Iran lässt inhaftierte Filmemacher auf Kaution frei

9. November 2011, 21:41
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Unabhängige Dokumentarfilmer wegen Arbeit für BBC festgenommen

Teheran - Die iranische Justiz hat zwei seit September inhaftierte Filmemacher auf Kaution freigelassen. Die beiden Dokumentarfilmer Katajun Shahabi und Mehran Sinatbahsch, die wegen ihrer Zusammenarbeit mit dem britischen Rundfunksender BBC festgenommen worden waren, seien nach Zahlung einer Kaution entlassen worden, meldete die amtliche Nachrichtenagentur ISNA am Mittwoch. Demnach wurde der ebenfalls inhaftierte Filmemacher Hadi Afarideh bereits "vor einigen Wochen" freigelassen.

Mitte September waren sechs unabhängige Dokumentarfilmer unter dem Vorwurf festgenommen worden, für den persischen Dienst der BBC gearbeitet und Filme mit dem Ziel produziert zu haben, "dem Ruf des Iran zu schaden". Die Festnahme von Sinatbachsh war damals nicht bekanntgegeben worden. Der iranische Geheimdienstminister Heidar Moslehi hatte Ende September aber mitgeteilt, dass die Justiz weitere Filmemacher wegen ihrer Kooperation mit der BBC vorgeladen habe. Zwei der Festgenommenen wurden bereits wieder freigelassen.

Die BBC hatte nach der Festnahme der Filmemacher erklärt, sie habe die Rechte an ihren Filmen gekauft, nicht aber ihre Produktion in Auftrag gegeben. Der Sender bezeichnete die Vorwürfe als weiteren Versuch der Regierung, Druck auf sie auszuüben "wegen ihrer parteilosen und ausgeglichenen Berichterstattung". Im Iran ist die Zusammenarbeit mit ausländischen Radio- und Fernsehsendern verboten. Die Regierung wirft insbesondere der BBC und der Voice of America (VOA) vor, an einem "Komplott" zur Destabilisierung der Regierung mitzuwirken. (APA)

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