EU soll gegen "undemokratische" Entwicklungen vorgehen

9. November 2011, 17:13
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    foto: apa/tw1

    Susanne Scholl fordert die EU auf, Sanktionen gegen Ungarn einzuleiten.

Journalistin Scholl richtete offenen Brief an EU - Karas distanzierte sich von Aufruf

Wien - Die österreichische Journalistin Susanne Scholl und mehrere Mitstreiterinnen haben die EU-Kommission und den Europäischen Rat in einem offenen Brief vor "undemokratischen und gefährlichen" Entwicklungen in Ungarn gewarnt. Eine dem Brief zugeordnete Online-Petition wurde bis Mittwoch von rund tausend Menschen unterschrieben. In dem Schreiben, dass auch an österreichische EU-Parlamentarier in Brüssel gerichtet war, wird eine deutlichere Haltung der Union gegenüber der ungarischen Regierung von Viktor Orban gefordert.

Rechtsextremer Theaterintendant

Anlassfall für Brief und Petition ist die Einsetzung eines neuen Intendanten an einer Budapester Bühne. Der langjährige Leiter des "Neuen Theater" wurde laut Medienberichten von der Stadtregierung, die von der Orban-Partei Fidesz geführt wird, durch den "nationalsozialistisch" ausgerichteten Istvan Csurka ersetzt. Dieser gründete in den 1990er Jahren die rechtsextreme Kleinpartei MIEP (Partei für Ungarisches Recht und Leben) und soll laut Medienberichten die Umbenennung der Bühne in "Heimatfront-Theater" planen.

EU-Sanktionen gegen Ungarn

Für Scholl steht der Vorfall für eine allgemeine Entwicklung in Ungarn, der auch die umstrittene neue Verfassung und den Umgang mit der Roma-Minderheit betreffe. In der österreichischen Petition heiße es: "Ungarn bewegt sich seit dem Wahlsieg des Herrn Orban unaufhaltsam in Richtung Faschismus - und die EU schaut einfach zu."

Als Reaktion der EU seien etwa Sanktionen wie jene gegen Österreich im Jahr 2000 vorstellbar, sagte Scholl. Besonders die Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP) im EU-Parlament, der die ungarische Fidesz wie auch die ÖVP angehört, sei gefordert: "Die könnten auch einmal etwas sagen", so Scholl. Es müsse aber auch die EU als Ganzes lauter werden.

Karas sieht keinen Faschismus vorliegen

Auf die Petition antworteten bisher der Leiter der VP-Delegation in Brüssel, Othmar Karas, sowie die grüne EU-Abgeordnete Ulrike Lunacek. Lunacek habe mitgeteilt, sie teile die Befürchtungen von Scholl und ihren Kolleginen, hieß es. Die europäischen Grünen würden immer wieder auf besorgniserregende Entwicklungen in Ungarn hinweisen.

Karas distanzierte sich in einem Antwortschreiben von der Wortwahl der Ungarn-Petition: "Ich wäre mit dem Begriff 'Faschismus' sehr vorsichtig", schrieb Karas laut einem von Scholl zur Verfügung gestellten Mail. Die Regierung Orban habe bei demokratischen Wahlen eine Zwei-Drittel-Mehrheit erhalten, was man "hier nicht zum Vorwurf machen" sollte. "Unabhängig davon schaut die EU in keinem Land weg", so Karas. Für Scholl dagegen tut die EU nicht genug - die demokratische Legitimation Orbans sei zudem kein Gegenargument: "Auch Hitler ist gewählt worden", sagte sie. Der Verweis auf demokratische Wahlen sei ein "Totschlag-Argument". (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 106
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Alexander Patjomkin
02
15.12.2011, 13:52
Soll gerade die EU definieren, was demokratisch ist und was nicht ?

