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Hannes Androsch mit dem Bildungs-Neandertaler.
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Wien - Nicht allzu heftig ist der vom Industriellen und früheren SP-Finanzminister Hannes Androsch entfachte "Herbststurm" ausgefallen: Sein Volksbegehren Bildungsinitiative landete mit 6,07 Prozent ziemlich genau im Mittelfeld der nunmehr 35 Volksbegehren auf Rang 17. 383.820 der 6,327.673 stimmberechtigten Österreicher unterstützen das Volksbegehren.
Nach der absoluten Zahl der Unterschriften ist die Androsch-Initiative das erfolgreichste der bisher vier Volksbegehren zum Thema Bildung. Gemessen am Anteil der Unterstützer liegt allerdings das 1969 durchgeführte Begehren "Gegen die 13. Schulstufe" mit 6,77 Prozent (339.407 Unterschriften) um drei Ränge besser, auf Platz 14 - weil damals die Zahl der Stimmberechtigten wesentlich geringer war.
Androsch: "Ein höchst respektables Ergebnis"
"Ein höchst respektables Ergebnis" hat das Bildungsvolksbegehren aus Sicht seines Initiators, dem Ex-SP-Vizekanzler und Industriellen Hannes Androsch, eingefahren. "Das ist für uns ein Auftrag und eine Legitimation, dieses zentrale Anliegen für die Zukunft des Landes weiterzuverfolgen", sagte er bei seinem Besuch im Büro der Initiative, wo er von einem als "Bildungsneandertaler" verkleideten Schauspieler empfangen wurde. "Die Politik wird nicht daran vorbeikommen."
Androsch erwartet sich, dass Bildung auch das bestimmende Thema der nächsten Nationalratswahlen sein wird. Wer dies nicht beherzige, "wird ein böses Erwachen haben", so Androsch in Richtung der ÖVP, die sich gegen das Volksbegehren ausgesprochen hatte.
Sorger: Klarer Arbeitsauftrag
Der Grüne Bundessprecher Harald Walser sieht in dem Ergebnis ein "klares Signal für eine grundlegende Bildungsreform" - als nächsten Schritt fordert Androsch erneut Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) auf, "rasch einen Bildungsgipfel unter Einbeziehung der Parlamentsparteien, Sozialpartner und Initiativen des Volksbegehrens einzuberufen".
Für Veit Sorger, Präsident der Industriellenvereinigung (IV), ist das Ergebnis als "klarer Arbeitsauftrag" zu verstehen, dem "eine konsequente Umsetzung von Reformen im Bildungssystem" folgen soll. Auch Volksbegehren-Mitinitiator und VP-Bildungsexperte Bernd Schilcher zeigte sich erfreut ob des Ergebnisses und betonte, dass man damit "erst am Anfang" stehe. Hans Sünkel, ehemaliger Chef der Universitätenkonferenz (uniko), fordert nun "ein sofortiges Ende der Blockadepolitik in der Regierung".
Fast eine Million Unterzeichner weniger als Konferenzzentrums-Begehren
Locker genommen hat das Bildungsvolksbegehren mit den in der vergangenen Eintragungswoche (plus Unterstützungserklärungen für die Einleitung) erreichten 383.820 Unterschriften die 100.000er-Hürde für die Behandlung im Nationalrat. Behandelt wird das Volksbegehren im Parlament frühestens im Jänner. Davor tritt am 13. Dezember die Bundeswahlbehörde zur Erstellung des offziellen Endergebnis zusammen, danach läuft eine vierwöchige Einspruchsfrist. Mitte Jänner kommt das Bildungsvolksbegehren dann ins Parlament.
Hannes Androsch konnte - trotz prominenten Mitstreitern und hohem PR-Einsatz - nur um fast eine Million weniger Unterstützer für seine Anliegen gewinnen als das bisher erfolgreichste Volksbegehren. Das war jenes gegen den Bau des Wiener Konferenzzentrums, das 1982 von 1,361.562 Österreichern mitgetragen wurde und damit auf 25,74 Prozent kam.
Mit dem Anteil von 6,07 Prozent liegt Androschs Initiative knapp hinter dem Begehren "Für die Erhaltung der Neutralität" der Bürgerinitiative "Nein zur EU", das im Jahr 1996 6,21 Prozent unterschrieben. Auf Rang 18 folgt - hinter der "Bildungsinitiative" - das Anti-Privilegien-Volksbegehren der FPÖ aus dem Jahr 1987 mit 4,57 Prozent. Die nunmehr vier Bildungsvolksbegehren bekleiden - nach Prozent gereiht - Rang 14 (13. Schulstufe), Rang 17 (Bildungsinitiative), Rang 23 (Senkung der Klassenschülerhöchstzahl, 1989, 3,93 Prozent) und Rang 27 (Anti-Studiengebühren, 2001, 2,98 Prozent).(APA)
... leute, hauptschulkinder haben eine viel geringere chance auf abschlüsse und gutem verdienst. in anderen ländern wie schweden ist solche vererbbarkeit gar nicht vorhanden.
wenn man die überpriveligierten weniger priveligieren möchte ist das keine beglückung würd ich sagen.
