"Grüne Elektronik": Greenpeace fühlte Herstellern auf den Zahn

9. November 2011, 11:31
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Selbst Sieger Hewlett Packard hat Aufholbedarf

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat den großen internationalen Unterhaltungselektronik-Konzernen bezüglich der Umwelttauglichkeit ihrer Produkte bzw. deren Herstellung auf den Zahn gefühlt. Das Ranking basiert auf einer Reihe von Kriterien, etwa der Verwendung erneuerbarer Energieträger, Recyclingmöglichkeiten und Vermeidung gefährlicher Chemikalien sowie nachhaltigen Betriebsabläufen. Resultat: Selbst der Sieger, Hewlett Packard, habe Aufholbedarf. Auf den Stockerlplätzen folgen Dell und Nokia.

Rücknahmeprogramme

"Elektronikschrott ist der weltweit am stärksten wachsende Müllberg. Die gesamte Branche ist hier gefragt, Rücknahmeprogramme für ihre Produkte vor allem in Ländern ohne entsprechende gesetzliche Regelungen auszubauen und detaillierte Informationen darüber zu veröffentlichen. Das betrifft auch das im Ranking erstplatzierte Unternehmen HP", sagte Claudia Sprinz von Greenpeace.

Ein vorderer Platz im Greenpeace-Ranking sei keineswegs ein Freifahrtschein, so die Organisation. Denn auch jene, die gut abgeschnitten haben, müssten noch einige Schritte setzen, um einen wirklich "grünen" Weg einzuschlagen. Deshalb wird in erster Linie die Verbesserung der Klimabilanz, die Verlängerung der Produkt-Lebensdauer sowie die Sicherstellung einer verantwortungsvollen Beschaffung von Rohstoffen gefordert, hieß es am Mittwoch in einer Aussendung.

"Nachhaltige Betriebsabläufe"

Positiv schnitt Sieger HP bei Kriterien "Nachhaltige Betriebsabläufe" ab: Der Elektronik-Konzern erhielt die maximale Punktzahl für sein nachhaltiges Papierbeschaffungswesen, das konsequent Lieferanten ausschließt, die im Zusammenhang mit illegalem Holzeinschlag oder Urwaldabholzung stehen. Auch bei der Verwendung von Mineralien zeigte HP laut Greenpeace Verantwortung. Ein wichtiger Punkt, denn die Förderung von Coltan-Erz (Tantal) für Mobiltelefone hielte beispielsweise den Kongo im permanenten Kriegszustand.

Im Bereich Energie zeigte sich HP transparent, legte Emissionen offen, die bei der Herstellung seiner Produkte entstanden und konnte das beste Programm zur Messung und Reduktion von Treibhausgas-Emissionen seiner Lieferanten vorweisen. Ganz anders der letztplatzierte Elektronik-Hersteller Research in Motion (RIM). Dem kanadischen Blackberry-Produzenten fehlte es laut Greenpeace nicht nur an Zielen zur Reduktion von Treibhausgas-Emissionen, RIM informierte die Öffentlichkeit auch noch unzureichend über dessen Umwelt-Performance. Zudem enthielten alle Produkte des Unternehmens gefährliche Chemikalien. Positiv bewertet wurden nur die Bemühungen, Zulieferer von Mineralien aus Kriegsgebieten sowie Papier aus illegaler Waldzerstörung auszuschließen. (APA)

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