"Gute Rechtsberatung wäre doppelt so teuer"

Irene Brickner , 9. November 2011, 21:21
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    Hinweistafel im Lager Traiskirchen. Gute Rechtsberatung geht laut Diakonie über reine Information hinaus - und das kostet Geld.

Nach einem Monat Erfahrung klagen Diakonie und Volkshilfe über akuten Geldmangel

Wien - Die Caritas als eine der erfahrensten Hilfsorganisationen macht bei der im Oktober gestarteten, flächendeckenden Asylwerber-Rechtsberatung gar nicht mit. Denn mit den Pauschalsätzen, die der Staat bezahlt, komme man bei weitem nicht aus.

"Gute Rechtsberatung, die menschenrechtlichen Qualitätskriterien entspricht, wäre doppelt so teurer", sagt Caritas-Generalsekretär Bernd Wachter. Der Bund überweist den neuen Rechtsberatern pro betreutem Flüchtling und Verfahrensstadium 191 bis 194 Euro. Der Rechtsbegleiter steht dem Schutzsuchenden im gesamten Asylverfahren kostenlos zur Verfügung, von der Zulassung über die erste zur zweiten Instanz.

Von dem Geld muss der Berater bezahlt, müssen Fahrt-, Dolmetscher- und Logistik-Kosten für die gesamte Beratungsorganisation beglichen werden: laut Wachter viel zu knapp kalkuliert. "Wie knapp das ist, wird klar, wenn man sich vergegenwärtigt, dass eine Asylverhandlung in zweiter Instanz im Asylgerichtshof sieben bis zehn Stunden dauern kann - für den Berater sieben bis zehn Arbeitsstunden", bestätigt dies Christoph Riedl von der Diakonie.

Als Vorsitzender der "Arge Rechtsberatung" spricht Riedl aus der Innenperspektive: Im Unterschied zur Caritas beteiligt sich die Diakonie zusammen mit der Volkshilfe als "Arge" an der staatlichen Asylberatung, die durch die EU-Rückführungsrichtlinie erzwungen worden ist.

Darüber hinaus ist nur noch der Verein Menschenrechte Österreich (VMÖ) mit im Boot. Dieser hatte die anderen NGOs in den vergangenen Jahren mittels Unterbietens fast vollständig aus der staatlich finanzierten Ausländerbetreuung verdrängt, etwa in den Schubhaften. Auch die Höhe der neuen Rechtsberatungspauschale hat im Endeffekt der VMÖ bestimmt, denn der Zuschlag wurde nach dem Billigstbieterprinzip erteilt - und diese Summe alsdann per Verordnung festgelegt.

VMÖ-Obmann Günter Ecker streut der Diakonie und der Volkshilfe im Standard-Gespräch Rosen: "In der Asylwerber-Rechtsberatung bahnt sich eine wirklich professionelle Zusammenarbeit an." Von Geldmangel hingegen will er nichts wissen: "Im Gegenteil, im Zuge des Ausschreibeverfahrens ist es gelungen, den Pauschalsatz für die Beratung zu verdreifachen."

Ursprünglich nur 75 Euro

Tatsächlich waren in den ersten Gesetzesentwürfen knappe 75 Euro pro Flüchtling und Verfahrensstadium umhergegeistert. Aber laut einem Sprecher des Innenministeriums handelte es sich dabei um eine Kalkulation auf reiner Stundenlohnbasis: "Im Unterschied zu jetzt war das keine All-inclusive-Summe. Reise-, Dolmetscher und Organisationskosten waren darin nicht enthalten."

Die derzeitigen Pauschalbeträge seien keineswegs üppig, sondern im Gegenteil "alles andere als kostendeckend", bekräftigt Riedl von der Diakonie: "Vernünftige Rechtsberatung, die sich für den Einzelfall Zeit nimmt, kann man damit nicht machen." Nur mithilfe von Spendengeldern sei derzeit ein Auskommen zu finden - "und es ist fraglich, ob das den Vorgaben in der EU-Rückführungsrichtlinie entspricht".

Diese nämlich bestimme: "Die Mitgliedstaaten - und nicht Private - stellen sicher, dass Rechtsberatung kostenlos gewährt wird."(DER STANDARD Printausgabe, 10.11.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 65
1 2
erxxich
24
11.11.2011, 21:47
Österreich umgeben von sicheren Drittstaaten

In Anbetracht dieser Tatsache sollte sollte es diese großen Probleme nicht geben !! Außerdem sind 95% meist ungelernte, schlecht gebildete Wirtschaftsflüchtlinge !!!

heinz strobl
 
00
12.11.2011, 23:59
Naja das stimmt

und auch nicht.Es gibt Staaten, die schicken Leute in den Tod zurück(zB Polen).So sicher sind die nicht.
Die meisten wollen eh nicht zu uns.Sie werden nur unglücklicherweise zu früh aufgegriffen.

Hubert Ungeist
 
00
13.11.2011, 13:03
Wohin wollen si dann?

