USA warnen vor Angriff auf Atomanlagen

10. November 2011, 19:38
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Pentagon: Attacke ist "letztes Mittel" - Khamenei warnt im Staatsfernsehen ebenfalls vor Angriff - Regime droht mit "eisernen Fäusten"

Teheran - US-Verteidigungsminister Leon Panetta hat in scharfen Worten vor einem Militärangriff auf die iranischen Atomanlagen gewarnt. Ein Angriff könnte nicht nur sein Ziel verfehlen, den Iran von seinen Plänen abzubringen, sondern auch "schwere Folgen" für die Region und die dort stationierten US-Truppen haben, sagte Panetta am Donnerstag bei einer Pressekonferenz. Ein Angriff würde das iranische Atomprogramm nur um drei Jahre zurückwerfen. Es dürfe nur ein "letztes Mittel" sein, sagte Panetta und rief die internationale Gemeinschaft zu härteren Sanktionen gegen Teheran auf.

Israels Regierung hatte vergangene Woche öffentlich über einen Militärschlag gegen den Iran diskutiert. Am Dienstag veröffentlichte die Internationale Atombehörde IAEA einen Bericht zum Iran. Demnach gibt es "glaubwürdige" Hinweise, dass der Iran an der Entwicklung von Atomwaffen gearbeitet und dazu bereits Tests einzelner Komponenten vorgenommen hat.

Die USA und mehrere EU-Länder forderten daraufhin verschärfte Sanktionen gegen Teheran, die beiden UN-Vetomächte Russland und China lehnten dies jedoch ab. Irans religiöser Führer Ayatollah Ali Khamenei warnte am Donnerstag, der Iran werde "mit aller Kraft" auf militärische Angriffe oder Drohungen seitens der USA und Israels reagieren. Die Revolutionären Garden, die Streitkräfte und die ganze Nation würden Angriffe "mit harten Schlägen und eisernen Fäusten beantworten".

UN-Generalsekretär warnt vor Militärschlag

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat ebenfalls vor einem Militärschlag gegen den Iran gewarnt. Nur durch Verhandlungen lasse sich der Konflikt lösen, sagte sein Sprecher am Donnerstag in New York. Zugleich riefen die Vereinten Nationen die Islamische Republik auf, den Resolutionen des Sicherheitsrates zu folgen und mit der Internationalen Atomenergiebehörde zusammenzuarbeiten. 

Russland will Iran weiterhin bei Ausbau unterstützen

Trotz der Sorge des Westens über eine mögliche militärische Dimension des iranischen Nuklearprogramms ist Russland zum Bau weiterer Atomreaktoren in dem Land bereit. Es gebe entsprechende Aufträge und "wir werden das prüfen", sagte der Chef der russischen Atomenergiebehörde Rosatom, Sergej Kirijenko, am Donnerstag. Der Bau von Atomreaktoren an sich sei "nicht Gegenstand des Zweifels innerhalb der internationalen Gemeinschaft", sagte er bei einem Kabinettstreffen.

Die Internationale Atomenergie-Behörde IAEA (IAEO) hat dem Iran vorgeworfen, an der Entwicklung von Kernwaffen gearbeitet zu haben. In israelischen Medien wird über einen Angriff spekuliert. Die Regierung in Teheran hat die Vorwürfe zurückgewiesen. (APA/Reuters)

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