Wiener Börse will Rest der slowenischen Tochter

10. November 2011, 11:51
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Übernahmeangebot für 18,99 Prozent der Börse Laibach veröffentlicht - Kaufpreis 8,9 Mio. Euro

Ljubljana - Die Wiener-Börse-Holding CEE Stock Exchange Group (CEESEG AG) hat nach einem jahrelangen Rechtsstreit mit der slowenischen Wertpapierbehörde am Donnerstag ein Übernahmeangebot für den Rest ihrer slowenischen Tochter Ljubljanska borza veröffentlicht. Die CEESEG AG besitzt seit 2008 bereits 81,01 Prozent der Laibacher Börse, das Offert bezieht sich somit auf die restlichen 18,99 Prozent, wie aus dem Übernahmeangebot hervorgeht.

Für die restlichen Aktien bietet die Wiener Börse den selben Aktienpreis von 1.401 Euro wie bei der Übernahme im Jahr 2008. Damit ist das restliche Aktienpaket 8,9 Mio. Euro wert. Das Offert ist vom 11. November bis zum 12. Dezember gültig.

Die CEESEG AG hat bereits im Juni 2010 weitere 16,5 Prozent der Börse-Aktien von vier Aktionären um den Aktienpreis von 1.401 Euro erworben. Diese Aktien werden nach dem Abschluss des neuen Übernahmeangebotes von einem Treuhandkonto an die CEESEG AG überwiesen, hieß es. Der Kaufpreis wurde gemäß einer Vereinbarung in zwei Raten bezahlt: zunächst 800 Euro je Aktie im Juni 2010, im Mai 2011 wurden dann 601 Euro nachgezahlt, nachdem die Wiener den Rechtsstreit mit der Wertpapierbehörde endgültig verloren hatten.

Der Rechtsstreit zwischen der Wiener Börse und der Wertpapierbehörde lief seit der Übernahme der Laibacher Börse im 2008, als die Wiener 81,01 Prozent der Anteile gekauft hatten. Hintergrund des Streits war eine Novelle des Übernahmegesetzes, die zwischen dem Verkauf und dem Closing in Kraft trat und die Wiener Börse auch zur Übernahme der restlichen Anteile verpflichtete. Die Behörde suspendierte im Dezember 2008 die Stimmrechte der Wiener, um durch diesen Akt ein Übernahmeangebot für die restlichen Anteile der Minderheitsaktionäre zu erzwingen. Im Jänner 2010 hatten die Wiener die Klage über den Stimmentzug vor dem Obersten Gerichtshof verloren, im Mai 2011 scheiterten sie auch vor dem Verfassungsgericht. (APA)

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