Die EU ist die undemokratischste Kostruktion überhaupt in Europa. Dazu brauche ich keine Argumente auflisten, hoffe ich..

derie Standardin
11
7.12.2011, 19:00

Ist das nicht etwas übertrieben???
Theaterintendant ok, aber sonst? Die fidesz ist keine faschistische Partei wie es in diesem blatt gerne dargestellt wird, über den Umgang mit minderheiten sehe ich von seitens der neuen Verfassung & keine wirklich oagen sachen.
(Sanktionen mal so beilaufig aus einem Land wo in der Hauptstadt eine Rechtsextreme Partei 2. stärkste ist, und bei wahlen morgen besser abschneiden würde als die Jobbik in ungarn). Wenn man sich überlegt dass die Fidesz in einer auf absolut demokratischen weise eine 2/3-el mehrheit stellt, fragt man sich, wer "undemokratisch" ist, wenn man auf sanktionen pocht. Ich bin für Kritik bzgl. fidesz zu haben, aber nicht auf diesem niveau Fr. Scholl

marcopolo1971
 
11
15.12.2011, 10:52

Sie sind ziemlich uninformiert wie es scheint. Es geht nicht darum, wie Fidesz an die Macht gekommen ist, sondern darum, dass eine dmeokratische Mehrheit niemanden berechtigt, die Demokratie abszuschaffen. Hier übrigens viele Nachrichten dazu, was beim Nachbarn geschieht. Lesen bildet: http://www.pesterlloyd.net/

Alexander Patjomkin
23
15.11.2011, 12:18
Das Schiff EU ist im sinken, aber die Passagiere diskutieren darüber, dass die Suppe gestern Abend ein bisschen versalzen war..

globetrottel
32
15.11.2011, 22:18

Wieder einmal ein Posting mit brillantem Relevanzgehalt....

sandokan55
24
10.11.2011, 23:21
„in einem offenen Brief vor "undemokratischen und gefährlichen" Entwicklungen in Ungarn gewarnt „

Ah, die schöne Entwicklungen im Russland damals, nach 1991
– die pure Demokratie, das atemberaubende Wirtschaftswachstum, der nie dagewesene Wohlstand des Volkes -
die waren die schöne Zeiten für Fr.Scholl&Co!

Und jetzt ruft die Fr.Lunacek noch den Herrn Cohn-Bendit, den zukünftigen Jugendschutzbeauftragter der EU zu Hilfe?

Sandor Kocsis
32
14.11.2011, 13:07

Ah: hatte schon die alte kommunistische Technik vermisst: verunglimpfen wir den Boten, und gehen wir nicht auf den Inhalt der Nachricht ein - denn die ist dann sicher unwahr

globetrottel
22
14.11.2011, 00:55

Immer derselbe "Trick" von Ihnen und Ihresgleichen : Beschäftigen wir uns nicht damit, wenn wir (oder das von uns vertretene) kritisiert wird, sondern versuchen wir, auf anderes abzulenken...

Mária Bognár-Meyne
54
10.11.2011, 23:15
Langsam habe ich...

das Gefühl, dass Menschen wie Frau Scholl den Verstand verloren haben. Das fasse ich einfach nicht.
Ich verbitte mir solche unverantwortliche Vorwürfe, und ich weise sie zurück.

I. O.
32
11.11.2011, 07:34
Liebe Marica....

es ist wirlich so schwer zu begreifen das gibbt Menschen welchen durchschauen und ablehnen die Machenschaften von die Erzkonservativen, Nationalisten und Rechtsradikalen.....?

2012 Showdown
 
11
10.11.2011, 16:32
Ok!

Dann sollten sie gleich in Brüssel damit anfangen!

ghjkl
00
10.11.2011, 16:20

die autokraten in brüssel sollen und vor den autokraten in ungarn also beschützen?

V995
82
10.11.2011, 15:53
die ungarn gehören wie die griechen rausgeschmissen

Alexander Patjomkin
13
10.11.2011, 20:06
Zwischen den zwei ländern gibt es einen riesen Unterschied..

Ungarn schadet niemandem, Greechenland ist dabei die EU komplett und restlos zu ruinieren...

more ideas
 
30
10.11.2011, 15:49
und die kest gehoert auf 35 % erhoeht

auch wie in der schweiz ggg

more ideas
 
20
10.11.2011, 15:47
man braeuchte ja nur den

(Eigenmietwert einer Eigentumswohnung versteuern)
ein Mieter muss ja auch sein Einkommen
versteuern bevor er die Miete bezaht.

