Nach Mord an Wiener Pensionistin: Ermittlungen im Familienumfeld

10. November 2011, 18:26
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Stich in den Hals war für 85-Jährige tödlich - Suche nach Küchenmesser

Wien - Nach dem Mord an der 85-jährigen Pensionistin aus Wien-Leopoldstadt, die am Dienstagabend von ihrem Sohn tot in ihrer Wohnung aufgefunden worden war, sucht die Polizei den Täter im engeren Umfeld. Die Ermittlungen konzentrieren sich zunächst auf die Verwandten. Eine konkrete Spur zum Täter fehlte aber bis Donnerstagabend.

Die Frau dürfte mit ihren eigenen Krücken erschlagen worden sein. Tödlich war schlussendlich ein Stich in den Hals, berichtete Polizeisprecherin Regina Steyrer. Aus der Küche der alten Dame fehlt ein Messer, auch ihre Krücken sind verschwunden. Der 55-jährige Sohn der Frau, ein Lehrer in einer HTL in Donaustadt, gab an, dass aus der Wohnung seiner Mutter, die ein Stockwerk unter ihm lebte, die Gegenstände fehlten.

Befragungen abgeschlossen

Verschwunden blieben auch die Handtasche, ein Handy und ein Schnurlostelefon der Pensionistin. Dafür wurde von den Ermittlern ein Geldbetrag gefunden. Wie Steyrer Berichte der Tageszeitungen "Österreich" und "Krone" bestätigte, sprach sie jedoch von einem Betrag in "nicht so enormer Höhe". In den Artikeln war von 700.000 Euro die Rede.

Die Erhebungen konzentrierten sich am Donnerstag auf das Familienumfeld. Die Frau hat noch einen Bruder und einen Neffen, die allerdings nicht in Wien, sondern in anderen Bundesländern wohnen. Die Befragungen im Wohnhaus in der Blumauergasse 20 sind vorläufig abgeschlossen. Konkrete Hinweise von den Nachbarn gab es nicht.

Umgebung mit Hunden abgesucht

Die Leiche der 85-Jährigen ist am Dienstag gegen 19.00 Uhr gefunden worden. Der Sohn hatte sich in der Früh von seiner Mutter verabschiedet und war dann zu seinem Arbeitsplatz gefahren. Am Abend wollte er bei der betagten Frau nach dem Rechten sehen. Im Wohnzimmer entdeckte er die am Boden liegende Tote und verständigte die Rettung.

Die Pensionistin wies massive Verletzungen an Armen, Oberkörper und Kopf auf. Außerdem wurden ihr von ihrem Peiniger zahlreiche Stichwunden zugefügt. Die Obduktion ergab, dass die Frau zwischen 9.00 und 12.00 Uhr getötet worden war. Die genauere Eingrenzung des Tatzeitraumes war nicht zuletzt wegen der hohen Raumtemperatur in der Wohnung schwierig. Als die Rettung eintraf, war bereits die Leichenstarre eingetreten.

Die Umgebung rund um den Tatort wurde am späten Dienstagabend mit Hunden abgesucht. Die Aktion blieb jedoch ohne Ergebnis. Die Polizei ging zunächst von einem Raubmord aus. Die Wohnung der 85-Jährigen war sehr gepflegt. Es habe Anzeichen gegeben, als hätte jemand die Räumlichkeiten durchsucht. Die Wohnung sei aber nicht "komplett umgedreht" worden, hieß es. Einbruchsspuren an der Eingangstür wurden nicht gefunden. Die Frau dürfte ihren Mörder in die Wohnung gelassen haben. (APA)

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