Neu ist nicht immer besser. In der ersten Umstellungsphase werden wohl viele wohlhabende Eltern abwarten und ihre Kinder in die Privatschulen geben. Dann haben wir wieder eine Selektion. Diesmal nicht auf Basis der Noten sondern auf Basis der Brieftasche. Dieser Effekt ist besonders bei uns in der Vorstadt gefürchtet.
Rufen laut "Facharbeitermangel" in Österreich, als ob es nicht in ihren Gebahren läge, dies abzufedern und damit hinlänglich ändern. Im Bildungsvolksbegehren stand nämlich nicht dass Facharbeiterausbildung keine Bildung sei, was auch nicht stimmen würde, aber von der IV gelebt
Frag ich mich auch.
Aber vorsicht, man kann auch mit völligem Unsinn, wenn dieser auch nur mit der nötigen Vehemenz vorangetrieben wird viel Aufmerksamkeit erregen - oder etwas präziser formuliert, viel heiße Luft erzeugen.
I just call her A.S. the hottest fan in town.
rot-grüner-Wechselwähler, habe zwei halbwüchsige Töchter und widme mein Leben dem Kampf für mehr Gerechtigkeit auf allen Ebenen und dazu gehört vor allem auch eine Verbesserung des Schulwesens, insbesondere die Einführung der gemeinsamen Schule.
Zufrieden?
Der Herbststurm war nur ein Lüfterl. Konnte gestern nicht ZIB 2 sehen, habe es heute nachgeholt. Wie man einen derartigen Misserfolg so schön reden kann, wie Herr Androsch das getan hat, ist mir unbegreiflich. Für so realitätsverweigernd hätte ich ihn nicht gehalten. Ich hätte mir gedacht, er gibt diesen Flop ehrlich zu.
Jemand der den Industriellen markiert, mit den gegebenen Voraussetzungen hierzulande nicht zurecht kommt, Lohndumping betreibt und nach China ausflaggt, der kommt auch nicht klar mit den hier gegebenen Voraussetzungen für Bildung und Weiterbildung. Was tut dieser "Herr" für die Facharbeiterausbildung? Nichts!
Haben Sie das nicht bereits am frühen Vormittag gepostet; Sie müssen wirklich viel Freizeit und Durchhaltevermögen haben; ich weiß schon, Sie mögen Androsch nicht sonderlich, und haben dies auch schon ca. 50 Mal gepostet; oder schreiben Sie diese Zeilen gegen Bezahlung? Wieviel bekommt so dafür? Ist das nur ein Taschengeld, oder kann man davon halbwegs leben?
PS/ Ich mag Androsch auch nicht besonders, muss es aber nicht im 15-Minutentakt stetig posten, unterstütze aber dennoch seine Forderungen, wie 384.000 andere auch.
Viel Spaß noch, der Tag ist ja noch lang ...
Weiter hinten schrieb ein offensichtlich Verwirrter, möglicherweise pathologisch Größenwahnsinniger, Pädagogen seien per se Akademiker...ja eh. So in etwa wie ein Abgänger einer HandelsAKADEMIE. Die Welt steht nicht mehr lange
fand ich in meiner Schulzeit schon äußerst zeitintensiv, ganz zu schweigen von einer ganztägigen Verpflichtung. Es müssten die Inhalte derart vermittelt werden, dass die Neugier und das Interesse am Stoff wieder von alleine aufkommen. Es müsste mehr um die Vermittlung von Wissen gehen, als um die disziplinierung. Ich befürworte ein Scheitern dieses Volksbegehrens, da es an den tatsächlichen Problemen vorbeigeht und die besorgten Eltern aus Verzweiflung zu einem Eigentor zwänge.
Immer diese utopistischen Träumer...
Ich kann mich an NIEMANDEN erinnern in meiner Klasse oder in den Parallelklassen die freiwillig daheim "aus Interesse" großartig gelernt hätten.
Es gibt einen Unterschied zwischen "Interesse" (das les ich einmal, und vergess es wieder) "Aufgehen in Etwas" (das les ich und merks mir) und "Lernen" (das les ich, und weils notwendig ist merk ichs mir)
Aufgehen tun die wenigsten Menschen in irgendetwas was Sinn macht und nicht nur lustiger Zeitvertreib ist.
