Gebauer-Einbürgerung verzögert sich

9. November 2011, 14:46
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Antrag hängt im Sportministerium fest - Darabos will erläuterndes Gespräch mit ÖFB-Präsident Windtner

Wien - Das Thema Team-Tormann ist um ein Fragezeichen reicher. Denn Österreichs Fußball-Nationaltrainer Marcel Koller kann sich nicht sicher sein, dass er mit Thomas Gebauer im kommenden Jahr eine zusätzliche Option hat. Der Einbürgerungsantrag des Deutschen hängt nämlich derzeit im Sportministerium fest. Ressortchef Norbert Darabos (S) wartet ein persönliches Gespräch mit ÖFB-Präsident Leo Windtner ab, um herauszufinden, ob der zuletzt nicht immer fangsichere Ried-Goalie tatsächlich eine Bereicherung für das Nationalteam wäre.

Betrieben wurde der Einbürgerungsantrag von der SV Ried. Über die Landesstellen wanderte der Akt ins Innenministerium, das wie in solchen Fällen üblich eine Anfrage an das zuständige Ressort, in dem Fall das Sportministerium, weiterleitete, ob man dort eine vorzeitige Verleihung der Staatsbürgerschaft befürworten würde.

Eingetroffen ist der Akt dort Anfang Oktober. Darabos hatte nun die Verpflichtung, sich mit dem zuständigen Verband, also dem ÖFB, in Verbindung zu setzen, ob es den 29-jährigen Bayern, Tormann des Jahres in der Saison 2008/09, wirklich im österreichischen Teamdress braucht. Die Antworten, die der Minister überliefert bekam, waren ihm nicht genug.

Denn ÖFB-Sportdirektor Willi Ruttensteiner beschränkte sich laut einem "Krone"-Bericht darauf, auf die Frage, ob Gebauer auf seiner Position durch einen österreichischen Sportler gleichwertig ersetzt werden könnte, "Nein" und auf die Frage, ob Gebauer im Falle einer Einbürgerung sofort im Nationalteam spielen würde, mit "Ja" zu antworten.

Da wüsste Darabos dann doch gerne Genaueres. Sein Büro bestätigte am Mittwoch, dass mit dem ÖFB noch Klärungsbedarf bestehe. Diesbezüglich werde es auch ein Gespräch des Sportministers mit ÖFB-Präsident Windtner geben. Erst dann werde das Ministerium dem Innenressort eine Empfehlung übermitteln.

Sollte Darabos zum Ergebnis kommen, dass der Rieder Kapitän für das Nationalteam wertvoll genug für eine vorgezogene Einbürgerung ist, dürfte es dann auch funktionieren. Meistens werden die entsprechenden Vorschläge der Ressorts dann auch vom Innenministerium in den Ministerrat eingebracht und abgesegnet.

Wann der nächste Schub an Einbürgerungen "wegen außerordentlicher Leistungen" in die Regierung kommt, war vorerst nicht zu erfahren. Nicht unüblich sind solche Beschlüsse bei einer der Sitzungen im Dezember, womit Gebauer allenfalls schon beim ersten Länderspiel im kommenden Februar gegen Finnland debütieren könnte. (APA)

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