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"Rektor Schütz kämpft auf verlorenem Posten", sagt Friedrich Doblinski (Anm: Name von der Redaktion geändert), Arzt im Wiener AKH, im Gespräch mit derStandard.at. Trotzdem wird es zu Personaleinsparungen kommen, Unterstützung oder gar Verständnis erhält Schütz nicht von seiner Belegschaft.
Wolfgang Schütz, Rektor der Meduni Wien, sieht sich mit einem großen Budgetloch konfrontiert. Der Meduni fehlen 30 Millionen Euro, 20 Prozent davon sollen durch Personalabbau eingespart werden. Das Defizit wird trotzdem weiter steigen, laut Prognosen bis 2016 gar auf 100 Millionen Euro. Das AKH ist das größte Spital Österreichs und zählt zu den größten Mitteleuropas.
Doblinski: "Für eine Uniklinik sind die Zustände traurig"
Die Verantwortung liegt eigentlich beim Bund: Da die Ärzte des AKHs von der Meduni Wien bezahlt werden und das Budget der Universitäten gekürzt wird, könnten einzig Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle und Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) eingreifen.
Doch danach sieht es derzeit nicht aus: Die Journaldienste (Nachtdienste) werden mit 1.1.2012 deutlich gekürzt, von 170 Diensten auf 148. (derStandard.at berichtete). Die Betriebsversammlung am Donnerstag brachte keine Ergebnisse, obwohl sie rege besucht war: Es sind keine Kampfmaßnahmen geplant, nur eine weitere Versammlung am 22. November, diesmal zur Kernarbeitszeit der Ärzte.
Was bedeuten die Kürzungen für den ärztlichen Betrieb im AKH? "In schlechten Nachtdiensten schläft man gar nicht und arbeitet 32 Stunden am Stück", sagt Doblinski. Die Patientenversorgung leide unter dem Personalmangel. "Für eine Uniklinik ist das traurig." Es sei nicht richtig, dass so ein Druck auf der Uni laste. Besser wäre es, die Ärzte des AKHs nicht aus dem Unibudget zu bezahlen, sondern zur Gänze vom Bund.
Personaleinsparungen lösen nicht Budgetproblem
Obwohl Doblinski Rektor Schütz Verhandlungsschwäche gegenüber Wissenschaftsminister Töchterle attestiert, möchte er auch nicht, dass der Rektor als "Buhmann" dasteht. Der Fehler liege beim Wissenschaftsminister, der sich nicht um eine ausreichende Budgetierung kümmere und damit auch die schlechter werdenden Versorgung der Patienten zu verantworten habe.
Die Primarii des AKHs würden sich weigern anzugeben, welche Leistungen in ihren Einheiten gekürzt werden sollen. Schütz betonte laut Doblinski bei der Betriebsversammlung, dass er bis dato keine Einsparungsvorschläge erhalten habe. Nun muss der Rektor selbst anordnen, welche Journaldienste wo gekürzt werden.
Die Kürzungen seien der Versuch ein Budgetproblem kurzfristig zu lösen. Dabei werde man im nächsten Jahr vor dem gleichen Problem stehen und vermutlich wieder Journaldienste kürzen müssen.
"Bei einem intensiven Wochenenddienst muss ich eineinhalb Stationen alleine betreuen. Es kann vorkommen, dass ich dann unkomplizierte Patienten nicht zu Gesicht bekomme", erzählt Doblinski aus der Praxis. Das sei eine Zumutung für die Patienten. Dabei betont der Arzt, dass er nicht über seine Arbeit jammern möchte. "Ich mache meinen Job gerne, aber ich will ihn auch gut machen." Unter diesen Voraussetzungen sei es fast unmöglich. Wie das in Zukunft funktionieren werde, kann er sich nicht vorstellen.
"AKH ist kein Unternehmen, sondern eine Sozialeinrichtung"
Auf die Frage, ob er sich selbst im AKH behandeln lassen würde, antwortet der Mediziner zögerlich. "Untertags ja, aber ab 1.1.2012 (Anm: Kürzung der Journaldienste tritt in Kraft) will ich nicht bei einem Notfall in der Nacht ins AKH eingeliefert werden und auch nicht operiert werden." Dann fügt er hinzu: "Ich will aber auch nicht von mir selbst behandelt werden, wenn ich 26 Stunden wach bin." Es liege aber nicht an den Ärzten, die dort arbeiten, sondern an den Rahmenbedingungen.
Das AKH genießt in der Öffentlichkeit und bei Ärzten einen ausgezeichneten Ruf - besonders in der Notfallversorgung. Viele Ärzte, auch aus Niederösterreich schicken Notfälle in das AKH. Dabei könne die Versorgung, die erwartet werde, nicht gewährleistet werden.
Es werde darauf hinauslaufen, dass Patienten mit keinem akuten Leiden nachhause geschickt werden. "Wenn ich einen Patienten mit hohem Fieber, Krampfanfällen und daher Panik untersuche, will ich nicht die Entscheidung treffen, ihn mit einem Medikament einfach nachhause zu schicken. Es wäre viel besser den Patienten stationär aufzunehmen."
Für ihn ist das AKH kein Unternehmen, sondern eine Sozialeinrichtung. "Österreich ist zu reich dafür, um an der Patientenversorgung zu sparen." (red, derStandard.at, 11.11.2011)
Hintergrund:
Die Kernarbeitszeit dauert unter der Woche von 8 bis 16 Uhr, Nachtdienste nicht einberechnet.