Kredite gehoeren natuerlich abgezogen.

p.s in der Schweiz gibt es das !!!

Geronimo 02
11
10.11.2011, 15:29
,-(

ja herr karas, haben sie für diese antwort vorher in der evp und wien angefragt?
aber ihr aufbegehren gegen strasser war ja nicht politisch gewertet sondern nur wegen ihrer nachteile, gell.
nun sind WIR wieder dort, wo WIR immer schon waren, gell.
aber mit dieser aussage:
"Unabhängig davon schaut die EU in keinem Land weg",
brauchen sie sich nicht zu genieren, da passen sie ganz genau in das politikerschema hinein.
denn wie die EU und damit auch sie immer hinschaut können wir ja ohnehin jeden tag aufs neue erleben.

pionier1999
43
10.11.2011, 15:02
Raeuber im Anzug II

2012 hat die FIDESZ einfach den Betrag mal 10fach erhöht und über ein Hintertürchen eingeführt.

Danke, so raubt man seine Bürger aus und richtet sein Land zu Grunde.

Aber es ist nicht zu erwarten, das die Partei bei der naechsten Wahl abgestraft wird.

Armes, blindes Ungarn....

Janosch bacsi
14
10.11.2011, 17:32

Abgesehen davon, daß kein Immobiliensteuer eingeführt wird (gerade im Fernsehen gehört), was haben Ihre Postings mit dem eigentlichen Thema zu tun? Einfach nur auf Ungarn schimpfen, das ist alles was Sie können. Stimmt's?

pionier1999
00
10.11.2011, 21:55

Hallo!

Würden Sie mir verraten auf welchen Sender sie diese Nachricht gehört haben? Die Printmedien bericht bisher nur von der Einführung der Steuer.

Im weitern schimpfe ich nicht auf Ungarn, da ich selbst hier ganzjaehrig lebe und arbeite. Ich bin hier verheiratet.

Daher liegt mir sehr wohl was an diesem Land, da es ja auch unsere Zukunft betrifft. Wir sitzen alle im selben Boot und das hat ein Leck....

Ich kann aus eigener Sache sprechen, das meine Frau und ich diesen Kosten trotz 2. Gehaelter nur schwer aufbringen können und wir dafür auf zB Urlaub verzichten müssen.

Im weitern wurde ja unsere Wohnung schon beim Kauf versteuert, daher sehen wir nicht ein, warum wir jetzt nochmals zahlen sollen.

So bestraft man seine Bürger...

Janosch bacsi
00
10.11.2011, 22:23

Auf hírTV haben's gebracht, unten auf der Leiste.
http://mno.hu/belfold/s... anado-5648

pionier1999
12
10.11.2011, 15:01
Raeuber im Anzug

Schlimm finde ich auch die Plaene der Regierung für die Einführung einer Immobliliensteuer.

Ab 2012 wird es den Bezirksregierungen möglich sein, den Marktwert einer Immobilie (egal ob Wohnung, Haus oder Industrie) mit bis zu 3% pro Jahr zu besteuern.

Für eine 10 Millionen (ca. 30000 Euro, je nach Wechselkurs) Wohnung (in Budapest bedeutet das so um die 40 – 50 m2), würden dann rund 1000 Euro/Jahr an Steuern anfallen. Das ist mehr als ein durchschnittliches Monatsgehalt.

Viele Familie sind gar nicht in der Lage so einen Betrag für die Steuer abzuzweigen. Was soll mit denen werden?

Die Idee kam schon von der vorherigen Regierung (und wurde von der damaligen Opposition abgelehnt – also von der FIDESZ).

Bagolyvár
11
13.11.2011, 21:15
Fallen Sie auf jede Zeitungsente ein?

Das besagt alles!

barney
66
10.11.2011, 14:15
Intervention?

Warum kommt niemand auf die Idee, daß es sich einfach um eine ungeheuerliche Einmischung in inner-ungarische Angelegenheiten handelt?

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