ÖVAG steht vor Job-Kahlschlag

9. November 2011, 10:11
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Zeitungsberichten zufolge soll jeder zweite ÖVAG-Mitarbeiter gehen müssen, die Bank dementiert und spricht von "überzogenen Zahlen"

Wien - Bei der Österreichischen Volksbanken AG (ÖVAG), der die Republik Österreich 2009 eine Mrd. Euro an Kapital zugeschossen hat, steht nun ein massiver Personalabbau an - 500 Jobs sollen gestrichen werden, jeder Zweite müsse gehen, schreibt die Tageszeitung "Kurier". "Dass es einen Mitarbeiterabbau geben wird, ist bereits kommuniziert, aber die kolportierten Zahlen sind überzogen", sagte dazu ÖVAG-Sprecherin Petra Roth. Das Ausmaß der Stellenstreichungen könne erst nach der Information der Mitarbeiter bekanntgegeben werden. Dies werde in den nächsten Wochen erfolgen.

Dem Zeitungsbericht zufolge wird der erste Schub noch heuer freigesetzt, der Rest in den kommenden beiden Jahren. Die ÖVAG schreibt seit Jahren Verluste und hat nicht genügend Eigenkapital, seit 2008 gibt es keine Ausschüttungen mehr.

Kapitalvorschriften

Um den neuen europäischen Eigenkapitalvorschriften zu entsprechen, müsste das Eigenkapital der ÖVAG laut Europäischer Bankenaufsicht EBA um 972 Mio. Euro höher sein als es ist. Nun sollen ganze Geschäftszweige aufgelassen und ganze Sparten stillgelegt werden. Davon betroffen dürfte laut "Kurier" insbesondere der Immobilienbereich der VB Real Estate. Deutlich zusammengekürzt werden sollen auch die Finanzierungen für Großunternehmen, auf welche die 2005 um 800 Mio. Euro übernommene Investkredit spezialisiert ist.

"Wegen der schwierigen wirtschaftlichen Umfeldbedingungen werden wir uns auf das Kerngeschäft konzentrieren, was natürlich mit einem Mitarbeiterabbau einhergeht - aber das ist nichts Neues", sagte Roth.

Neben der Übernahme der Investkredit lastete auch der Erwerb der Kommunalkredit in der Finanzkrise 2008 schwer auf der ÖVAG. Die Osttöchter der Volksbank International AG gehen - bis auf die verlustträchtige Tochterbank in Rumänien - um 585 Mio. Euro an die russische Sberbank. Vor einem Jahr hatte sich die VBI noch rund 1 Mrd. Euro dafür erhofft.

60,8 Prozent der ÖVAG halten die 68 Volksbanken, 23,4 Prozent die deutsche DZ Bank, 9,4 Prozent die Victoria-Gruppe und 5,7 Prozent die Raiffeisen Zentralbank. (APA)

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