Nachtdienste, eben jene Journaldienste, dauern unter der Woche 32 Stunden. Der Dienst beginnt um 8 Uhr und endet erst am nächsten Tag um 16 Uhr.
Am Wochenende ist der Dienstantritt am Samstag um 8 Uhr, erst Montag um 8 Uhr ist Dienstende und dauert daher 48 Stunden.
Ein bis zwei Nachtdienste macht ein Assistenzarzt in der Woche, die gesetzliche Höchstgrenze liegt bei sechs pro Monat.
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Welche Partei war denn federführend bei den ganzen Einsparungen in den letzten 15 Jahren?
Was hat das ganze dem Bürger gebracht? Ich frage mich, was wurde mit dem eingesparten Geld (Personal) anderweitiges angestellt? Schulden zurückgezahlt und in Bildung investiert?
Die Wahlschafe kommen erst drauf, was hier falsch läuft, wenn man die Wahlschafe als letztes einspart!
Mediziner, die sich beklagen, viel für wenig Geld im Spital zu arbeiten (und noch dem Prof oder Primar in den A kriechen) tun das doch nur in der Hoffnung, später selbst als solcher abzucashen und in den Genuß von Privatpatienten und Kuvertmedizin zu kommen.
Die derzeitige Auslese ergiebt apolitische, "wertfreie", egozentrische Streber (abhängig von Medizin- und Pharmaindustrie) statt intelligenter Ärzte, die imstande sind, selbständig Entscheidungen zu treffen, sich mit Weitblick weiterzubilden -und ihre (und ihrer Patienten) Interessen zu vertreten. Kostengünstiger und ohne Abdrängen effizienterer Heilkonzepte.
Der derzeitige Arzt (und Apotheker) könnte bald aus Kostengründen von Computern ersetzt werden
mit blaulicht ins AKH und dann ??? 3 stunden warten auf röntgen
eine bekannte von mir im AKH - Bandscheibenvorfall - "woitens - oba 4 stund wiads scho dauan"
- sie fuhr mit schmerzen und öbb nach linz und war trotzdem schneller in der röhre als im AKH
- naja mit BVA geht das
Diagnose vom praktiker vor einigen jahren: hexenschuss. Mit anfänglichen lähmunggserscheinungen u. qualvollen schmerzen, stark eingeschränkte beweglichkeit. Dann schmerzspritzerl, nach ein paar tagen heisse moorpackungen, etwas heilmassage u. noch später heilgymnastik - all das war eine ausreichende hilfe.
der banscheibenvorfall ist aber kein gut gewähltes Beispiel es ist erwiesen das der grossteil der Bandscheibenvorfälle nach 2-6w von selbst verschwinden, der Körper die hervortretende Bandscheibe von selbst resorbiert und man deswegen konservativ mit Schmerzmittel,Muskelrelaxantien behandelt,erst danach ein MRT.
Einzig ein cauda equina sydrom d.h. neurologische Symptome wie Stuhl und Harninkontinez bzw Parese der Füsse sind Akute Notfälle die sofort ein MRT verlangen.
Heutzutage behandelt man man auch die chron. schmerzhaften Banscheibenvorfälle lange konservativ,da eine OP oft keine Beschwerdelinderung bringt bzw sogar die Symptome verschlimmern kann...
Ein Klassiker und Sinnbild für Ressourcenverschwendung. In Skandinavien ist das eine klinische Diagnoe, aber in Österreich muss der verwöhnte Patient ja gleich ein MRT am besten haben, um dann die Diagnose zu bekommen, die ohnehin klar war, lächerlich... Ja sie ham an Bandscheibenvorfall, wiederschaun...
dass man andere Krankheiten noch abklärt, die mit ähnlichen Symptomen verbunden sind?
Sie wollen eine mindere Qualität in der Medizin, dafür weniger Kosten. Der Manager mit hohem Gehalt wird selbe Sache anders sehen und sich privat und großflächig untersuchen lassen.
Der Bürger wählt trotz Sozialstaat freiwillig die schlechtere Versorgung.
Hab ich was verpasst?
Alle leute, die uns ärzte kritisieren, sollten schnell ruhig sein! Nach 6 jahren hartem studium (ohne irgendeine bezahlung) und anschließendem 3-jährigen Turnus (bezahlung miserabel), arbeiten wir oft durchgehend 24 stunden (und da wundern sich leute, dass einmal ein fehler passiert) im krankenhaus, müssen uns mit zu geringem personal und verwaltung herumkämpfen und bekommen ein gehalt, dass uns jeder Manager auslacht! Wer glaubt, arzt zu sein ist ein traumberuf, ist im irrtum! Ich bewundere wirklich junge leute, die medizin studieren, obwohl ich jedem leider heutzutage davon abraten würde!
Da kann ich nur zustimmen. Kein privates Unternehmen könnte seine Arbeitnehmer derart ausbeuten wie es mit (jungen) Ärzten an der Klinik passiert. Und um dem ganzen noch eins draufzusezten wird im AKH nochmal am mediznischen Personal gespart, statt bei den Freunderln. Da werden 50mil EUR Aufträge für Reinigung freihändig vergeben, das Geld ist wichitger als das für den Patienten
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