Fall des Buben aus Südtirol noch offen

10. November 2011, 15:38
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Verlust des Kontaktes zu Eltern sei alleiniger Grund für Nicht-Weiterverfolgung gewesen

Innsbruck - Für die Tiroler Patientenanwaltschaft ist der Fall jenes Buben aus Südtirol, der nach einer Hauttransplantation in der Innsbrucker Klinik im Jahr 2006 schwerbehindert ist, offenbar noch nicht abgeschlossen. Man sei seit Mai 2010 in Kontakt mit Gabriele Fischer von der Elternplattform Kinderklinik, die in dem Fall eine Vollmacht habe, erklärte Patientenanwalt Birger Rudisch am Donnerstag.

Zwischen Jänner 2009 und November 2010 habe man trotz mehrmaliger Versuche keinen Kontakt mehr zur Familie des Buben herstellen können. Dies sei auch der alleinige Grund dafür gewesen, weshalb der Fall bis Mai diesen Jahres nicht weiterverfolgt werden konnte, gab Rudisch an.

Verschwiegenheitspflicht

Der landeseigene Krankenanstaltenbetreiber Tilak hatte zuvor in einer Aussendung noch erklärt, dass im Jahr 2008 "kein Fehlverhalten vonseiten der Innsbrucker Klinik festgestellt" werden konnte und der Fall "nicht weiter verfolgt" worden sei. Inhaltlich wollte Rudisch dazu keine Stellung nehmen: "Ich darf nichts sagen. Ich unterliege einer strengen Verschwiegenheitspflicht, die über eine einfache Amtsverschwiegenheit hinausgeht."

In dem Fall sei seit dem Jahr 2008 wegen der fehlenden Deutschkenntnisse des Vaters auch die Südtiroler Volksanwaltschaft eingebunden gewesen, berichtete der Patientenanwalt. Irgendwann sei jedoch der Kontakt abgebrochen. "Meine Vorgänger haben damals mehrmals telefoniert, schriftlich nachgefragt, E-Mails verschickt. Man hat sich intensiv bemüht", sagte Rudisch. Er könne aber natürlich in diesem Zusammenhang wegen der "schlimmen Situation" auch die Familie des Buben verstehen und ihr "bei Gott" keinen Vorwurf machen.

Mittlerweile setze sich die Patientenanwaltschaft aber wieder für die Rechte der Familie ein. "Wir haben von der Tilak beispielsweise bereits einen Verjährungsverzicht eingefordert. Wir brauchen zudem möglichst schnell eine Antwort, denn wir warten in diesem Fall schon lange genug. Ich würde mir wünschen, dass es etwas schneller geht", kritisierte Rudisch. Es finde jedenfalls bereits ein Austausch von Unterlagen mit der Tilak statt, fügte der Patientenanwalt hinzu. (APA)

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