Lebensgefährte von Ex-FPÖ-Generalsekretärin Bleckmann tritt ab

10. November 2011, 13:44
  • Artikelbild
    foto: apa/benedikt löbell

    Fritz Grillitsch mit Magda Bleckmann

Wirtssohn entstammt einer prominenten schwarzen Familie der grünen Mark

Wien - Fritz Grillitsch (52) setzt die Serie der spektakulären Abgänge in der ÖVP fort. Nach einem Parteiobmann und einem ÖAAB-Chef muss sich die Volkspartei im Jahr 2011 nun auch einen neuen Ober-Bauern suchen. Der Rückzug des Steirers nach zehn Jahren an der Spitze des Bauerbunds kommt überraschend, gilt Grillitsch doch als ehrgeizig und wird daher wohl nicht ganz freiwillig gehen. Gestolpert sein dürfte er letztlich über die Einladung an den umstrittenen deutschen Buchautor und Ex-Bundesbanker Thilo Sarrazin, dessen Vortrag in Graz auch die FPÖ-Spitze um Parteichef Heinz-Christian Strache hellauf begeistert in die Steiermark gelotst hatte.

Onkel Vizekanzler

Wirtssohn Grillitsch entstammt einer prominenten schwarzen Familie der grünen Mark. Sein Onkel ist Josef Riegler, einst VP-Vizekanzler in einem der Vranitzky-Kabinette, sein Vater diente der Volkspartei als Landtagsabgeordneter in der Steiermark.

Junior Grillitsch sollte in diese Fußstapfen treten. Erste Karrierestation war Fohnsdorf, wo der gebürtige Judenburger (13. Juli 1959) mit 20 die Junge ÖVP übernahm. Da war er schon bei Raiffeisen tätig, nämlich als Revisionsassistent. Als Landwirt aktiv ist Grillitsch auch schon seit 1981.

Wie bei vielen ÖVP-Politikern war auch für den ambitionierten Steirer der Bauernbund die Basis für höheres Streben. Ab Mitte der 90er im Vorstand der steirischen Teilorganisation verankert brachte er es zunächst zum stellvertretenden Landesobmann und schließlich 2001 zum Obmann des österreichischen Bauernbunds.

Dieses Mandat ebnete Grillitsch auch rasch den Weg ins Parlament. Ein Jahr musste er noch im Bundesrat absitzen, ehe er kurz vor Weihnachten 2002 in den Nationalrat einzog und diesen bis heute nicht mehr verließ. Seiner agrarischen Funktion gedankt brachte er es zum stellvertretenden Klubvorsitzenden, einen Posten, den er nun zurücklegt.

Familiäres

Grillitsch fiel im letzten Jahrzehnt als macht- und selbstbewusster Bauern-Lobbyist auf, auch wenn er schon in seinen frühen Tagen als Bauernbund-Obmann ein wenig in die Bredouille geraten war. Nach seiner Scheidung war er plötzlich auch die (der Familie seiner Frau gehörende) Landwirtschaft los, einige familieneigene Hektar retteten ihm den Posten. Auch eine zweite amouröse Angelegenheit ließ Grillitsch intern immer wieder wackeln, seine Beziehung zur damaligen FPÖ-Generalsekretärin Magda Bleckmann, mit der er inzwischen einen Sohn hat, neben drei Töchtern aus erster Ehe.

In den letzten Jahren versuchte sich Grillitsch immer mehr zu verbreitern, politisch gesprochen. Neben agrarischen Themen widmete er, der gerne den modernen Laptop-Bauern gibt, sich zunehmend Gesellschaftlichem. Während er etwa der Homo-Partnerschaft als einer der wenigen Schwarzen schon früh seinen Segen gab, ging es in der Ausländer-Politik stramm in Richtung FPÖ. Zuletzt blamierte sich Grillitsch dabei, als er im Rausch des Sarrazin-Trubels nicht integrierten Zuwanderern schrittweise die Sozialleistungen streichen wollte und von der eigenen Partei sinngemäß als ahnungslos zurückgepfiffen wurde.

Skepsis aus Niederösterreich

Dieser Trubel dürfte der Anfang vom Ende des Bauernbund-Präsidenten Grillitsch gewesen sein. Doch der vor allem von niederösterreichischen Bauern ohnehin stets mit Skepsis betrachtete Steirer hatte schon Monate davor eine für ihn vielleicht vorentscheidende Niederlage eingefahren. Bei der Regierungsumbildung nach dem Abgang von Vizekanzler Josef Pröll hatte der Bauernbund massiv an Einfluss verloren und hält seither nur noch über Niki Berlakovich die "logische" Funktion des Landwirtschaftsministers.

Grillitsch selbst, der zumindest Zweiter Nationalratspräsident werden wollte, ging dank des Beharrungsvermögens von Beamtenchef Fritz Neugebauer auch hier leer aus. Wohin ihn seine weitere Karriere führt, bleibt abzuwarten, aber wohl eher nicht nach oben. Ohne die Funktion im Bauernbund dürfte es für Grillitsch nämlich auch in der steirischen Landespolitik nicht leicht werden, im Nachfolgespiel für Landesobmann Hermann Schützenhöfer, der bei der nächsten Landtagswahl wohl nicht mehr antritt, eine entscheidende Rolle zu finden. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 48
1 2
ddsg1
62
11.11.2011, 11:23

österreich braucht eine nichtsozialistische regierung.

Tirol6020
11
11.11.2011, 13:56
Österreich hat alles andere als eine ...

