Tote bei Zusammenstößen nach Präsidentschaftswahl

9. November 2011, 22:33

Opposition erkennt Wahlergebnis nicht an

Managua - Nach den Präsidentschaftswahlen in Nicaragua sind bei Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften, Anhängern und Gegnern des wiedergewählten Präsidenten Daniel Ortega vier Menschen ums Leben gekommen. Zehn weitere wurden nach Angaben der Polizei vom Mittwoch verletzt. In Coperna, 500 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Managua, sei ein Anhänger Ortegas gestorben, als die Sicherheitskräfte in die Auseinandersetzungen am Dienstagabend eingriffen. Bei Zusammenstößen in San José de Cusmapa im Nordwesten des Landes starben demnach drei Oppositionelle.

Bei der Wahl am vergangenen Sonntag wurde Präsident Ortega mit 62,65 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. Sein stärkster Konkurrent Fabio Gadea kam auf 30,9 Prozent. Er sprach von Wahlbetrug und erklärte, das Ergebnis nicht anzuerkennen. Auch ein weiterer Kandidat, Arnoldo Aleman, der sechs Prozent der Stimmen bekam, lehnte das Wahlergebnis ab. Wahlbeobachter aus der Europäischen Union und der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) berichteten von Behinderungen ihrer Arbeit während des Urnengangs sowie von Unregelmäßigkeiten, ohne aber das Ergebnis insgesamt infrage zu stellen. (APA)

giconda b.
01
11.11.2011, 15:46

es wurde nicht von behinderungen während des urnenganges berichtet, sondern von behinderungen im vorfeld. der vorwahlprozess - da wurden laut Eu und OAs bericht zu viele Hürden für die schlecht organisiert opposition aufgestellt. der wahlausgang wurde nicht in frage gestellt, wurde aber bis jetzt nicht anerkannt. solange das nicht passiert, stärkt man die kräfte die gewalt provozieren.
aber vielleicht kommt ja bald der RETTER- so schaut´s aus.

permobil
01
11.11.2011, 17:25

... " In einem Fünftel der aufgesuchten Wahllokale sei der Mission (OAS) der Zugang verwehrt worden, diese Situation sei besorgniserregend.... die Arbeit der OAS sei in erheblichem Umfang behindert worden. "

"Lokale Organisationen wie Etica y Transparencia und dem Institut für Demokratie IPADE charakterisierten die Wahlen dagegen als "weder fair, noch glaubwürdig". In einem Fünftel der kontrollierten Wahllokale seien keine Mitglieder der oppositionellen Unabhängigen Liberalen Partei PLI im Wahlvorstand vertreten gewesen. Diese Beobachtung bestätigte die OAS-Mission am Sonntagabend. "

Nach der nicaraguanischen Verfassung hätte Ortega als amtierender Präsident gar nicht zu den Wahlen antreten dürfen.

... aber alles normal gell

surl
 
01
11.11.2011, 11:29
Das war der logische nächste Schritt.

Die (US-)Taktik, die sich leider schon viele Male bewährt hat wird also konsequent fortgesetzt:

(1) Mediale Stimmungsmache gegen den politischen Feind druch die "westlichen", US-dominierten Medien. Dabei ist unerheblich, ob die Anschuldigungen stimmen, da es kaum jemandem auf der ganzen Welt möglich ist, deren Richtigkeit zu überprüfen.
(2) Unterstützung der lokalen Opposition - wirtschaftlich, medial und ggf. auch militärisch.
(3) Initiieren von Protesten/Aufständen durch die Opposition bis hin zu einem von außen unterstützten Bürgerkrieg (z.B. Libyen) oder Militärputsch (z.B. Honduras).

Ich hoffe, dass es diesmal nicht so weit kommt, befürchte aber das Schlimmste.

surl
 
01
11.11.2011, 13:44
Nachtrag...

Traurig ist, dass die Bevölkerung den Berichten noch immer ohne nachzudenken Glauben schenkt, obwohl regelmäßig verschiedene Propaganda-Lügen aufgedeckt werden (Eines der aufsehenerregendsten Beispiele der jüngeren Vergangenheit ist die Lügenkampagne zum letzten Irakkrieg)

In diesem Zusammenhang finde ich es besonders erschütternd, wie sich die internationale Berichterstattung im Standard qualitativ entwickelt hat.
Jüngstes Beispiel sind die Artikel von Frau Weiss zur Wahl in Nicaragua. Diese schlagen unreflektiert in die Kerbe, die aus Nordamerika vorgegeben wird.

Im Vergleich dazu wirkt sogar dieser APA-Artikel erfrischend nüchtern.

Hört auf mich
01
10.11.2011, 04:32
"lehnte das Wahlergebnis ab"

Sehr interessante Formulierung. Die FDP in Deutschland lehnt glaube ich die letzten Wahlergebnisse auch ab, was aber nichts über deren Anerkennung aussagt.

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