"I'm Still Here": Ein Star zerbricht (oder auch nicht)

9. November 2011, 18:31
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Joaquin Phoenix in "I'm Still Here" - und die weiteren Filmstarts der Woche im Überblick

Komisch an I'm Still Here, Casey Afflecks Dokumentarfilm über den Niedergang respektive die Lebenskrise des US-Schauspielers Joaquin Phoenix, sind vor allem die Kritiken aus der Zeit, als noch nicht durchgesickert war, dass die ganze Sache ein abgekartetes Spiel ist. So monierte etwa Roger Ebert, dass der Film eigentlich nur einem Zweck dienen würde: einen weiteren Nagel in den Sarg (von Phoenix) zu stoßen.

Doch auch schon Ebert kam der eine oder andere Zweifel, ob dieses mit Wackelvideokamera festgehaltene Dokument einer Selbstdemontage eines Stars, wie man sie - mal abgesehen von Britney Spears - so destruktiv selten gesehen hat, echt sei. Zu dödelig gebärdet sich Phoenix bei seinem Auftritt bei David Letterman, um sich hernach dramatisch allzu perfekt im Central Park in Selbstreue zu üben; auch seine peinlichen Versuche, als HipHop-Sänger zu punkten: "to good to be true".

Jetzt, wo man weiß, es ist eine Mockumentary, kann man leicht klüger sein. Was von I'm Still Here dennoch bleibt, ist ein (konstruiertes) Bild dessen, was an Stars genauso erregt wie der Glanz: die Nachtseite, in der sie an ihren menschlichen Schwächen zerbrechen.

 

Freud und andere Götter
Die weiteren Filmstarts der Woche

David Cronenbergs A Dangerous Method widmet sich den Anfängen der Psychoanalyse, Roland Emmerich in Anonymus Shakespeare. Im US-Liebesmelo Blue Valentine kann man Michelle Williams und Ryan Gosling als Paar erleben. Weiters: der Historienfilm Krieg der Götter, die Komödie What a Man, die Doku Taste the Waste sowie König der Löwen im 3-D-Pelz. (kam / DER STANDARD, Printausgabe, 10.11.2011)

  • Joaquin Phoenix, massiv in der Krise.
    foto: koch media

    Joaquin Phoenix, massiv in der Krise.

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