Wien mit bestem Bundesländer-Resultat

Sieben Bundesländer unter sechs Prozent - Wiener Innenstadt sticht mit Beteiligung von 27,95 Prozent hervor

Wien  - Ohne signifikante Unterschiede und generell deutlich unter den Erwartungen gestalten sich die Ergebnisse der Unterschriftenanzahl für das Bildungsvolksbegehren in den Bundesländern. Mit Ausnahme von Wien und Burgenland überzeugte das Volksbegehren jeweils weniger als sechs Prozent der Wahlberechtigten. Während sich im Burgenland 6,35 Prozent zur Initiative von Ex-SP-Vizekanzler Hannes Androsch bekannten, ist Wien mit einer Unterstützung von 8,79 Prozent Spitzenreiter. Tirol bildet mit 3,66 Prozent das Schlusslicht.

Knapp unter sechs Prozent lag die Stimmbeteiligung inklusive der Unterstützungserklärungen indes in Vorarlberg (5,99 Prozent), Salzburg (5,88 Prozent), Niederösterreich (5,86 Prozent) und Kärnten (5,82 Prozent). In Oberösterreich folgten 5,57 Prozent der Stimmberechtigten dem Aufruf "Aufstehen und hingehen", in der Steiermark waren es in Summe 5,14 Prozent.

Bundesland Prozent Unterschriften
Burgenland 6,35%
14.692
Kärnten 5,82% 25.761
Niederösterreich 5,86% 74.386
Oberösterreich 5,57% 60.648
Salzburg 5,88% 22.858
Steiermark 5,14% 49.671
Tirol 3,66% 19.365
Vorarlberg 5,99%
15.809
Wien 8,79% 100.630
Gesamt 6,07%
383.820

Ein deutlich besseres Abschneiden gelang in einigen Wiener Bezirken, die mit teils mehr als zehn Prozent Stimmbeteiligung deutlich mehr Unterstützung aufweisen als die Resultate aus den Bundesländern. Der Bezirk Innere Stadt sticht mit einer Stimmbeteiligung von 27,95 Prozent klar hervor, im grün-dominierten Bezirk Neubau erklärten 18,43 Prozent ihre Unterstützung. Gute Ergebnisse wurden weiters in der Josefstadt (15,59 Prozent), Wieden (15,35 Prozent) und Alsergrund (14,65 Prozent) erzielt. Weniger Anklang fand das Bildungsvolksbegehren in den Arbeiterbezirken: In Simmering gab es nur 4,86 Prozent Unterzeichner, in Favoriten, Floridsdorf und Donaustadt waren es fünf bis sieben Prozent.

Unter den von den Wahlbehörden veröffentlichten Landeshauptstadt-Resultaten stach Salzburg-Stadt mit 6,9 Prozent hervor. Die höchste Beteiligung wies dort eines der teuersten Wohnviertel, Gneis-Morzg, mit 10,8 Prozent aus. In Eisenstadt gab es zwar ein starkes Finale - von 290 Eintragungen am Vorabend auf nunmehr mehr als 500 -, aber auch das brachte nur 5,2 Prozent. In Graz war Androschs "Bildungsinitiative" mit 6,6 Prozent laut Wahlreferat "eines der besseren" Plebiszite der vergangenen Jahre. (APA)

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Man sollte allerdings dazu sagen, dass man in Wien unabhängig vom Wohnbezirk in JEDEM Bezirksamt unterschreiben konnte.

Hätten in Wien im ersten Bezirk nur die dort lebenden Stenzel-Groupies unterschreiben dürfen, der Prozentsatz wäre wohl niedrig einstellig ausgefallen.

84 Posts zu Bildungsvolksbegehren, 1300 zu Alkoradlern !

Sonst noch Fragen ???

ja ich habs unterschrieben !

ich bin allerdings der meinung, man hätte mehr wahllisten auflegen sollen. ich wohn in der nähe vom nordbahnhof-viertel. wenn ich von der arbeit komm, möchte ich in der nähe unterschreiben und nicht umständlich ins karmeliterviertel oder in pensionistenwohnheim prater fahren. hier wohnen mittlerweile viele menschen. man hätte doch nur ein kammerl in der neuen schule einrichten brauchen, dann hätten bestimmt auch mehr unterschrieben. aber so ....

Schaut man sich das Detailegebnis in Wien an, fällt wieder das bekannte Paradoxon auf: Die Beteiligung ist dort gering, wo eigentlich in der Bevölkerung das Interesse an einer Verbesserung der Bildungschancen höher sein sollte.

