Krieg im Netz: Bundesheer versammelt 1.000 Spezialisten zum Wissensaustausch

10. November 2011, 16:25
45 Postings

Darabos: "Cyber Defence ist wichtiger Teil der Sicherheitsstrategie"

Das Abwehramt, der Inlandsnachrichtendienst des Bundesheeres, hat Mittwoch und Donnerstag Spitzenkräfte aus Militär, Ministerien, Behörden und Wirtschaft zum Wissensaustausch eingeladen. Auf der Fachtagung diskutierten sie über neue Entwicklungen und Bedrohungen aus dem Internet.

Web-Angriffe nehmen zu

Ziel war es, mit internationalen Fachkräften über die Gefahren aufzuklären und Lösungen zu finden. "Web-Angriffe auf Verwaltungen, Regierungen und Daten nehmen zu. Österreich ist wegen seiner hohen Vernetzung ein attraktives Ziel für Cyberangriffe", sagte Oberst Walter Unger, der beim Abwehramt für Informationssicherheit zuständig ist.

"Internet als Kriegsschauplatz"

Cyber-Defence-Forscher Dr. Sandro Gaycken von der Freien Universität Berlin sprach über das "Internet als Kriegsschauplatz". Der einzige wirksame Schutz, so Gaycken, liege in Ausbildung, Forschung und Information. Umso bedeutender ist für Verteidigungsminister Norbert Darabos, dass eine Struktur geschaffen wird, die sich mit modernen Bedrohungen beschäftigt: "Wir sind auf dem richtigen Weg. Daher nimmt Cyber Defence auch einen wichtigen Teil der neuen Sicherheitsstrategie ein", sagte der Minister.

1.600 Spezialisten

Darabos möchte u.a. einen Cluster schaffen, der es ermöglicht, im Kampf gegen Cyberkriminalität die Kräfte innerhalb des Bundesheeres zu bündeln. Er will, dass das Militär künftig im Notfall bis zu 1.600 Spezialisten für der Informations- und Kommunikationstechnik aufbieten kann.

"Abwehramt"

Der militärische Nachrichtendienst "Abwehramt" ist verantwortlich für die Informationssammlung über potentielle Bedrohungen der militärischen Sicherheit. Da auch im militärischen Bereich die Verwendung von Informationstechnologie eine immer wichtiger werdende Rolle spielt, hat sich das Abwehramt schon seit mittlerweile 10 Jahren mit diesem Thema beschäftigt und führt immer wieder Sensibilisierungsveranstaltungen in Form von Sicherheitsseminaren durch. (OTS/BMLVS/APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.