Strache wirbt um "gemobbte" ÖVP-Funktionäre

10. November 2011, 13:01
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Spindelegger: "Seine persönliche Entscheidung, sich zurückzuziehen, ist zu respektieren" - SPÖ sieht Ende des Lobbyismus für Großbauern und Grüne orten Krise des Bauernbundes

Wien - "Wenn die Einladung von Bestseller-Autor Thilo Sarrazin tatsächlich dazu geführt hat, dass ÖVP-Bauernbundchef Grillitsch von seinem Parteivorsitzenden Spindelegger in die Wüste geschickt wird, ist das ein untrügliches Zeichen dafür, dass in der ÖVP rechtskonservative und heimatverbundene Kräfte keinerlei Platz mehr haben", meinte FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache als Reaktion auf den Rücktritt von Bauernbund-Chef Fritz Grillitsch. Strache reiche daher "all jenen ÖVP-Funktionären, die mit dem Linksabdriften ihrer Partei zutiefst unzufrieden sind, die Hand, ein Stück des Weges gemeinsam zu gehen". Die FPÖ sei heute die letzte im Land verbliebene Partei, die den Focus auf den Erhalt unserer Werte und Kultur lege. "Wer willens ist, dies gemeinsam mit uns zu verteidigen, ist uns herzlich willkommen", so Strache.

Die ÖVP hat sich am Donnerstag in einer Vielzahl von Aussendungen von Bauernbund-Chef Fritz Grillitsch verabschiedet und ihm für seine Arbeit gedankt. "Fritz Grillitsch übergibt einen starken Bauernbund. Seine persönliche Entscheidung, sich zurückzuziehen, ist zu respektieren", so ÖVP-Chef Michael Spindelegger, der sich ausdrücklich für die "hervorragende Arbeit" des scheidenden Präsidenten bedankte.

Für die SPÖ freute sich hingegen Kräuter, dass mit Grillitsch im Agrarbereich eine "Ära des Lobbyismus für Großbauern, der Reformverweigerung und der bürokratischen Strukturbewahrung" endet. Der Grüne Landwirtschaftssprecher Wolfgang Pirklhuber wertete den überraschenden Abgang als Zeichen der demokratiepolitischen Krise des Bauernbundes. (red/APA)

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