Und glaubens nicht das die anderen auch Dublin II konform vorgehen?

heinz strobl
 
00
12.11.2011, 23:53
woher wissen sie all das?

Hellcat
11
11.11.2011, 19:05

Die Zahlen sind falsch.

King of Cowards
00
12.11.2011, 13:55

Ihre Zähne sind falsch.

Robert Alexander
00
11.11.2011, 18:09
Differenzieren zwischen echten und Wirtschaftsflüchtlingen.

Dann haben wir um 80% weniger und können uns um die "Echten" entsprechend kümmern und vor Allem darauf schauen, dass sie arbeiten (können und dürfen).

mstislav raskachlovitsch
00
14.11.2011, 08:42
sind ja eh "echte Wirtschaftsflüchtlinge".......

Die Ente Lippens
22
11.11.2011, 17:00
Gutes Geschäft für die staatlich finanzierte Flüchtlingsbetreuungswirtschaft.

"Wundere mich", dass in Österreich nicht vorgestellt wird, wie in anderen EU Staaten dieses Thema administriert wird. Da gäbe es große Überraschungen.

King of Cowards
01
12.11.2011, 13:48

Meinen Sie damit das Asylwesen in Griechenland? Auf so einen Vergleich kann ich gerne verzichten, danke.

legal eagle
 
00
12.11.2011, 12:45

und welche?

pnoid
53
10.11.2011, 18:18
Ich wünsche Euch allen,

die Ihr die Flüchtlingsbetreuung als unnötig verschleudertes Geld ansehen, dass Ihr selbst in die Situation kommt Flüchtling zu werden! Dann sollt Ihr spüren, wie das ist, wenn Euch die, die Ihr um Schutz anbettelt Euch nur als den letzten Abschaum ansehen! Aber vielleicht kommt das ja schneller als erwartet (soziale ungerechtigkeit, der Kampf ums Wasser usw!)! Und wehe, es fühlt sich dann einer von Euch Würstchen ungerecht behandelt!

Thomas Felder1
00
11.11.2011, 18:06

die werden alle keine flüchtlinge, das wären ja dann volksverräter. nein, da wird dann wieder für blut und boden gekämpft, fürs Reich und so, kennen wir ja alles schon

Die Ente Lippens
02
11.11.2011, 16:57
Österreich ist umringt von menschenrechtswidrigen EU-Staaten, sodass man nur in dieses fremdenfeindliche Österreich kommen kann?

Der mit dem Wanz tolft
68
10.11.2011, 14:14
Am besten, wir beschneiden das Budget für die Familienbeihilfe,...

...die Pensionen, die Pflegeversicherung, die Arbeitslosenversicherung, die Krankenkassen usw usw usw, damit diejenigen, die endlich auch etwas aus diesen Töpfen bekommen wollen, eine besonders gute Rechtsvertretung bekommen.

aufgeklärtbisheiter
11
11.11.2011, 06:44

Ich fürchte Ihnen geht's zu gut.

Die Ente Lippens
02
11.11.2011, 16:58
Ich fürchte, bald haben wir geld für weder noch.

aufgeklärtbisheiter
01
11.11.2011, 23:11

Das ist vermutlich korrekt. Doch können die Asylwerber am allerwenigsten dafür.

angelvoices
10
10.11.2011, 13:38
Dichtung und Wahrheit

auf beiden Seiten läßt die Kosten explodieren...

leon383
610
10.11.2011, 13:37
noch besser

wär die ganzen kosten für asylwerber zu sparen für und das Geld welches dann übrigbleibt den Pensionisten draufzahlen, die 30 jahre oder mehr in das österreichische system reingezahlt haben und nur die Mindestpension bekommen.

aufgeklärtbisheiter
32
11.11.2011, 06:48

Gute Idee. Am besten wärs auch noch, Sie würden die Leute dann selber folten oder töten, dann bräucht man sie dafür auch nicht mehr zurückschicken, spart somit die Transportkosten.

Und für dieses verbal geäusserte pastöse Stoffwechselendprodukt erhalten Sie auch noch jede Menge "Grün", zum Kotzen.

TheHansn
00
28.11.2011, 23:04

danke aufgeklaertbisheiter fuer die unermuedlichen postings!! mir ists oft zu hart einer runde von (ich sage das nicht gerne) minderbemittelten ignoranten immer wieder die eigene bloedheit vor augen zu fuehren!!

xyz75
10
12.11.2011, 16:32
aufgeklärtbisheiter0

.. und wie bloed muss man sein, um so einen Text zu posten?

pjodre bär
31
10.11.2011, 14:22
bravo

gute idee

Erwin Wolfram
12
10.11.2011, 13:12
...

die spaetfolgen fuer den staat sind:
- schuldhaftes verhalten in bezug auf terror
- lebenslange zeugenschaft dafuer, dass der westen ein unrechtsregime ist
- legitimierung untauglicher prozeduren fuer profit als state oft he art
es liegt daher korruption und staatsschaedigung vor...

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