KDE: Neues für Plasma Workspaces 4.8

11. November 2011, 09:12
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Entwickler Aaron Seigo gibt Ausblick auf kommende Version - Neue Lösung für Bildschirmsperre und verstärkte Nutzung von QtQuick

Mit KDE SC 4.8 soll bereits in einigen Wochen wieder eine neue Release des beliebten Linux-Desktops anstehen. Einige der anstehenden Neuerungen beschreibt nun Kernentwickler Aaron Seigo in einem Blog-Eintrag, dabei konzentriert er sich ganz auf die neue Ausgabe der Plasma Workspaces - wie man die Oberfläche selbst nennt.

Lock

So soll die Sperre des Bildschirms künftig direkt in den Fenstermanager KWin wandern, woraus sich eine Reihe von Vorteilen ergibt: Nur auf diese Weise könne man sicherstellen, dass niemals unabsichtlich Bildschirminhalte angezeigt werden, die eigentlich verborgen bleiben sollen, mit einem externen Programm sei dies de fakto unmöglich. Zudem bringt diese Lösung einen kleinen Performancegewinn, weiß KWin doch jetzt über den Screen Lock Bescheid und braucht sich um dahinter versteckte Fenster fürs Erste nicht mehr zu kümmern.

Implementation

Umgesetzt ist die neue Lösung in QtQuick/QML, womit man auch nicht zuletzt die Abhängigkeit vom klassischen X-Server weiter reduziert. Für die Zukunft soll dies andere Autorisierungssysteme jenseits von Passworteingaben einfach zu realisieren, etwas das man jetzt bereits beim vornehmlich für den mobilen Bereich gedachten "Plasma Active" einsetze, so Seigo. Die Kehrseite davon sei allerdings, dass man die klassischen XScreensaver nicht mehr unterstütze, deren Design einfach veraltet sei. Auf Sicht seien die Möglichkeiten des neuen Ansatzes aber ohnehin wesentlich spannender, werde QML doch OpenGL Shader unterstützen.

Splash

Auch an anderer Stelle setzt man verstärkt auf QtQuick, kommt doch mit KDE SC 4.8 der Support für neue Splash Screens auf dieser Basis. Auch dieser wird bei Plasma Active bereits genutzt und soll ansprechendere, animierte Designs und einfachere Entwicklung ermöglichen. Da man hier im Gegensatz zur bisher bevorzugten Lösung Qt nutze seit der neue Ansatz zwar theoretisch weniger performant, in den eigenen Tests hätten sich aber kein real wahrnehmbarere Unterschied feststellen lassen, wie Seigo versichert. Zudem bleibe der alte ksplashx-Ansatz mit KDE 4.8 vorerst noch Default.

Vermischtes

Einen deutlichen Performancegewinn verspricht man für die Bildschirmtastatur, die Funktion "Bild des Tages" im Bilderrahmen hatte bisher alle zwei Sekunden nachgeschaut, ob eine Aktualisierung nötig ist, dies hat man erheblich reduziert. Der Mechanismus zum Wechseln zwischen einzelnen Fenstern nutzt nun ebenfalls QtQuick, womit sich dessen Look in Zukunft erheblich leichter anpassen lassen soll, auch können die Inhalte der Fenster nun direkt angezeigt werden.

Update, 12:00

Kurz nach dem Erscheinen des Artikels hat KWin-Entwickler Martin Grässlin auf seinem Blog bekannt gegeben, dass die Screen-Lock-Anpassungen aufgrund von Sicherheitsbedenken es nun doch nicht in KDE 4.8 schaffen werden, sondern sechs Monate später aufgenommen werden sollen.

(apo, derStandard.at, 11.11.11)

  • Der neue Dialog für die Bildschirmsperre ist direkt in den Fenstermanager KWin gewandert.
    grafik: martin grässlin / kde

    Der neue Dialog für die Bildschirmsperre ist direkt in den Fenstermanager KWin gewandert.

  • Dank QtQuick / QML soll sich der Look zum Wechseln zwischen mehreren Fenstern leichter anpassen lassen.
    grafik: martin grässlin / kde

    Dank QtQuick / QML soll sich der Look zum Wechseln zwischen mehreren Fenstern leichter anpassen lassen.

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