Energieagentur will sich der Wirtschaft öffnen

11. November 2011, 12:38
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Neo-Geschäftsführer Traupmann wirbt um Mitglieder - Vereinsstruktur auf Prüfstand

Wien - Die Austrian Energy Agency (AEA, Energieagentur), ein zum Umweltministerium ressortierender, jedoch ausgegliederter Think-Tank, soll nach bewegten Jahren in ruhigeres Fahrwasser kommen und neu ausgerichtet werden. "Ich will den Mitarbeitern mehr Eigenständigkeit lassen und versuchen, den Blick für das Ganze zu schärfen", sagte Peter Traupmann, der Anfang November Fritz Unterpertinger als Geschäftsführer der AEA abgelöst hat.

Traupmann, 1962 in Güssing geboren, war zuletzt Chef des mittelständischen Energieversorgers Bioenergie Burgenland GmbH. Sein Vorstandsmandat beim Europäischen Zentrum für erneuerbare Energien in Güssing, dessen Gründungsmitglied er ist, hat der studierte Agrarökonom wegen möglicher Unvereinbarkeiten mit seinem nunmehrigen Job zurückgelegt.

Traupmann möchte die Austrian Energy Agency mehr als bisher in Richtung Wirtschaft und Industrie öffnen. Das schließe auch Kooperationen ein. Traupmann: "Die Wirtschaft soll profitieren von dem Ganzen - durch Implementierung neuer Technologien im Inland ebenso wie durch Exporte". Die 65 Mitarbeiter der AEA hätten sich im Laufe der Jahre umfassendes Wissen in Fragen der Energieeffizienz und erneuerbarer Energien angeeignet, das es nun bestmöglich zu nutzen gelte.

Die Finanzierung der Agentur, die heuer sieben Mio. Euro umsetzen wird, erfolgt einerseits aus Mitgliedsbeiträgen (elf Prozent), großteils aber durch den Verkauf von Studien und Beratungsleistungen. Rund 50 Prozent der Einnahmen entfallen auf Arbeiten für das Lebensministerium, wobei der größte Brocken die Abwicklung des Programms Klima:aktiv ist.

Traupmann und dessen Vize Herbert Lechner wollen auch die Mitgliederbasis verbreitern. Derzeit zählt die als Verein organisierte AEA, deren Präsident Umweltminister Nikolaus Berlakovich ist, rund 50 Mitglieder. Außer Oberösterreich sind alle Bundesländer dabei. Ob die Vereinsstruktur bei der Größe des Geschäfts noch zeitgemäß ist, will Traupmann hinterfragen. (stro, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 11.11.2011)

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    Peter Traupmann, Chef der Austrian Energy Agency.

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