Schutz vor Kontrastmittelschaden bei Herzpatienten

9. November 2011, 12:13
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Durch Röntgenkontrastmittel können die Nieren geschädigt werden - Eine Studie widmet sich der Prävention

Frankfurt - Bei Herzkatheteruntersuchungen kommen Röntgenkontrastmittel zum Einsatz, wenn Herz und Herzgefäße mittels einer Koronarangiographie dargestellt werden. Diese Kontrastmittel können die Funktion der Nieren des Patienten verschlechtern. Insbesondere Patienten mit einer vorgeschädigten Niere sind gefährdet, nach Kontrastmittelgabe eine kontrastmittel-induzierte Nierenschädigung (kurz "KIN" für kontrastmittel-induzierte Nephropathie) zu entwickeln. Warum eine KIN entsteht, ist noch nicht ganz geklärt. Vermutet wird, dass eine Durchblutungsminderung der Nieren durch das Kontrastmittel direkt oder indirekt eine entscheidende Rolle spielt.

Inwiefern sich die Zahl der KIN-Fälle senken lässt, indem man die Nieren auf eine kommende Durchblutungsstörung vorbereitet - in der Fachsprache Präkonditionierung genannt - ist Gegenstand einer von der Deutschen Stiftung für Herzforschung (DSHF) geförderten Forschungsarbeit des Kardiologen Fikret Er der Klinik III für Innere Medizin am Herzzentrum des Universitätsklinikums Köln. Die Studie untersucht, ob die Präkonditionierung bei Patienten mit vorgeschädigten Nieren, denen eine Herzkatheteruntersuchung bevorsteht, vor einem Kontrastmittelschaden schützt, so die Herzstiftung in einer Aussendung. Die Arbeit wurde kürzlich mit dem August Wilhelm und Lieselotte Becht-Forschungspreis für das Jahr 2011 ausgezeichnet.

Kontrastmittelschaden verringern

"Die KIN geht mit einem erhöhtem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einer erhöhten Sterblichkeit einher. Zahlreiche vorbeugende Maßnahmen sind in der Vergangenheit bereits erprobt worden. Nur wenige zeigten Vorteile", sagt der Preisträger Er. Aus Untersuchungen anderer Forschungsgruppen ist bekannt, dass eine Präkonditionierung Vorteile haben kann. Eine Erklärung, warum es zu dieser vorteilhaften Wirkung kommt, ist noch Gegenstand der Forschung. Die Präkonditionierung wird am einfachsten mittels einer Oberarmblutdruck-Manschette durchgeführt. Hierzu wird die Durchblutung des Arms durch Aufblasen der Manschette für fünf Minuten unterbrochen. Dieser Vorgang wird mehrfach wiederholt.

In einer randomisierten, prospektiven Studie sind 100 Patienten (71 Männer, 29 Frauen) mit eingeschränkter Nierenfunktion untersucht worden, bei denen eine Herzkatheteruntersuchung mit Kontrastmittelgabe durchgeführt wurde. Bei 50 Patienten wurde eine Präkonditionierung durchgeführt, bei der anderen Hälfte nicht. Es galt herauszufinden, ob die Anzahl der KIN-Fälle durch die Präkonditionierung gesenkt werden kann. Tatsächlich entstand ein kontrastmittelbedingter Nierenschaden bei 6 Patienten (12 Prozent) mit Präkonditionierung und 20 Patienten (40 Prozent) ohne Präkonditionierung. "Durch eine Präkonditionierung vor Kontrastmittelgabe lassen sich die Folgen auf die Nieren deutlich reduzieren, zumindest bei Patienten mit bereits eingeschränkter Nierenfunktion", so der Studienautor abschließend. (red)

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