In 30 Jahren 5.000 Mal geholfen

10. November 2011, 16:11
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Sein 30-jähriges Bestehen feiert das Grazer Frauenhaus am 25. November mit einem Charity Ball im Dom im Berg

Graz - Das Grazer Frauenhaus hat seit seiner Eröffnung im Dezember 1981 rund 5.000 Frauen und Kindern in Krisensituationen geholfen und ihnen u.a. sichere Unterkunft verschafft. Frauen, die in ihrer Beziehung Gewalt erfahren, können in der Steiermark außer in Graz auch noch im Frauenhaus Kapfenberg Zuflucht suchen. Sein 30-jähriges Bestehen feiert das Grazer Frauenhaus am 25. November mit einem Charity Ball im Dom im Berg.

In Österreich wurde das erste Frauenhaus im Jahr 1978 in Wien eingerichtet, 1981 wurde die erste derartige steirische Einrichtung eröffnet. Dort finden Frauen und Kinder nach häuslicher Gewalt auf körperlicher, sexueller, seelischer, sozialer oder ökonomischer Ebene unbürokratische Soforthilfe mit Unterkunft und Verpflegung, juristische Unterstützung und Beratung. Bis zu sieben Zimmer für 30 Frauen gab es bis 1999, seit der Übersiedelung in diesem Jahr stehen 25 Zimmer mit insgesamt 45 Betten sowie eine Übergangswohngemeinschaft und neun Übergangswohnungen zur Verfügung. Küche und Speisesaal, Aufenthaltsraum und Wohnzimmer werden gemeinsam genutzt.

Anteil von unter 20 Jahren gestiegen

Seit 2005 ist die Auslastung relativ konstant geblieben und liegt im Schnitt bei rund 82 Prozent. 132 Frauen und ebenso viele Kinder wurden im Jahr 2010 betreut, schilderte Geschäftsführerin Michaela Gosch. Insgesamt können Frauen und Kinder bis zu sechs Monate bleiben. Neben der Traumabewältigung, der physischen und psychischen Stabilisierung muss innerhalb dieser Zeitspanne auch eine Wohnung gefunden und die finanzielle Absicherung geklärt werden. "Das wird für die Frauen zunehmend schwieriger. Eine leistbare Wohnung für eine allein erziehende Mutter mit mehr als einem Kind zu finden, ist derzeit kaum möglich", so Gosch.

Neben dem Trend zum längeren Verbleib im Frauenhaus zeigt sich eine weitere Entwicklung: Der Anteil der Frauen unter 20 Jahren ist von 2009 auf 2010 von fünf auf 17 Prozent gestiegen. Vonseiten des Frauenhauses wird das so interpretiert, dass die Präventionsmaßnahmen greifen. Betroffene würden schon im jungen Alter von Hilfsangeboten erfahren und daraufhin auch schneller handeln, wenn ihnen Gewalt widerfahren ist. Das Gros der Klientinnen (59 Prozent) ist im Alter von 21 bis 40 Jahren. Der Anteil der Migrantinnen betrug 2010 rund 60 Prozent - ein österreichweiter "Trend".

Im Rahmen der Festveranstaltung "Fete des Femmes" am 25. November im Grazer Dom im Berg wird eine Modekollektion vorgestellt, die mit Schülerinnen der Modeschule am Ortweinplatz entworfen wurde. Aktuelle und ehemalige Klientinnen, Mitarbeiterinnen und die Schülerinnen haben sie gefertigt. Der Reinerlös der Veranstaltung kommt den im Frauenhaus lebenden Frauen und deren Kindern zugute. (APA)

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