Töchterle will bei Grundlagenforschung und Unis von Israel lernen

10. November 2011, 21:08
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Wissenschaftsminister bei den Wissenschaftstagen der Österreichisch-Israelischen Gesellschaft - Zeilinger lobt Offenheit der dortigen Forscher und des Systems

Wien - Israel würde bei Grundlagenforschung und den Rahmenbedingungen an den Hochschulen aus Sicht von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (V) ein gutes Vorbild für Österreich abgeben. So sei das Weizmann Institutes of Science für das IST Austria in Gugging Modell gewesen. Auf seiner Arbeitsreise nach Israel im Juni habe er sich zudem von der dortigen "beeindruckenden Leistungs- und Exzellenzorientierung" überzeugen können, sagte Töchterle am Donnerstagnachmittag bei den von der Österreichisch-Israelischen Gesellschaft veranstalteten Wissenschaftstagen in Wien.

Beim Technologie- und Wissenstransfer könne man ebenso einiges von Israel lernen wie bei den Rahmenbedingungen an den Hochschulen, betonte Töchterle. So sei der Zugang zu den sieben israelischen Universitäten durch ein Aufnahmeverfahren geregelt, das die Ergebnisse von Schulabschlussnoten und Aufnahmetests kombiniert. Außerdem werden Studienbeiträge von 2.000 Euro pro Jahr eingehoben. "Die österreichische Situation, dass wir weder Beiträge einheben noch Zugangsregelungen haben, wurde mit ungläubigem Kopfschütteln quittiert", berichtete er von Gesprächen in Israel.

In der Forschung ist Töchterle eine verstärkte Zusammenarbeit mit Israel "ein starkes Anliegen". So will er etwa eine Vereinbarung über die wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit aus den Jahren 1994 bis 1998 erneuern, mit der Mobilitätskosten von Forschern abgedeckt wurden. Beim Gespräch mit seinem israelischen Amtskollegen Daniel Hershkovitz habe er dieses Anliegen bereits deponiert.

Lob von Zeilinger

Ein Forscher, der schon seit vielen Jahren regelmäßig in Israel ist, ist der Wiener Experimentalphysiker Anton Zeilinger. In seinem Impulsreferat lobte er die wissenschaftliche Atmosphäre in dem Land. "Diese Offenheit, diese Neugierde für Ideen, das ist schon etwas Besonderes."

Man könne nicht oft genug sagen, dass das Land von der Bevölkerung her zwar kleiner als Österreich, aber dennoch in vielen Dingen viel besser aufgestellt sei. "Die Frage ist, woher kommt das? Das ist eine Offenheit der Einzelnen und ein System, das die Leute viel stärker bei ihren Leistungen unterstützt als bei uns." (APA)

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