Ich war froh lernen zu müssen, aus Zwang, und ich weiß viele Beispiele wo das gut war, weil 10-14 jährige pupertierende Kinder nämlich sonst gar nicht lernen wenn sie nicht müssten (einzelne Ausnahmen ausgenommen)
Die Halbtagsschule schaffte es in der Regel ganz gut, die Kinder zum Lernen zu zwingen. Der Sinn der Schule ist es auch nicht, möglichst viel Wissen mit einer Art "Nürnberger Trichter" in das Kinderhirn zu quetschen, sondern das Lernen zu Lehren. Hier macht es durchaus Sinn, wenn das Kind einmal ein paar Stunden alleine ohne Lehrer zurechtkommen muß. So lertn es, selbst nachzuschlagen, wenn es nicht weiterweiß. Lernen ist eine Holschuld.
Damit sie nicht auf der Strasse rumhängen! Oder am Computer oder vor der Spielconsole. Oder sich vor Langeweile am Nachmittag vorm Fernseher den Bauch vollschlagen, oder von einem Event zum anderen gekarrt werden müssen, damit ihnen nicht langweilig ist. Damit sie nicht zum Nachhilfelehrer geschickt werden müssen, Oma und Opa ihre Ruhe haben und shoppen gehen nicht zur Hauptbeschäftigung wird.
Die Volksschule dauert bis 13.00, die AHS/NMS bis 14.00. Wenn man bedenkt, dass Mutti/Vati meist bereits um 16.00/17.00 zu Hause sind, bleibt nach Mittagessen und Hausübung nicht allzuviel Zeit für Langeweile. Die aber eine hervorragende Gelegenheit, die Sonne zu sehen (die geht im Winter um 16.00 unter) eine Sport zu betreiben, der einem wirklich Spass macht, ein Instrument zu erlernen oder einfach einmal Freunde zu besuchen. Bildung findet nicht nur im Schulgebäude statt.
Da bin ganz ihrer Ansicht, aber das Problem besteht doch darin, dass ohne Ganztagsschule Bildung in sehr vielen Fällen überhaupt nicht mehr stattfindet. Für mich heißt Ganztagsschule nicht den ganzen Tag im Schulgebäude hocken, sondern den ganzen Tag mit Bildung konfrontiert zu werden, wo auch immer. Und das geht aber nur dann, wenn das im Rahmen derSchule organisiert wird.
Für das Mittagessen gibt es einen Buffetstand keinen eigenen Raum. Die Nachmittagsbetreuung findet in einem kleinen Raum im hintesten Winkel der Schule statt, um die Oberstufenklassen nicht beim Nachmittagsunterricht zu stören. Für Ausflüge und Sportprogramme außer Haus bräuchte man viel mehr Lehrer, als zur Verfügung stehen. Es ist auch eine Frage der Haftung bei etwaigen Unfällen. In solchen Verhältnissen eine längere Anwesenheitspflicht für alle Schüler zu fordern, grenzt an Kinderquälerei.
Um sie auszubauen, müßte man die Sportplätze opfern. Jetzt schon gibt es Wanderklassen und Containerklassen. Ganztagsschulen für alle sind in diesem Umfeld nicht gerade eine gute Idee.
schon vieles Richtiges gesagt. Ergänzend dazu wäre noch anzuführen: die internationale Entwicklung, von der sich Österreich nicht abkoppeln darf, die höhere Chancengleichheit sowohl für die Kinder aus den bildungsfernen Schichten, als auch für die Mütter die dann nicht daheimbleiben müssen. Außerdem, auch das habe ich schon oft gepostet. Gantagsschule heißt ja nicht, dass Kinder und Lehrer den ganzen Tag im Schulhaus verbringen müssen, Exkursionen, Ausflüge etc. können ja am Nachmittag unternommen werden.
Wie definieren Sie "bildungsfern"? Jeder versteht unter Bildung etwas anderes. Die meisten Menschen sind sich aber einig, dass Bildung nicht nur in der Schule in Begleitung eines Lehrers stattfindet. Warum sollen die Kinder nicht wenigstens von 13.00/14.00 - 16.00/17.00 ihren Hobbies nachgehen dürfen? Nachmittagsbetreuungsangebote für berufstätige Eltern gibt es hier in Wien genug. Warum müssen auch jene Kinder gezwungen werden, zu bleiben, die eigentlich etwas Besseres zu tun haben?
Dann geben Sie ihre Kinder eben ins Internat am besten gleich übers Wochenende. Aber die Mehrheit der Österreicher will eben keine Ganztagesschule samt Gesamtschule noch dazu als Zwangsbeglückung. Nehmen Sie das einfach zur Kenntnis.
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