Verkauf über Mobilfunker und ohne SIM-Lock im Handel geplant
Der chinesische Telekomkonzern Huawei forciert seine
Marke in Österreich. In den nächsten drei Monaten sollen
Huawei-Handys und ein Tablet-PC mit Android in Österreich auf den Markt
kommen. Das kündigte Daniel Zhou, seit Mai 2011 Huawei-Österreich-Chef,
am Mittwoch in Wien an. Das Unternehmen ist
seit 2006 in Österreich aktiv, bisher aber zumeist als
Technologie-Zulieferer für andere Marken.
Tablet
Das Huawei Media Pad ist bereits in anderen Ländern erhältlich. Das Tablet wird von einem 1,2 GHz starken Dual-Core-Chip angetrieben und besitzt ein 7 Zoll großes Display mit 1280 x 800 Pixel Auflösung. Zur Ausstattung gehören auch zwei Kameras mit 5 und 1,3 Megapixeln, WLAN und ein HSPA+-Modul. Das Gehäuse ist aus Aluminium gefertigt und soll besonders robust sein. Als Betriebssystem kommt Android 3.2 zum Einsatz. Das Tablet soll 379 Euro kosten.
Smartphones
Naben dem Outdoor-Handy Discovery D51 mit GPS, Kompass und Notruftaste um 125 Euro, legt Huawei auch mit neuen Android-Smartphones am Mobilfunkmarkt nach. Das 9,9 mm dünne Vision (U8850) mit 3,7-Zoll-Display bietet einen 1 GHz Snapdragon-Prozessor und eine 5-Megapixel-Kamera. Der interne Speicher kann mit microSD-Karten erweitert werden. Das Honor (U8860) bietet ein 4 Zoll großes Display, eine 1,4 GHz Single-Core-CPU und eine 8-Megapixel-Kamera. Bei beiden Modellen kommt Android 2.3 zum Einsatz. Das Vision soll 319 Euro kosten, das Honor wird ab 339 Euro erhältlich sein.
89 Mitarbeiter
2010 machte Huawei-Österreich 74,7 Mio. Euro Umsatz, dieser soll
heuer um 10 bis 15 Prozent steigen, so Zhou. Das Unternehmen
beschäftige derzeit 89 Mitarbeiter, drei Viertel davon sind
Österreicher. Über den Einstieg in den Endgerätemarkt soll es im
nächsten Jahr zu einem Umsatzplus von 20 Prozent kommen. 2012 will
Huawei in Österreich 500.000 Endgeräte verkaufen, neben
Handys auch Datensticks und Festnetz-Telefone. Dabei werde der
Vertrieb über alle Kanäle angestrebt: Neben Telekom-Firmen und
Elektronik-Märkten auch über den Lebensmittelhandel. Die Firma Lidl
hat schon im August angekündigt, ab Herbst Huawei-Handys zu
verkaufen. Seit 2006 habe Huawei in Österreich zwei Mio. USB-Modems
verkauft, sagte Zhou.
45 Millionen Geräte
Weltweit hat das 1988 gegründete Unternehmen Huawei 2010 28 Mrd.
Dollar Umsatz gemacht, im ersten Halbjahr 2011 waren es 15,2 Mrd.
Dollar (11,02 Mrd. Euro) . Der Gewinn machte im Halbjahr 12,4 Mrd.
Yuan (1,42 Mrd. Euro) aus. Bisher wurden heuer weltweit 45 Mio.
Geräte abgesetzt, im gesamten Jahr sollen es 60 Mio. werden. Von den
120.000 Mitarbeitern sind 44 Prozent in Forschung und Entwicklung
beschäftigt. Das Unternehmen habe bis Ende 2010 49.000 Patente
eingereicht (17.765 wurden gewährt) sagte Zhou. Das Unternehmen stehe
zu 100 Prozent im Eigentum der Mitarbeiter. Das heiße, das zwei
Drittel aller Mitarbeiter Aktien besitzen, wer ausscheidet muss seine
Anteilsscheine an den Gewerkschaftsfonds zurückgeben.
Hochegger-Verstrickung
In Österreich will Huawei abgesehen vom Einstieg in den Markt mit
mobilen Endgeräten und der Ausstattung des Breitband-Marktes auch mit
Kooperationen mit technischen Lehranstalten punkten. Details wurden
am Mittwoch aber noch nicht bekanntgegeben. T-Mobile arbeitet bei der
Erneuerung ihrer GSM-Infrastruktur mit Huawei zusammen. In die
österreichischen Schlagzeilen geriet das chinesische Unternehmen
heuer auch, weil es laut Medienberichten eine Lobbying- und
Provisions-Vereinbarung zwischen Huawei und der dem Lobbyisten Peter
Hochegger zugeordneten zypriotischen Firma Astropolis gegeben hat. (red/APA)