Was sagt eigentlich der Wahlonkel dazu?

Die Eintragungstermine am Land sind eine Sauerei ....

Es sollte unbestritten sein, dass einem demokratischen Grundrecht mehr zeitlichen Rahmen gegeben werden sollte, als dem Wiehern der Amtsschimmel.

Wenn Kirtag oder Papstbesuch ist, dann ist in den Gemeinden 24.00 Stunden offen.

Was waren die? Wien war da ja vorbildlich.

peinlich für alle bürgerInnen und inzwischen schädlich für österreichs prosperität

Es zeigt sich die Verluderung und Verdummung des Landes: Gratiszeitungen, Fpö, Beharrungskräfte der Övp, Mutlosigkeit, Fehlendes Diversitätsbewußtsein usw usf... Wäre Wien nicht gerade noch erträglich, mit seinen vielen Menschen, die mehr wollen, als ein schenkelklopfendes, selbstzufriedenes Österreich, müsste man beschleunigt Richtung Norden wandern, aber auch das kann ja noch kommen...

böse Zungen behaupten ja

die SPÖ hätte in Tirol ihr volles Potenzial abgerufen xD

Die Tiroler haben ja eh schon...

...genug Schilift und Ballermannbildung.
Das reicht ihnen.

Bildung fördert Bildung

Und

Bildung macht ganz wenig, aber doch freier.

dieses Volksbegehren hat doch nichts mit Förderung von Bildung zu tun, sondern mit kritikloser Anpassung an Maßstäbe wie es sich die Industriellenvereinigung wünscht !

So ein Schwachsinn. Sie haben die Forderungen nicht gelesen, nicht wahr?

Doch, was hat z.B. Ganztagesschule, wo also der Staat sogar über die Freizeit bestimmt mit Bildung zu tun ?

Die Forderungen d. Volksbegehrens waren zuwenig verbreitet bzw. es fehlt in unserer atemlosen Zeit die Bereitschaft sich mit Themen auseinanderzusetzen.
So bleibt das Schlagwort 'unterschreiben für mehr Bildung'. Das macht man in Wien19 u. Co. eben eher als in Tirol oder sonst am Lande. Mit oder gegen Androsch war wohl die 2. Gedächtnisspur.

Das sollte vor allem der ÖVP zu denken geben,

wenn vorwiegend ihre "gut-bürgerliche" Kernwählerschaft dieses Begehren unterstützt, wo doch die ÖVP ein erklärter Gegner einiger der aufgeführten Punkte ist.

Scheinbar sind die Bildungsbürger doch keine glühenden Anhänger eines allzu differenzierten Bildungssystems.

war ja ein Volksbegehren der Industriellenvereinigung und die hat sehr wohl Nähe zur ÖVP

bildungsbürger

was haben bildungsbürger mit der övp oder überhaupt mit österreich zu tun, gibt es hier überhaupt eine relevante schicht von bildungsbürgern, ich bezweifle das...

Zumindest behauptet die ÖVP gelegentlich, dass sie die Partei des Bürgertums ist, also wäre es wohl angemessen zu meinen, die Schwarzen hätten Interesse daran im Sinne dieser (scheinbar in den Nobelbezirken der Landeshauptstädte lebenden) Bürger zu handeln.

Also: Punkte im Volksbegehren unterstützen/umsetzen.

Bildungsbürgerjobs

Oder das: "Wir fordern einen verbindlichen Ausbau- und Finanzierungsplan für unsere Hochschulen und Universitäten und die jährliche kontinuierliche Erhöhung der öffentlichen Finanzierung auf 2% der Wirtschaftsleistung im Jahre 2020."

warum? siehe tirol - scheint also nicht ,dass die övp-kernwählerschicht in massen unterschrieben hätte

In Tirol sind sehr viele sehr, sehr einfache Menschen aus religiösen und traditionellen Gründen ÖVP Wähler. In den Städten kommen die ÖVP Wähler hingegen meist aus dem Bürgertum.

(natürlich nur tendenziell)

hier kann man sehen was es bedeutet über Jahre an politischer Bildung, Geschichte, Philosophie und ähnlichem zu sparen. Der Wert der Bildung wird nicht geschätzt. Das Bildungsfeindliche klima das noch die Nachkriegsgeneration hatte, wurde nie aufgearbeitet und damit verdrängt (so wie in Skandinavien). Bei uns wird nicht gebildet sondern maximal ausgebildet.

aber um Bildung im inhaltlichen Sinn geht es beim Volksbegehren eben nicht, sonst bin ich ganz Ihrer Meinung;

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