Super Mario und Link müssen Nintendo retten

10. November 2011, 14:43
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3DS und Wii verkaufen sich schlechter als erwartet, nun liegen alle Hoffnungen auf den Klassikern des Konzerns

Mit dem neuen Spielehandheld 3DS konnte Nintendo bislang nicht die Erwartungen erfüllen und auch die Jahre lang die Charts stürmende Heimkonsole Wii setzte 2011 keine Glanzpunkte. Dass die gebotenen Inhalte die Kritiker bislang nicht zu Jubelstürmen verleiten konnten, könnte dem Konzern noch egal sein, jedoch erreichten auch die Verkaufszahlen nicht die zuvor gesteckten Ziele. Die Konsequenz: Nach zwei Quartalsverlusten 2011 nahm der japanische Hersteller aufgrund der niedrigen Nachfrage, dadurch forcierter Preissenkungen und des starken Yens die Gewinnerwartung für das im März 2012 zu Ende gehende Geschäftsjahr drastisch von 35 Milliarden Yen auf eine Milliarde Yen zurück.

Späte Zugpferde

Das Geschäft ankurbeln müssen nun die vor Weihnachten erscheinenden Zugpferde des Videospielpioniers. "Super Mario 3D Land" (18. Nov) und "Mario Kart 7" (2. Dez) sollen die 3DS-Nachfrage anheizen, während "The Legend of Zelda: Skyward Sword" Anfang Dezember angestaubte Wiis aus dem Keller holen soll. Vor allem bei den 3DS-Vorzeigewerken geht es um viel. Sollte Nintendo nicht bald Bewegung ins seine angeschlagene Handheld-Sparte bringen, ist es fraglich, ob der Konzern sich langfristig gegen die neue Konkurrenz rund um Smartphone-Games und Sonys kommendem High-end-Spielehandheld PS Vita bewehren wird können. Insbesondere Smartphones ziehen Nintendos Plattform potenzielle Kunden ab. Konnte man mit Spielen wie "Gehirnjogging" auf dem DS noch das Konsumentenfeld stark erweitern, werden derartige Games für Zwischendurch heute günstig auf dem Touchsceen-Handy gezockt. Nintendo wird sich daher auf seine Fans und Kernspielerschaft konzentrieren müssen.

Ein Jahr zu überbrücken

Der Erfolgsdruck für die Entwickler des ersten vollständig für die Wii entwickelten Zeldas ist dabei ebenso nicht zu unterschätzen. Mit der Ankündigung der Wii-Nachfolgerin "Wii U" für das zweite Halbjahr 2012 könnte Nintendo noch ein gutes Jahr der eingesetzten Flaute überbrücken müssen. Die Hardware-Verkäufe gehen ob des technologischen Alters der Konsole und der Aussicht auf ein neues Gerät steil bergab, weshalb Profite vor allem über Softwareverkäufe eingefahren werden müssen. Am stärksten Videospielmarkt USA musste die Wii im Oktober laut Marktforschungsunternehmen NPD einen Absatzrückgang von 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hinnehmen - trotz vorangegangener Preissenkung.

Positiv gestimmt

Im Zuge des Quartalsberichts gab sich Nintendo-Chef Satoru Iwata dennoch zuversichtlich für das kommende Geschäftsjahr. "Ich verstehe, dass ihre größte Sorge ist, ob Nintendo in der Lage ist, zurück auf den Pfad konstanter Profite zu gelangen oder nicht", so Iwata gegenüber Anlegern und Analysten Ende Oktober. "Was den Nintendo 3DS betrifft, hat die Preissenkung der Hardware einen starken Verlust in diesem Fiskaljahr nach sich gezogen. Dennoch, mit der Aussicht auf sukzessive Kosteneinsparungen können wir mit Bilanzverbesserungen im kommenden Geschäftsjahr rechnen."

Mit den frühen Testberichten zum ersten 3DS-Zugpferd "Super Mario 3D Land" ist zumindest Licht am Ende des Tunnels zu erkennen. Laut Testberichte-Portal Metacritic geben Fachmagazine dem aktuellsten Mario-Kapitel durchschnittlich 9 von 10 Punkten. Jetzt müssen nur noch die Konsumenten positiv urteilen. (zw, derStandard.at, 10.11.2011)

  • Super Mario 3D Land soll Spieler für 3DS gewinnen
    foto: nintendo

    Super Mario 3D Land soll Spieler für 3DS gewinnen

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