Wie Larry Page Google aus der Midlife Crisis holt

10. November 2011, 12:36
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CEO Larry Page sieht sich mit Problemen konfrontiert und versucht dem Unternehmen ein erwachsenes Image zu verpassen

Der Google-Chef Larry Page mag keine Meetings und kann auch E-Mails nicht ausstehen, da das ständige Hin und Her zu lange dauert, um Probleme zu lösen, schreibt die New York Times. Die Zeitung sieht momentan viele Probleme für die Suchmaschine und glaubt das Unternehmen in einer Midlife Crisis.

Probleme

Google wächst nicht mehr so rasant wie in den Anfangsjahren, Angestellte wechseln zu anderen cooleren Start-Ups und staatliche Regulierungen und Konkurrenten wie Facebook, Apple und Amazon machen dem Suchmaschinenriesen zu schaffen.

Veränderungen

Darum macht Larry Page, der im April als CEO zurückgekehrt ist, nun größere und kleinere Veränderungen. 25 Projekte wurden von ihm geschlossen, dafür hat er den größten Deal der Firmengeschichte unter Dach und Fach gebracht, den Kauf der mobilen Sparte von Motorola. Damit setzte das Unternehmen eine Fuß in das Hardware-Geschäft.

Vorbild Steve Jobs

Larry Page versucht, ähnlich wie  Steve Jobs, der Firma seinen persönlichen Stempel aufzudrücken. So hat er sich vom exzessiven Nutzen von E-Mails abgewandt und trifft schnelle unilaterale Entscheidungen. "Seitdem ich die Position des CEO übernommen habe, habe ich den Großteil meiner Energie auf die Geschwindigkeit und Umsetzung bei Google fokussiert", sagte Page gegenüber Analysten.

Zu schnell?

Kritiker sehen in der Geschwindigkeit, mit der Page vorgeht, ein Problem. Vor allem die Schließung von Projekten könnte für Google gefährlich werden. Denn es war immer Googles Markenzeichen seinen Entwicklern Zeit für Experimente zu geben. Ein Angestellter fürchtet, dass Google dadurch einige Leute verlieren könnte.

Vom Programmierer zum Businessman

Für Mark Mahaney, Analyst bei der Citigroup ist Page "sicherlich aktiv" gewesen. "Aber ob er aktiv und erfolgreich sein wird, wissen wir noch nicht", sagt Mahaney weiter. Die neuen Aufgaben haben Larry Page verändert. Der autodidaktische Programmierer hat gelernt mit Teilhabern und Analysten zu reden, verweigert aber meist das Gespräch mit der Presse.

Klopausen

Er hat auch wieder eine Assistentin, die für ihn die ungeliebten Meetings ausmacht. Diese dauern nur 50 Minuten, denn in einem seiner ersten Memos als CEO hat Page verordnet, dass stundenlange Meetings für Klopausen unterbrochen werden müssen.

Google als größte Bedrohung für Google

Trotz des großen Druck von außen dominiert Google das Suchmaschinengeschäft und ist hoch profitabel. Auf einer Konferenz antwortet Page auf die Frage, was die größte Bedrohung für das Unternehmen sei: "Google."

Schwerfällig geworden

Das Problem ist, dass das Unternehmen so schnell gewachsen ist. Es hat mehr als 31.000 Angestellte und dieses Jahr bisher 27,3 Milliarden US-Dollar eingenommen.  Aber Google ist in der Entwicklung schwerfällig geworden, weshalb Angestellte zu jüngeren Firmen wie Facebook wechseln, wo die Entwicklung noch schneller vorangeht.

Triumvirat

Bei Google mussten immer Larry Page, Mitbegründer Sergey Brin und der ehemalige CEO und jetzige Vorstandsvorsitzende Eric Schmidt entscheiden, bevor etwas geschehen konnte. Der Prozess war oft langwierig und Start-Ups haben den Giganten binnen Monaten überholt. Mit Larry Page alleine an der Spitze ist dies nun anders.

Schnelle Entscheidungen

"Es ist nun viel mehr der Stil des Steve Jobs als das drei-köpfige Monster, das Google zuvor war", sagte ein ehemaliger Google Vorstand. "Als Eric noch dort war, ist man in ein Produkt-Meeting oder ein Führungs-Meeting konnten alle bei jeder einzelnen Entscheidung mitreden. Larry ist viel eher bereit eine O.K.-Entscheidung gleich zu treffen, als eine perfekte Entscheidung später", sagte die Quelle zur New York Times.

Struktur umgekrempelt

Larry Page hat die ganze Struktur bei Google umgekrempelt. Die Vorstände müssen nun wöchentlich zu einem persönlichen Treffen erscheinen, um sich durch Entscheidungen zu wühlen. Eine Idee die sich der CEO vom New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg geborgt hat.

Stärker eingebunden

Larry Page ist viel stärker in die Produktentwicklung eingebunden als Eric Schmidt. Er interessiert sich für Details - so war er bei der Entscheidung involviert der Gmail Homepage eine größere Anmeldebox zu verpassen - fordert aber seine Angestellten auf in größeren Maßen zu denken.

Google ist erwachsen geworden

Durch die Schließung der vielen Projekte, befürchten einige Angestellte, dass Google neue Geschäfte verliert, bevor sie Zeit haben, zu wachsen. Für Sergej Brin ist das Risiko gerechtfertigt, um zu zeigen, dass Google erwachsen geworden ist, wie er in einem Interview erzählte.

"Geek Street Cred"

Larry Page ist im Unternehmen immer noch populär, nicht zuletzt deswegen, weil er "Geek Street Cred" besitzt, wie ein Angestellter der New York Times erzählte. Noch außen ist für viele immer noch Eric Schmidt das Gesicht von Google, aber auch hier übernimmt Page immer mehr die Führungsrolle. Zuletzt meinte er auf einer Konferenz: "Ich bin froh im Amt zu sein." (soc)

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    CEO Larry Page nimmt sich Steve Jobs als Vorbild, hat aber noch "Geek Street Cred"

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