Vertragsverlängerung für Georg Springer

10. November 2011, 14:49
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"Optimierungspotenzial" von 12,4 Millionen Euro: Geschäftsführer der Holding soll bis Ende 2014 Maßnahmenkatalog aus der Bundestheater-Evaluierung umsetzen

Wien  - Kulturministerin Claudia Schmied  hat am Donnerstag den Vertrag des Geschäftsführers der Bundestheater-Holding, Georg Springer, bis zum 31. Dezember 2014 verlängert und ihn gleichzeitig mit der Umsetzung des vorgelegten Maßnahmenkatalogs aus der Bundestheater-Evaluierung beauftragt. Dieser im September von den Aufsichtsräten der Konzerngesellschaften einstimmig genehmigte Katalog sieht schrittweise Maßnahmen mit einem "Optimierungspotenzial" in Höhe von rund 12,4 Millionen Euro bis zum Ende der Saison 2014/15 vor.

Effizienzanalysen durch Ernst & Young

"In Zukunft wird die von der öffentlichen Hand zur Verfügung gestellte Basisabgeltung von den Bundestheatern noch fokussierter für das künstlerische Programm eingesetzt", zeigt sich Schmied in einer Aussendung zuversichtlich. "Ich freue mich sehr über das in mich gesetzte Vertrauen zur Umsetzung der weitreichenden Maßnahmen aus der Evaluierung der Bundestheater", wird Springer zitiert. Zur Realisierung des Optimierungspotenzials leisteten alle Gesellschaften der Bundestheater ihren nachhaltigen Beitrag "und machen den größten Theaterkonzern der Welt auch zum wirtschaftlich am effizientesten geführten Theaterverband", so der Holding-Geschäftsführer. Der Maßnahmenkatalog beziffert das Optimierungspotenzial des Burgtheaters mit rund 3,6 Millionen Euro, jenes der Wiener Staatsoper mit 6,7 Millionen Euro. Bei der Volksoper Wien liegt die entsprechende Summe bei 1,5 Millionen und bei der Theaterservice GmbH bei 0,6 Millionen Euro.

Im Rahmen der im Regierungsprogramm vorgesehenen Evaluierung der Bundestheater wurden zunächst von Karasek Wietrzyk Rechtsanwälte GmbH eine rechtliche Evaluierung des Bundestheaterkonzerns durchgeführt sowie von Ernst & Young die Bundestheater-Holding und die Theaterservice GmbH evaluiert. 2010/11 wurden dann von Ernst & Young wirtschaftliche Effizienzanalysen der Bühnengesellschaften durchgeführt. Der von der Bundestheater-Holding daraufhin erstellte Maßnahmenkatalog soll nun schrittweise umgesetzt werden, wobei Springer dem Ministerium jährlich am Ende jeder Spielzeit über den Stand der Umsetzung berichten soll.

"Ertragspotenzial bei den Kartenpreisen"

Im Burgtheater bestehe "Ertragspotenzial bei den durchschnittlichen Kartenpreisen, der BesucherInnenauslastung und den Produktionsverwertungen", heißt es in einer Zusammenfassung der geplanten Maßnahmen. An der Burg soll der Normalpreis- und der Abonnementkartenpreisanteil erhöht werden, Gastspiele und Koproduktionen sollen verstärkt werden. An der Staatsoper sieht man "Ertragspotenzial bei den durchschnittlichen Kartenpreisen, beim Sponsoring und den Produktionsverwertungen". An der Volksoper besteht "Ertragspotenzial bei durchschnittlichen Kartenpreisen und der BesucherInnenauslastung. Insbesondere wird weiterhin das Marketing und Sponsoring verstärkt." Es sollen Koproduktionen verstärkt und der Austausch von Ensemblemitgliedern mit der Staatsoper geprüft werden. Bei der Theaterservicegesellschaft sollen "die Grundsätze der Kostentransparenz und -deckung sowie die Personalkostenentwicklung optimiert" werden.

Die Ergebnisse der Bundestheater-Evaluierung sind nur in einer Zusammenfassung für die Öffentlichkeit verfügbar. "Aus rechtlichen Gründen können die Gesamtberichte und der Maßnahmenkatalog nicht veröffentlicht werden, da durch die Offenlegung die Wettbewerbssituation der Bundestheater-Gesellschaften gefährdet oder verschlechtert werden könnte", begründet das Kulturministerium dieses Vorgehen.  (APA)

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    Georg Springer im Februar bei der Präsentation der Bilanz der Bundestheater Holding für die Saison 2009/10

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