Datenmärkte der Zukunft sollen nicht an Österreich vorbeigehen

9. November 2011, 15:20
posten

Plattform will sich an Marktentwicklung beteiligen - Datenschutz als zentraler Aspekt bei Produktentwicklung

Die Menge an digitalen Daten, die die rasant zunehmende Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien mit sich bringt, erhöht sich explosionsartig. Etwa 90 Prozent aller weltweit vorhandenen Daten sind laut Schätzungen allein in den vergangenen beiden Jahren entstanden, heißt es in einer Aussendung des Forschungszentrums Telekommunikation Wien (FTW). Vor diesem Hintergrund wurde im Rahmen des heute, Mittwoch, zu Ende gehenden Future Internet Symposiums 2011 in Wien eine Plattform gegründet, die sich mit Wertschöpfungspotenzialen in sogenannten digitalen Datenmärkten auseinandersetzt.

"Comet"

Der Gedanke, der sich hinter der Gründung des "Vereins für Innovation und Erforschung vernetzter digitaler Daten - Digital Networked Data" verbirgt, ist, dass sich bei der Generierung, Vernetzung und Strukturierung von derartigen Datenmengen auch Möglichkeiten für österreichische IT-Unternehmen auftun. Der Direktor des im Rahmen des Forschungsförderprogramms "Comet" geförderten FTW, Wolrad Rommel, sieht im Gespräch mit der APA die Grundidee der Innovationsplattform darin, "dass es noch keinen konkreten Markt gibt, sondern dass dieser Markt erst kreiert wird".

"In der vernetzten Welt liegen überall Daten herum", so der Forscher. Es stelle sich nun die Frage nach der Nutzbarkeit dieser Daten, die in den meisten Fällen mehrere "Eigentümer" hätten. Hier ginge es vor allem auch um Fragen des Datenschutzes und der Privatheit. Man müsse viele Aspekte berücksichtigen, bis man überhaupt über sinnvolle Dienstleistungen nachdenken könne, die "man auf solche Daten draufsetzen kann".

Entwicklung des Marktes

Aufgabe der Plattform sei es, sich zu überlegen, in welche Richtung die Entwicklung des Marktes gehen könnte. Auf der einen Seite ginge es darum, die Forschungsaktivitäten zu bündeln und Technologien zu entwickeln und auf der anderen Seite darum, Marktpotenziale zu identifizieren. Man werde versuchen einzuschätzen, wo neue Softwarelösungen gebraucht werden und wo man bereits vorhandene Lösungen anbieten und einsetzen kann.

Gegründet wurde der Verein von Rommel und Vertretern der Beratungsfirma milestone, des IT-Dienstleisters STI international Austria und der Technischen Universität Wien. Im nächsten halben Jahr wird die genaue Konzeption erarbeitet und Ende nächsten Jahres soll eine größere öffentliche Veranstaltung folgen, in der konkrete Projekte und Maßnahmen vorgestellt werden. (APA)

Share if you care.