Wissenschaftsminister bei den Wissenschaftstagen der Österreichisch-Israelischen Gesellschaft - Zeilinger lobt Offenheit der dortigen Forscher und des Systems
Wien - Israel würde bei Grundlagenforschung und den Rahmenbedingungen
an den Hochschulen aus Sicht von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (V)
ein gutes Vorbild für Österreich abgeben. So sei das Weizmann Institutes of
Science für das IST Austria in Gugging Modell gewesen. Auf seiner Arbeitsreise
nach Israel im Juni habe er sich zudem von der dortigen "beeindruckenden
Leistungs- und Exzellenzorientierung" überzeugen können, sagte Töchterle am
Donnerstagnachmittag bei den von der Österreichisch-Israelischen Gesellschaft
veranstalteten Wissenschaftstagen in Wien.
Beim Technologie- und Wissenstransfer könne man ebenso einiges von Israel
lernen wie bei den Rahmenbedingungen an den Hochschulen, betonte Töchterle. So
sei der Zugang zu den sieben israelischen Universitäten durch ein
Aufnahmeverfahren geregelt, das die Ergebnisse von Schulabschlussnoten und
Aufnahmetests kombiniert. Außerdem werden Studienbeiträge von 2.000 Euro pro
Jahr eingehoben. "Die österreichische Situation, dass wir weder Beiträge
einheben noch Zugangsregelungen haben, wurde mit ungläubigem Kopfschütteln
quittiert", berichtete er von Gesprächen in Israel.
In der Forschung ist Töchterle eine verstärkte Zusammenarbeit mit Israel "ein
starkes Anliegen". So will er etwa eine Vereinbarung über die
wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit aus den Jahren 1994 bis 1998
erneuern, mit der Mobilitätskosten von Forschern abgedeckt wurden. Beim Gespräch
mit seinem israelischen Amtskollegen Daniel Hershkovitz habe er dieses Anliegen
bereits deponiert.
Lob von Zeilinger
Ein Forscher, der schon seit vielen Jahren regelmäßig in Israel ist, ist der
Wiener Experimentalphysiker Anton Zeilinger. In seinem Impulsreferat lobte er
die wissenschaftliche Atmosphäre in dem Land. "Diese Offenheit, diese Neugierde
für Ideen, das ist schon etwas Besonderes."
Man könne nicht oft genug sagen, dass das Land von der Bevölkerung her zwar
kleiner als Österreich, aber dennoch in vielen Dingen viel besser aufgestellt
sei. "Die Frage ist, woher kommt das? Das ist eine Offenheit der Einzelnen und
ein System, das die Leute viel stärker bei ihren Leistungen unterstützt als bei
uns." (APA)