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Wien - Kinder sind keine "kleinen Erwachsenen". Das trifft erst recht auf die Medizin zu, wenn es durch die Schwere einer Verletzung um schnellste und intensivste Betreuung von Betroffenen geht. Teilweise aber werden Spezifika von Patienten im Kindes- und Jugendalter erst durch neue wissenschaftliche Forschungen klar. Mit dem Thema "Akutmedizin im Kindesalter" beschäftigt sich am 25. und 26. November ein Kongress am Wiener Donauspital.
"Das Schwerpunktthema sind Verbrennungen im Kindes- und Jugendalter. Da sind wir in Wien am Donauspital für die Spitäler des Krankenanstaltenverbundes (KAV, Anm.) und das umgebende Niederösterreich das spezialisierte Zentrum", sagte der Leiter der Abteilung für Kinder- und Jugendchirurgie, Alexander Rokitansky. Am Donauspital werden pro Jahr rund 200 Kinder und Jugendliche mit Verbrennungen behandelt, rund 20 davon mit schweren Verletzungen, vier bis fünf mit sehr gravierenden Verbrennungen. Solche Verletzungen sind im Kleinkindalter relativ häufig. "Zum Glück sind sehr schwere Verbrennungen aber relativ selten", sagte der Kinderchirurg.
Entscheidend in der medizinischen Versorgung solcher Patienten ist aber das reibungslos funktionierende Zusammenspiel der beteiligten Spezialisten. Das fängt schon beim Notarzt an und geht über die Kinder-Intensivmedizinern und Chirurgen bis zu allen anderen Mitgliedern des Ärzteteams und der Pflege.
Verbrennungen: Infektionsgefahr und mögliche Organschäden
Rokitansky: "Bei schweren Verbrennungen kann es zum Einschwemmen von Resten des verbrannten Gewebes ins Blut kommen." Das wiederum kann Organe schädigen oder gar zum Versagen bringen. Gleichzeitig besteht eine extrem hohe Infektionsgefahr. Intensivmedizinische Versorgung, eventuell mit vorübergehendem Organersatz (z. B. für die Nieren), und eine möglichst optimale chirurgische Therapie ergänzen einander. Der Aufwand kann groß sein, manchmal ist eine jahrelange Betreuung notwendig, weil es mit Vernarbungen nach schweren Verbrennungen auch zu Funktionseinschränkungen kommen kann. Der Kinderchirurg: "Das Behandlungsergebnis sollte funktional und kosmetisch möglichst eine Wiederherstellung bringen."
Neben dem Schwerpunktthema der Verbrennungen geht es bei dem Kongress auch um Simulations- und Katastrophenmedizin. In der Aus- und Weiterbildung von Ärzten werden Simulationsmodelle zum Trainieren immer wichtiger. So wird bei dem Kongress auch ein Notarztwagen der Wiener Rettung mit einem solchen System vor Ort sein. Rund um die Katastrophenmedizin gibt es Präsentationen des Österreichischen Bundesheeres etc. Nur wer im Training entsprechend dichte Erfahrung erworben hat, kann im Ernstfall, zum Beispiel bei einem Strahlenunfall, als Profi wirklich helfen. (APA)
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