Aus dem Reich der bewegten Mitte

9. November 2011, 19:09
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Die Ausstellung "Zauber des bunten Schattens" im Theatermuseum umreißt sämtliche Stile des chinesischen Schattentheaters

Wien - Die Wurzeln der chinesischen Schattenspielkunst liegen im Sakralen: Buddhistische Mönche illustrierten bereits vor 1300 Jahren Szenen aus dem Leben Buddhas, indem sie sich kunstvoll verfertigter Papierfiguren bedienten. Allmählich ging das Wissen um das Schattenspiel auf die gewerbsmäßigen Theatermacher über: Diese belebten zahlreiche Legenden und Sagen und hantierten mit Papier.

Um allfälligen Abnützungserscheinungen vorzubeugen, wichen die Papierschatten kunstvollen Farbprodukten aus Leder. Das Österreichische Institut für China- und Südostasienforschung nennt eine reiche Sammlung solcher Schattenrisse aus Rinds-, Esel- und Kamelleder sein Eigen. Manche dieser Figuren sind 200 Jahre alt; neben den "Schauspielern" existieren große Bühnenbilder. Die einschlägigen Stücke tragen Titel wie Reise nach dem Westen, Die Weiße Schlange oder, emanzipatorisch wertvoll: Die Frauengeneräle der Familie Yang.

Die Ausstellung Zauber des bunten Schattens (bis 5. 3. 2012) im Österreichischen Theatermuseum wird am 17. November eröffnet: Sie ist Bestandteil des China-Jahres 2011 und firmiert als Kooperation mit dem Österreichischen Institut für China- und Südostasienforschung.

Ab 17. November gastiert auch das Schattentheater aus Changsha, Provinz Hunan, und zeigt Schildkröte und Kranich. Kenner dieser Virtuosen meinen, man gewinne Eindrücke wie von computeranimierten Kurzfilmen. Es gibt Vorstellungen für Schülerinnen und Schüler aller Schulstufen. (poh / DER STANDARD, Printausgabe, 10.11.2011)

Österreichisches Theatermuseum im Palais Lobkowitz, 1010 Wien, Lobkowitzplatz 2, täglich außer Dienstag 10 bis 18 Uhr

  • Da sich das ursprünglich verwendete Papier rasch abnützte, wurden Schattenfiguren später auch aus Leder und anderen robusteren Materialien gefertigt.
    foto: theatermuseum

    Da sich das ursprünglich verwendete Papier rasch abnützte, wurden Schattenfiguren später auch aus Leder und anderen robusteren Materialien gefertigt.

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