wann soll ich den strom denn verbrauchen, wenn nicht tagsüber?

am abend brennt höchstens ein lichtchen und ein fernseher.

Staatssekretär
00
7.12.2011, 17:42

Wenn der Geräuschpegel nicht stört, kann man zB die Waschmaschine per Timer in der Nacht arbeiten lassen, oder den Geschirrspüler zB - und am Morgen ausräumen.

Wenn der Wäschetrockner um 22h läuft, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Wasser den Strom dafür erzeugt hat, weit höher, wie wenn sie ihn um 18h einschalten. - So mein ich das.

Parkschwein
00
15.11.2011, 08:21

ja klar, in der sahara, und auch das nur wenn man in der nacht unterwegs ist.

Die kritische Stimme
10
14.11.2011, 13:30
Und ich dachte schon...

das wäre ein kritischer Artikel, der ein paar Zentimeter vor die Nasenspitze vulgo vordere Stoßstange schaut...

Das Problem ist eher: Wenn der Stromverbrauch durch Elektrofahrzeuge steigt, wird Strom teurer werden. Strom hat leider kein Mascherl, und so lange Elektrofahrzeuge an herkömmlichen Steckdosen aufgeladen werden können, werden alle unter den Preiserhöhungen leiden und wieder ein Quersubvention des Straßenverkehrs stattfinden.

So wie bei der MÖSt: Mauten und MÖSt zusammengerechnet decken nämlich nur ein Drittel der Straßenbau- und -erhaltungskosten, von allen anderen ganz zu schweigen. Also wäre ein Rückgang der MÖSt der richtige Anstoß zu Kostenwahrheit im Straßenverkehr!

Parkschwein
01
15.11.2011, 09:19

1. stimmt nicht
2. wer mit externen kosten rechnet muss auch mit positiven externen effekten rechnen. unsere wirtschaftsleistung wäre undenkbar ohne MIV.
3. es gibt nicht nur mauten und möst, es gibt auch nova und versicherungssteuer usw. - was sollen also diese 2 willkürlich herausgepickten zahlen?
4. wieviel % der kosten deckt nochmal ein öffi-fahrschein? oder ist u-bahn-fahren im gegensatz zum autofahren ein menschenrecht welches unhinterfragbar von der gemeinschaft zu bezahlen ist?

luke skywalker
01
14.11.2011, 20:20
Aja, und die Alternative

die hochgelobte, bei Ökofundis geradezu als heilig geltende Eisenbahn braucht laut eigenen Angaben 13-14 KWh pro 100 Passagier-kilometer (in Wirklichkeit wird man noch 30% dazurechnen müssen).

Das schafft ein alleinfahrendes E-Fahrzeug locker.

Abgesehen davon: die oft kolpotierten 38% Kostendeckungsgrad des Straßenverkehrs sind eine unglaublich Lüge und Falschdarstellung.
12 Mrd zahlt der Straßenverkehr an Steuern, gerade einmal 3,8 Mrd gehen in Straßenbau/Erhaltung.

maxfax
20
14.11.2011, 23:26
Da kennt wer den Unterschied...

...zwischen direkten und indirekten/Gesamt-Kosten nicht...

luke skywalker
01
15.11.2011, 19:16
Jaja

die kenn ich: die "Märchenwelt" der externen Kosten - noch dazu in "waaahnwitziger Höhe". Irre, und nicht nachvollziehbar.

Kommt mir so vor dass da die Öffifahrer verkrampft eine Rechtfertigung dafür suchen, dass ihnen die Öffentlichkeit 3/4 ihres Tickets subventioniert.

Staatssekretär
00
14.11.2011, 14:06

Mmm, komischerweise ist Sprit immer billiger geworden - je mehr verbraucht wurde. Auch Strom, auch Kleidung, auch Fleisch,...

Gemessen an verfügbarem Einkommen.

Dass Strom dadurch teurer wird, kann passieren, wenn nicht genügend Kraftwerkskapazitäten oder Leitungen gebaut werden - oder es die erneuerbaren in den nächsten 10, 20 Jahren nicht schaffen, konkurrenzfähig zu werden. - Beides halte ich für eher unwahrscheinlich.

OttotheBusdriver
01
14.11.2011, 08:49
Wie wird der Staat den Steuerausfall durch Vermehrung von Elektroautos auffangen?

