Facebook löscht Seiten mit Vergewaltigungswitzen

10. November 2011, 12:41
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Betreiber lenken nach vermehrten Beschwerden ein

Die Betreiber des sozialen Netzwerks Facebook folgten am 4. November einer Forderung von Frauenberatungsorganisationen wie Women's Views on News und nahmen Seiten offline, auf denen Witze und verharmlosende Bemerkungen zu Vergewaltigungen veröffentlicht wurden. "Es gibt keinen Platz auf Facebook für Inhalte, die Hass verbreiten, bedrohen oder verhetzen", erklärte Facebook gegenüber BBC.

Druck ausgeübt

Die nun getätigten Äußerungen stehen im starken Kontrast zu einer diesbezüglichen Stellungnahme des Konzerns im August. Damals hieß es noch, "wenn jemand einen groben Scherz macht, wird er auch nicht aus dem Pub geworfen" - gleiches gelte für Facebook. Der Sinneswandel Anfang November dürfte durch die zunehmenden Beschwerden von Menschenrechtsbewegungen herbeigeführt worden sein. Zeitgleich übten Unternehmen Druck aus, weil sie sich über die Schaltung ihrer Anzeigen auf den besagten Seiten Sorgen machten. 

Noch viel zu tun

Frauenrechtsorganisationen zeigten sich erfreut über Facebooks einlenken. Dennoch gäbe es noch viel zu tun. "Bloß Seiten zu entfernen, geht nicht weit genug", meint Jane Osmond von Women's Views on News. "Die Öffentlichkeit muss darüber in Kenntnis gesetzt werden, dass Facebook seine Position geändert hat." Es müsse demnach ein klares Zeichen gesetzt werden, wonach ein derartiges Verhalten nicht geduldet würde. Mit Sprüchen und Witzen wie "Q: Which is better to rape four month old boys or four month old girls ??? A: it dosent matter as long as their dead!!!" und "You know shes playing hard to get when shes trying to break out of your van" generierten manche Gruppen bis zu 190.000 "Likes". Nach wie vor findet man derartige Seiteneinträge auf Facebook. (zw)

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BBC

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    foto: derstandard.at/screenshot
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