Übernahmeangebot für 18,99 Prozent der Börse Laibach veröffentlicht - Kaufpreis 8,9 Mio. Euro
Ljubljana - Die Wiener-Börse-Holding CEE Stock Exchange
Group (CEESEG AG) hat nach einem jahrelangen Rechtsstreit mit der
slowenischen Wertpapierbehörde am Donnerstag ein Übernahmeangebot für
den Rest ihrer slowenischen Tochter Ljubljanska borza veröffentlicht.
Die CEESEG AG besitzt seit 2008 bereits 81,01 Prozent der Laibacher
Börse, das Offert bezieht sich somit auf die restlichen 18,99
Prozent, wie aus dem Übernahmeangebot hervorgeht.
Für die restlichen Aktien bietet die Wiener Börse den selben
Aktienpreis von 1.401 Euro wie bei der Übernahme im Jahr 2008. Damit
ist das restliche Aktienpaket 8,9 Mio. Euro wert. Das Offert ist vom
11. November bis zum 12. Dezember gültig.
Die CEESEG AG hat bereits im Juni 2010 weitere 16,5 Prozent der
Börse-Aktien von vier Aktionären um den Aktienpreis von 1.401 Euro
erworben. Diese Aktien werden nach dem Abschluss des neuen
Übernahmeangebotes von einem Treuhandkonto an die CEESEG AG
überwiesen, hieß es. Der Kaufpreis wurde gemäß einer Vereinbarung in
zwei Raten bezahlt: zunächst 800 Euro je Aktie im Juni 2010, im Mai
2011 wurden dann 601 Euro nachgezahlt, nachdem die Wiener den
Rechtsstreit mit der Wertpapierbehörde endgültig verloren hatten.
Der Rechtsstreit zwischen der Wiener Börse und der
Wertpapierbehörde lief seit der Übernahme der Laibacher Börse im
2008, als die Wiener 81,01 Prozent der Anteile gekauft hatten.
Hintergrund des Streits war eine Novelle des Übernahmegesetzes, die
zwischen dem Verkauf und dem Closing in Kraft trat und die Wiener
Börse auch zur Übernahme der restlichen Anteile verpflichtete. Die
Behörde suspendierte im Dezember 2008 die Stimmrechte der Wiener, um
durch diesen Akt ein Übernahmeangebot für die restlichen Anteile der
Minderheitsaktionäre zu erzwingen. Im Jänner 2010 hatten die Wiener
die Klage über den Stimmentzug vor dem Obersten Gerichtshof verloren,
im Mai 2011 scheiterten sie auch vor dem Verfassungsgericht. (APA)