Großes Gewerbegebiet in griechischer Koloniestadt entdeckt

9. November 2011, 18:33
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Deutsche Archäologen gruben umfangreiche Anlage auf Sizilien aus

Bonn - Schon die antiken Griechen planten ihre Städte umsichtig, um Menschen in den Wohnvierteln vor Dreck und Lärm zu schützen: Auf Sizilien entdeckten deutsche Wissenschafter ein großes  Gewerbegebiet im Bereich der antiken griechischen Koloniestadt Selinunt (7. bis 3. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung). Das Handwerksviertel über eine Länge von mehr als 600 Metern an der Stadtmauer gehöre damit zu den größten, die bekannt seien.

Vor allem die Töpfereien hätten konzentriert am Stadtrand gelegen. "Qualm, Gestank und Lärm belästigten auf diese Weise nicht so sehr die anderen Bewohner", stellte der Bonner Archäologe und Koordinator des deutsch-italienischen Projekts, Gabriel Zuchtriegel, fest. Die Grabungen zeigten, dass sich die Töpfer zu Kooperativen zusammenschlossen und die Öfen von bis zu sieben Metern Durchmesser gemeinsam nutzten. Ziel des Grabungsprojekts sei die Erforschung eines bis dato wenig beachteten Lebensbereichs der antiken Stadt.

Vom Misch- zum reinen Gewerbebetrieb

Die Archäologen fanden heraus, dass noch in der Frühphase der Stadt Wohn- und Arbeitsbereiche in einer Art Mischgebiet zusammengelegen haben, aber einige Töpferwerkstätten schon am Stadtrand standen. Die Wissenschafter sehen das als Hinweis auf eine sehr frühe Stadtplanung. Im Lauf des 5. Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung seien Wohn- und Arbeitsbereich immer mehr getrennt worden. (red/APA)

  • Archäologen von der Universität Bonn legen einen Brennofen frei.   Die Grabungen 
zeigten, dass sich die Töpfer zu Kooperativen zusammenschlossen und die Öfen von 
bis zu sieben Metern Durchmesser gemeinsam nutzten.
    foto: martin bentz/uni bonn

    Archäologen von der Universität Bonn legen einen Brennofen frei.  Die Grabungen zeigten, dass sich die Töpfer zu Kooperativen zusammenschlossen und die Öfen von bis zu sieben Metern Durchmesser gemeinsam nutzten.

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