Bank of England hält geldpolitischen Kurs

10. November 2011, 13:34
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London - Die britische Notenbank hat ihren Leitzins erwartungsgemäß bei 0,5 Prozent belassen. Auch das jüngst um 75 Mrd. Pfund (87,8 Mrd. Euro) erweiterte Ankaufprogramm für Staatsanleihen geht weiter, wie die Bank of England am Donnerstag nach einer Sitzung ihres geldpolitischen Komitees in London mitteilte.

Die Zentralbanker um Gouverneur Mervyn King kämpfen derzeit mit einem Dilemma: Einerseits kommt das stark am Finanzsektor hängende Land nicht aus der Krise und droht in eine neue Phase extrem schwachen Wachstums abzugleiten. Andererseits liegt die Teuerungsrate deutlich über dem von Regierung und Zentralbank propagierten Ziel von zwei Prozent.

Die jüngste Entscheidung der britischen Notenbank zur Wiederaufnahme ihrer Staatsanleihenkäufe war im Oktober laut Sitzungsprotokoll einstimmig gefallen. Die Ratsmitglieder waren sich demnach am Ende des Treffens einig, dass zur Stützung der Konjunktur Staatsanleihenkäufe in einem Volumen von 75 Mrd. Pfund angemessen sind. Diskutiert wurde über den Umfang des neuen Programms: Laut Protokoll wurden sowohl ein etwas geringeres Engagement in Höhe von 50 Mrd. Pfund als auch ein stärkerer Markteingriff von 100 Mrd. erwogen. Die Notenbanker ließen sich zudem ein Hintertürchen offen: "Abhängig von den weiteren Entwicklungen in der Euro-Zone und an den Finanzmärkten könnte die Höhe des Stimulus in alle Richtungen geändert werden."

Die Bank of England hat in der Krise 2008/09 ihren Leitzins auf 0,5 Prozent gesenkt und für 200 Mrd. Pfund Staatsanleihen gekauft. Von Reuters befragte Analysten rechnen mehrheitlich nicht damit, dass die Notenbank das nun begonnene zweite Programm kurzfristig aufstocken wird. Allerdings hänge viel von den sich rapide verschlechternden Aussichten für die Weltwirtschaft ab. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte Anfang des Monats ihren Leitzins deshalb um einen viertel Prozentpunkt auf 1,25 Prozent gekappt. (APA)

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