Griechenland-Schulden steuern 200 Prozent an

10. November 2011, 10:58
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Staatsschuld wird im nächsten Jahr in Italien bei 120,5 Prozent liegen - Irland folgt mit 117,5 Prozent

Brüssel - Die EU-Herbstprognose zeigt ein düsteres Bild. Angesichts der anhaltenden Finanzkrise dürfte 2012 nicht nur das Wirtschaftswachstum fast zum Erliegen kommen, sondern auch die Staatsverschuldung der Länder auf neue Negativ-Rekorde steigen. Für Griechenland, das heuer 162,8 Prozent des BIP an Gesamtverschuldung aufweist, ist ein weiterer Anstieg auf 198,3 Prozent prognostiziert.

Italien wird zwar seine Staatsschulden demnach nicht erhöhen, aber bei 120,5 Prozent bleiben und den zweithöchsten Wert der EU-27 aufweisen. Dann folgt Irland, wo eine Erhöhung von 108,1 im laufenden Jahr auf 117,5 Prozent vorausgesagt wird.

Über der 100-Prozent-Staatsschuldengrenze wird demnach im kommenden Jahr noch Portugal liegen, das einen Anstieg von derzeit 101,6 auf dann 111,0 Prozent verzeichnet. Belgien kratzt mit prognostizierten 99,2 Prozent an der ominösen Grenze 2012, für heuer wird ein Wert von 97,2 Prozent erwartet.

Österreich an neunter Stelle

Österreich liegt bei der Staatsschuld 2012 mit vorausgesagten 73,3 Prozent innerhalb der 17 Euroländer hinter Frankreich (89,2), Deutschland (81,2) und Spanien (73,8) an neunter Stelle. Dahinter liegen laut Schätzung der EU-Kommission Malta (70,8), Zypern (68,4), Niederlande (64,9), Finnland (51,8), Slowenien (50,1), Slowakei (47,5), Luxemburg (20,2) und Estland (6,0).

Die durchschnittliche Gesamtverschuldung der Eurozone steigt im nächsten Jahr von derzeit 88,0 auf 90,4 Prozent. Für die EU-27 wird eine Erhöhung der Staatsschuld von 82,5 auf 84,9 Prozent prognostiziert.

Dabei zeigt sich, dass die Nicht-Euro-Länder eine wesentlich niedrigere Gesamtverschuldung aufweisen als die Staaten der Währungsunion. Die höchste Staatsschuld weist hier Großbritannien mit 84,0 Prozent für das laufende Jahr auf, für 2012 wird ein Anstieg auf 84,9 Prozent vorausgesagt. Dahinter liegen - bezogen auf das nächste Jahr - Ungarn (76,5), Polen (57,1), Lettland (45,1), Dänemark (44,6), Tschechien (41,9), Lettland (38,5), Rumänien (35,8), Schweden (34,6) und Bulgarien (18,3). (APA)

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