Rheumatoide Arthritis bald heilbar?

10. November 2011, 13:11
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Zunehmend Hinweise auf eklatante Erfolge von Biotech-Medikamenten bei sofortiger Behandlung

Wien (APA) - Für Sensationsmeldungen ist es zu früh, aber die Hinweise stimmen hoffnungsfroh: Bei einem kleinen Anteil von Patienten mit Gelenksrheuma (Rheumatoide Arthritis/RA, chronische Polyarthritis) kann offenbar eine sehr frühe Therapie mit Biotech-Medikamenten zu einer Beherrschung der Erkrankung führen, bei der die Patienten auf alle Arzneimittel verzichten können. Dies erklärte der Wiener Rheumatologe Ludwig Erlacher, vom SMS-Süd (Donauspital) am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien aus Anlass des bevorstehenden 11. Wiener Rheumatags am kommenden Mittwoch.

Bei der chronischen Polyarthritis kommt es speziell darauf an, dass die Diagnose möglichst sofort nach Auftreten der Symptome gestellt wird. Die Behandlung sollte dann ebenfalls möglichst schnell beginnen, weil einmal aufgetretene Gelenksschäden nicht mehr reparabel sind. Helfen die herkömmlichen "Basistherapeutika" nicht ausreichend, sollte auf regelmäßige Injektionen bzw. Infusionen von Biotech-Medikamenten (monoklonale Antikörper, Fusionsproteine etc.) zurückgegriffen werden, welche ursächlich in die Krankheitsabläufe eingreifen.

 

Noch vor wenigen Jahren galt die Rheumatoide Arthritis als unheilbare Erkrankung. Bei einem frühen Behandlungsbeginn mit Biotech-Medikamenten könnte sich das in naher Zukunft ändern. Von den neuen Behandlungsmöglichkeiten profitiert auch Segel-Weltmeister und Profi-Skipper Hans Spitzauer. Er verspürte erstmals schwerste Symptome nach einem Aufenthalt am Comer See im September vergangenen Jahres: "Ich konnte nach der Autofahrt nach Salzburg fast nicht mehr aus dem Auto steigen." Nach vorübergehender Besserung kam der Rückfall mit schwersten Schmerzen und Unbeweglichkeit. Der Spitzensportler: "Für einen Weg, für den ich heute eine halbe Minute benötige, habe ich 20 Minuten gebraucht." Spitzauer kam kaum bis zu einem Taxi, das ihn zum Spital bringen sollte. Doch unmittelbar nach Beginn der Behandlung mit einem der Biotech-Medikamente besserte sich sein Zustand so, dass er heute wieder von einer Segelregatta bzw. von einem Profi-Törn zum nächsten unterwegs ist.

Eine Hilfe soll in Zukunft auch ein neu entwickelter "Rheuma aktiv"-App für Smartphones sein, den es ab heute, Donnerstag, kostenlos im App-Store gibt. Er bietet Informationen, die Möglichkeit, regelmäßig den Krankheitsstatus selbst zu erheben und den Wert an den Arzt zu schicken - und Erinnerungsmöglichkeiten für Arzneimitteleinnahme, Bewegungstraining und Arzt- bzw. Therapeutentermine. (APA/red)

11. Wiener Rheumatag: 16. November, Wiener Rathaus/Festsaal, 10.30 Uhr bis 17.00 Uhr

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