US-Pleite trifft Superfund-Anleger

10. November 2011, 19:41
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Der insolvente US-Broker MF Global hat 67 Millionen Dollar von Superfund veranlagt. Die Anleger des heimischen Hedgefonds werden die Verluste tragen müssen

Wien - Superfund ist derzeit nicht mit Glück gesegnet. Gerade erst durch eine deftige Restrukturierung manövriert, drohen dem österreichischen Hedgefonds gröbere Einbußen aus der Pleite des US-Brokers MF Global. Laut Angaben von Superfund zählt das insolvente Unternehmen zu einem von vier Brokern, über die "zur Risikominimierung" Geschäftskontakte existieren. Insgesamt haben verschiedene Superfund-Vehikel 67 Mio. Dollar über MF Global veranlagt. Das sind - je nach Fonds - 4,3 bis 9,8 Prozent des investierten Geldes.

Superfund-Chef Christian Baha erklärt auf der Homepage des Unternehmens, dass 11,6 Prozent der Kundengelder von MF-Global-Gelder fehlen. Sollte der heimische Hedgefonds aliquot betroffen sein, wären die Verluste der Superfund-Investoren mit 0,6 bis 1,1 Prozent begrenzt. Allerdings gibt es derzeit in den USA einige Ungereimtheiten um den vom früheren Gouverneur Jon Corzine aufgebauten Broker. Einerseits gehen die Börsenaufsicht SEC, die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) und das FBI der Frage nach, ob gegen die vorgeschriebene Trennung der Veranlagung von Kundengeldern und eigenen Investments verstoßen wurde. Hintergrund sind verschwundene Mittel in Höhe von 600 Mio. Dollar. Andererseits sind einige rechtliche Fragen aufgetaucht: So sind die Broker-Kunden im Falle einer Insolvenz gegenüber Gläubigern (wie Banken oder Anleiheinvestoren) zwar bevorzugt, allerdings gilt eine Art Einlagensicherung nur für Wertpapiere, nicht für Rohstoffe. Von 50.000 MF-Konten sind lediglich 400 Wertpapiergeschäften zugewiesen. Superfund hält fest, dass sein Fondsvermögen aufgrund zwingender gesetzlicher Bestimmungen bei US-Brokern als Sondervermögen zu verwahren ist. Selbst wenn die Einlagensicherung bei Rohstoff-Geschäften im Falle des insolventen Brokers MF Global nicht einspringen sollte, mache der drohende Verlust durch die Situation bei MF Global im Falle des österreichischen Hedgefonds maximal acht Mio. Dollar aus. Wie berichtet hat Superfund 67 Mio. von insgesamt rund 1,2 Mrd. USD bei MF Global veranlagt.

Heiß diskutiert wird in den USA zudem, ob Kunden, die ihre Schäfchen rechtzeitig ins Trockene gebracht haben, belangt werden können. Zu ihnen zählt etwa die berüchtigte Koch-Gruppe, die zu den großen finanziellen Unterstützern der ultrakonservativen Tea Party zählt und in mehrere US-Korruptionsskandale verwickelt ist. In einem früheren Pleitefall des Brokers Sentinel Management wurden vom Masseverwalter Klagen gegen 50 Ex-Kunden eingebracht, die ihre Gelder abgezogen hatten. Bei MF Global flossen laut offizieller Darstellung zwischen August und der Insolvenzerklärung am 31. Oktober mehr als drei Milliarden Dollar ab.

Solange diese Fragen nicht geklärt sind, müssen sich Superfund-Kunden in Geduld üben. Das Unternehmen könne derzeit keine Kurse festlegen und daher auch keine Gelder auszahlen, heißt es. Nach Berechnung der Indizes "erfolgt selbstverständlich eine prompte Auszahlung".

Demnach betroffen sind möglicherweise die Superfund-Fonds: Q-AG, A, B und C Euro/USD, Gold A und B, GCT Eur/USD, Quadriga Garant und Volksbank Superfund Garant I & II. Generell nicht tangiert seien die Superfund Blue Fonds. (as, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 11.11.2011)

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    Die Pleite von MF Global in den USA schlägt Wellen in Österreich.

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