Das ist sicher ein großes Problem. Der Staat wird seinen Bürgern sicher keine kostengünstigere Mobilität gestatten.
(Wie damals schon bei den Flüssiggasfahrzeugen so)

Aber:
nach 10 Jahren ist jeder Akku hin, dann stellt sich die Frage:
Bekomme ich den Akku für ein altes Auto noch?
Und wenn ja, was kostet das? (sicher ein Vermögen, auf jedenfall mehr als das Auto noch wert ist)

Wer jemals irgendwelche Spezialakkus für alte Geräte gesucht und gekauft hat, der kauft niemals mehr Akkugeräte.

Ein Makita Akku für einen Bohrhammer kostet mehr als ein neuer (Kabel)Bohrhammer.
Wird beim Auto genauso sein.

Der Mann
12
15.11.2011, 10:16
Unsinn

Was sie da zusammenspinnen.
So ein autoakku ist Standard. Den bekommens nach 10 Jahren eher und billiger als heute.
Einzig das Anschluss-Set müssen's weiterverwenden.

Oder bekommen sie keine Autobatterie mehr?

Man kann echt nur den Kopf schütteln, ob der unsinnigen Ideen mancher Poster.

Don schlau on
00
14.11.2011, 09:37
Diese Probleme kenn ich.

würden alle Kunden darauf Bestehen das Qualität produziert wird, und Geräte und Ersatzteile Leicht Verfügbar sind, hätten wir ein kleineres Müllproblem.
Und würden Normteile verwendet gibt es durch Konkurenz billige Ersatzteile. Allerdings müßten die Normteile Zb 24 oder 48 V 20Ah haben und je nach Hersteller in Racks zu 5-20Stück Zusammengeschalten werden, so bliebe die Freiheit der Designer erhalten.

Weil einen 200kg Klotz kann ich nicht an beliebiger Stelle unterbringen.

Parkschwein
01
14.11.2011, 11:15

das altern der batterien ist aber kein qualitätsproblem.

Staatssekretär
00
13.11.2011, 22:26
Smart Meter

Ja, im städtischen Bereich - ohne Garagenplatz ist das Aufladen des Autos jedenfalls ein Problem.

Allerdings stellt sich auch die Frage, ob man ein eigenes Auto benötigt - oder ob man nicht mit E-Bikes, E-Mopeds, E-Zweisitzerkabinenroller, weit günstiger weg kommt.

Und man wird in Zukunft das Auto am Abend in die Garage stellen und irgendwann zwischen 1 und 4h (oder wenn gerade zu viel Strom im Netz ist) wird sich der Akku laden.

Früher hieß es beim Handy auch "Reichweite" - "mein Nokia hält 10 Tage...". Heute steckt man selbstverständlich sein Smartphone jeden Abend ans Netz.

Zulu Mulu
 
312
13.11.2011, 22:22
Wieso denkt ihr immer so kompliziert?

Es wäre so dermassen einfach, wenn man nur ein bisschen Hirn hätte!

E-Autos sind in jeder Hinsicht sinnvoll, nämlich dann wenn man das ganze in einem gesamten Kontext sieht.

Beispiel: Hausbesitzer mit Solaranlage der neuesten Technologie die einen enormen Teil des Strombedarfes produziert. Zusätzlich für die Wintermonate steht ein Windrad zur Verfügung welches ebenfalls Strom produziert. Der produzierte Strom wird teilweise für den Haushalt genutzt, teilweise wird er dazu genutzt um das E-Auto aufzuladen. Sind Überkapazitäten (zB. im Sommer) vorhanden, wird der zus. Strom ins Netz gespeist...

Aber ihr mit eurer Nörglermentalität werden sowieso nie die Möglichkeiten begreifen...

Bluestone
00
14.11.2011, 06:22

Das Problem ist nur, man braucht bei der Variante immer einen Akku, der tagsüber geladen wird, während man mit dem Anderen unterwegs ist.
Und selbst dann könnte man mit einer leistbaren Solar/Windanlage auch unter güstigsten Umständen keinen Akku volladen. Ohne externe Stromunterstützung gehts nicht. Aber sicher immer noch besser, als dem E-Werk den selbstproduzierten Strom fast zu schenken.

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