... sozialistische Regierung.

Mostbluzza
01
24.11.2011, 13:03
formell oder real

noch sozialistischer als spö und öaab wär nur noch grün alleine.

dass die sozis und die linken schwarzen nicht "noch sozialer" sind, liegt wohl am fehlenden mumm, den klammen kassen oder dem recht schwachen widerstand.

Kremser
00
16.11.2011, 09:22

no oiso wos de gsöschoftspolitik betrifft scho!

Fritz Wunderlich
12
11.11.2011, 11:10

agrarclub, övp-nr, övp-bauern bund
und bei der landwirtschaftskammer und raiffeisen hat er keine funktionen?
unwahrscheinlich

Tirol6020
01
11.11.2011, 16:14
Doch. Er ist laut wiki seit 1998 Vizepräsident der...

... steiermärkischen LWK:
http://de.wikipedia.org/wiki/Frit... Grillitsch
Vorstandsmitglied bei Raiffeisen Stmk war sein Vater:
http://www.rvstmk.at/aktuelles... s=&z=1&n=1

Fritz Wunderlich
00
11.11.2011, 20:59

da bin ich ja beruhigt

Jukebox
11
11.11.2011, 09:59

Bleckmann war (zum Schluss) für das BZÖ im Nationalrat. Etwas besser recherchieren, bitte.

cadd
12
11.11.2011, 09:40
...nur noch über Niki Berlakovich die "logische" Funktion des Landwirtschaftsministers.

Ebenso "logisch" ist anscheinend, daß dieser Berlakovich bis jetzt nichts, aber schon gar nichts - Erkennbares - weitergebracht hat.

Andreas Sonnberger2
92
10.11.2011, 20:18

Frau Bleckmann war BZÖ-Generalsekretärin, bevor sie sich aus der Politik verabschiedete - sie war nie bei der Strache-FPÖ.
Besser recherchieren, lieber Standard.

Argamak de oro
 
17
10.11.2011, 21:43
vor selbstüberschätzung

den mund zu voll zu nehmen ist stets das privileg der ignoranz.

Peter Hammer 06
14
10.11.2011, 21:32
Frau Mag.Magda Maria Luise Bleckmann....

...war 2003 FPÖ-Generalsekretärin.
Von der Strache-FPÖ ist oben nichts zu lesen.
Also?

Andreas Sonnberger2
62
11.11.2011, 04:00

Sie wechselte aber 2005 bei der BZÖ-Gründung zum BZÖ, und schied 2006 als BZÖ-Politikerin aus der Politik aus.
Sie war auch BZÖ-Generalsekretärin.

j.h.k.
35
11.11.2011, 07:46
sie unterscheiden zwischen braun und tiefbraun??!

Peter Hammer 06
24
11.11.2011, 07:43
War sie jetzt in der Vorstrachezeit .....

...FPÖ-Generalsekretärin? JA oder NEIN?
Und bitte nicht mit einem ABER-Satz antworten, danke.

Andreas Sonnberger2
10
11.11.2011, 13:49

Man gehört jener Partei an, bei der man zuletzt tätig war, bzw. die man zuletzt unterstützt hat.
Wenn da aber steht "FPÖ-Generalsekretärin", dann impliziere dies, sie wäre eine FPÖlerin. Das ist aber falsch.

Fritz Wunderlich
01
11.11.2011, 14:18

eine einfaches ja oder nein ist nicht sache des sich hier verrenkenden bzölers, der die fpö-vergangenheit der bleckmann leugnen will

Der sich den Wolf tanzt
21
10.11.2011, 21:16
aber genauso grauslich wie der strache ist sie.

.::.wanderfalke.::.
 
03
10.11.2011, 18:37
Die Magda ebnet ihrem Fritzerl ...

den Weg in seine neue politische Heimat. Endlich zuhause! Die ÖVP-Leuchten aus dem Aichfeld (Amon und Grillitsch) verglühen in ihrer Sehnsucht nach der neuen Ordnung des HC Strache. Mein Mitleid mit den beiden hält sich in Grenzen.

Alex667
07
10.11.2011, 18:04
DIE BLECKMANN????

- die eben erst ein Buch herausgebracht hat in dem ein paar der unfähigsten ABER netzwerkenden dieses Landes Ihren Beitrag abgegeben haben, sprich wie man als Elmar Oberhauser oder noch schlimmer Uschi Fellner durch diees Land kommt nicht zu vergessen Madame gut eingeheiratet Eva Dichand?

- die Expertin für Karriere und Netzwerkplanung?

- die Bleckmann die vor lauter Netzwerken nicht mal gemerkt hat, dass der eigene Mann ein mehrfacher Bankräuber war?

Na die wird es sicher schaffen Ihren kleinen Fritzi a) bei den Blauen unterzubringen und b) einen weiteren ordentlichen Versorgungsposten zu erhaschen.

Tirol6020
00
10.11.2011, 17:56
Rechts drehende Hormone im VP-Klub...

... gibt es auch in weiblich:
http://www.oe24.at/oesterrei... n/33654540

Peter Hammer 06
01
10.11.2011, 22:16
Naja, wo die Liebe hinfällt ......

...aber zugegeben ist es private Geschmackssache.

Mostbluzza
00
24.11.2011, 13:05
da pandi war jo nimma frei

NONE
12
10.11.2011, 17:25

Die ÖVP - die rechtsextreme Bauernpartei.

MartinS27
20
10.11.2011, 17:19

Allein wenn ich das Foto sehe kommt mir das Speiben...

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 48
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.